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Seanchan – DSC-Wiki

Seanchan

Aus DSC-Wiki
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Inhaltsverzeichnis

In den Büchern

[Erhebungsprojekt von Suandin Avarath]

Der seanchanische Kontinent und seine Einwohner sind nach wie vor kaum erforscht und stellen auf den ersten Blick eine zu den Ländern des Hauptkontinents fast vollkommen konträre Nation dar, die lange Zeit vollkommen unbekannt war. Erst in der jüngeren Geschichte traten die Seanchaner wieder in Erscheinung und sind aufgrund ihrer militärischen Schlagkraft und ihres Verhaltens von großer Bedeutung.

Geographie

Begrenzt wird der Kontinent im Westen vom Morenal-Meer, im Osten vom Aryth-Meer und im Norden von der Großen Fäule, sodass kaum verwunderlich ist, dass das Land – ähnlich wie Shara – vollkommen isoliert ist und selbst das Meervolk erst in jüngster Zeit Bekanntschaft mit den Seanchanern machte. Die mit sechstausend Meilen breiteste Stelle soll auf der südlichen Hemisphäre liegen, die Entfernung von den Bergen des Verderbens zum südlichsten Punkt beträgt etwa sechzehntausend Meilen. Der gesamte Kontinent ist von Bergketten und Flüssen durchzogen und auch einige kleinere Inseln zählen dazu. Über die klimatischen Verhältnisse in diesem Land ist nichts bekannt. Die Hauptstadt des Reiches liegt im Nordosten und heißt Seandar, weitere Städte sind (nach Einwohnerzahl geordnet): Kirendad, Noren M’Shar, Asinbayar, Qirat, Imfaral, Sohima, T’zura, Anangore, Shon Kifar und Rampore.




Seanchan


Allgemein
Regent
(998 ):
Kaiserin Radhanan
Hauptstadt: Seandar
Siegel: Ein goldener Falke im Flug, der drei Blitze in seinen Klauen trägt.
Geographie
POIs:
Lage von Seanchan


Städte, Orte, Siedlungen

  • Abunai, auf dem See von L'Heye (schwimmende Stadt?)
  • Ancarid
  • Asinbayar (4.-größte Stadt)
  • Barsabba
  • Imfaral (6.-größte Stadt)
  • Merinloe
  • Noren M'Shar
  • Seandar (Hauptstadt)
  • Semalaren
  • Sen T'jore
  • Shon Kifar
  • Sohima

Regionen

  • Aldael-Gebirge
  • Alqam
  • Dalenshar
  • Halamak
  • Ijaz-Gebirge
  • Jeranem
  • Jianmin
  • Hügel von Kaensada
  • Khoweal
  • See von L'Heye
  • Maram Kashor
  • Marendalar (Insel)
  • Muyami
  • N'Kon
  • Pujili
  • Ebene von Sa'las
  • Salaking
  • Serengada Dai
  • Tuel

Geschichte

Nach der Zerstörung bestand Seanchan ausschließlich aus konkurrierenden, Krieg treibenden und dadurch ständig sich verändernden Staaten, die in den meisten Fällen von Aes Sedai geführt wurden, welche durch zeitweise Bündnisse und Ränkeschmiede versuchten, ihre eigene Machtposition zu stärken. Im Jahre 992 FJ wurde schließlich der Sohn Arthur Falkenflügels, Luthair Paendrag Mondwin, mit einer gewaltigen Flotte ausgesandt, um das Land zu erobern und dem bereits bestehenden Reich Falkenflügels anzugliedern. Aufgrund der unbeständigen Verhältnisse konnte Luthair nach einigen wenigen Bündnissen die Parteien gegeneinander ausspielen und stellte bald die größte Macht in dem Land dar. Er ersetzte den Adel Seanchans mit seinen eigenen Gefolgsleuten und etwa vierhundert Jahre nach der Eroberung des Landes war mit der Auslöschung des letzten Widerstandes der Kontinent nun eine geeinte Nation.


Das A’dam

Selbstverständlich stellt sich an dieser Stelle die Frage, wie Luthair die sich ihm überlegenen Aes Sedai untertan machen konnte. Dazu sollte man die Erfindung einer Aes Sedai namens Deain, das A’dam, beachten. In der Hoffnung, von Luthair reich belohnt zu werden, da er auf diese Weise die Aes Sedai uneingeschränkt beherrschen konnte, bot sie ihm das A’dam als Geschenk an. Einige Jahre später wurden die ersten Sul’dam rekrutiert – Frauen, die zwar die Möglichkeit hatten, die Macht zu lenken, es aber nicht ohne Ausbildung erlernen konnten. Sie wurden zu den Aufseherinnen der gekoppelten Aes Sedai, die fortan Damane (Alte Sprache für „die Gefesselten“) genannt wurden. Deain wurde am Ende Opfer ihrer eigenen Erfindung; und nachdem das A’dam weit verbreitet war, verschwand der Titel Aes Sedai endgültig aus dem Sprachgebrauch der Seanchaner. Frauen, die die Macht lenken können, aber noch keine Damane sind, werden Marath’damane genannt (Alte Sprache für „jene, die gekoppelt werden müssen“). Heutzutage stellen die Damane das Machtfundament in Seanchan dar. Die Sul’dam durchkämmen regelmäßig die Städte und Dörfer des Landes, um neue Kandidatinnen zu finden – sei es als Damane oder als Sul’dam. Denn obwohl die Damane als etwas Geringeres als ein Mensch betrachtet werden, werden sie vielseitig eingesetzt: als mächtige Waffe im Kampf, als Baumeister beim Errichten von großen Gebäuden, als Bergleute, indem sie Erze aufspüren und veredeln oder sogar als Heiler reicher Kranker. Letztere Dienste werden jedoch nur äußerst selten angenommen, da die wenigsten Adeligen sich von einer Damane berühren lassen wollen. Aufgrund ihrer Wichtigkeit können sich nur sehr reiche und hoch stehende Menschen eine Damane leisten. Männer, die Saidin berühren können, werden sofort hingerichtet und – wie die Damane – aus sämtlichen Bürgerlisten gelöscht. (siehe auch A’dam)


Gesellschaft

Die seanchanische Gesellschaft ist streng hierarchisch geordnet und gilt nach dem Prinzip, dass jeder einen Platz hat, an dem er dem Reich und seinem Oberhaupt – dem Kaiser oder der Kaiserin - dienen muss. In dieser Hinsicht kann man also sogar teilweise von einem absolutistischen System sprechen. Jedoch ist es möglich, durch Verdienste am Reich in einen höheren Rang aufzusteigen (und ein ebenso schneller Abstieg ist möglich). Ebenso wichtig ist für die Seanchaner die Ehre, die in einer Art idealisierter Form der Ritterlichkeit praktiziert wird (siehe auch Sei’taer und Sei’Mosiev).

Wie in Shara ist in Seanchan die Sklaverei üblich. Jedoch ist die Sklaverei nicht konventionell zu verstehen – es gibt verschiedene Abstufungen. So werden die niedrigsten Sklaven Da’covale oder Covale (Alte Sprache für „Eigentum“) genannt, deren Dienste ausschließlich dem Adel vorbehalten sind. Wie die Damane werden sie einer Gehirnwäsche unterzogen und nicht selten bei den kleinsten Fehltritten brutal misshandelt. Neben diesen Sklaven, die ein wenig niedriger gestellt als der normale Bürger sind, gibt es auch noch die So’jhin, deren erblicher Rang höher ist als der eines freien Bürgers. Es gilt als große Ehre, Eigentum eines hohen Adeligen oder gar der kaiserlichen Familie zu sein – selbst die Tatsache, dass man unfrei ist, stellt unter Bürgerlichen, die selten zu diesem Dienst auserwählt werden, nur einen geringen Verlust dar. Schließlich ist es nur eine der wenigen Möglichkeiten, als Bürgerlicher in der Gesellschaft aufzusteigen.

Der seanchanische Adel, auch das Blut genannt, bildet die Oberschicht in diesem Gesellschaftssystem. Neben der Möglichkeit, durch Geburt dieses Privileg zu erhalten, werden auch manchmal gewöhnliche Soldaten für besondere Verdienste in den Rang eines Adeligen erhoben (siehe auch Blut, das).

An der Spitze des Staates stehen der Kaiser oder die Kaiserin und ihre engsten Familienangehörigen, die vom Hof der Neun Monde aus, der sich in Seandar befindet, den Staat lenken. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin wird vom Staatsoberhaupt aus der engsten Familie direkt gewählt, so dass es kaum verwundert, dass das Ränkeschmieden nicht nur an der Tagesordnung steht, sondern auch stark gefördert wird.

Um die Herrschaft und die Sicherheit der kaiserlichen Familie zu gewährleisten, existieren verschiedene Mechanismen. Zum einen wäre da die Totenwache zu nennen, eine Art Elitegarde, die sowohl als Menschen als auch aus Ogiern besteht (siehe auch Totenwache). Neben dieser Organisation gibt es auch noch eine Art Geheimdienst, der sich „Sucher der Wahrheit“ nennt. Aus allen Schichten der Gesellschaft ausgewählt ist es Aufgabe der Mitglieder, Schattenfreunde und potentielle Aufrührer zu finden und zu eliminieren. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sie weite Machtbefugnisse: so können sie jeden, auch Mitglieder des Adels, gefangen nehmen, verhören und foltern. Überprüft werden sie lediglich vom Kaiser oder der Kaiserin. Aus diesem Grund werden sie von allen Mitgliedern der Gesellschaft geachtet und gefürchtet.


Kultur, Etikette und Sonstiges

Da der gesellschaftliche Rang und die damit verbundene Ehre für die Seanchaner äußerst wichtig sind, wird ebenso viel Wert auf das äußere Auftreten gelegt. Dies spiegelt sich vor allen Dingen in der Frisur wieder: So rasiert sich beispielsweise ein Sprecher der Adels die linke Seite des Kopfes und flechtet das verbleibende Haar auf der rechten Seite zu einem Zopf. Beim Sprecher des Thrones ist dies umgekehrt. Auch der Adel selbst hat dazu eine ganz bestimmte Etikette (siehe auch Blut, das). Einfache Bürger hingegen rasieren sich gar nicht das Haupthaar – und wenn ein Mann hormonbedingt kahl wird, so ist dieser verpflichtet, eine Perücke oder eine Kappe zu tragen. Sollte er dem nicht Folge leisten, wird dies als das fälschliche Ausgeben eines Adligen oder gar des Herrschers streng bestraft. Außerdem spielt die Kleiderordnung in der Gesellschaft eine so starke Rolle, dass diese – vor allem beim Besitz – schon eine Art Uniform darstellt.

Im Gegensatz zu anderen Völkern haben die Seanchaner keine besonderen äußerlichen Merkmale wie eine bestimmte Hautfarbe, Körpergröße oder ähnliches. Auffällig jedoch ist ihr Akzent, der als sehr lang gezogen beschrieben wird.

Obwohl Luthair das Land auf gewaltsame Weise eroberte und einigte, so ist sein Erbe keineswegs vergessen. Dies wird vor allem dann deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass das Banner (ein goldener Falke im Flug, der drei Blitze in den Krallen hält), unter dem Luthair das Land eroberte, heute immer noch unverändert als Reichsflagge benutzt wird.


Die aktuelle Lage der Seanchaner

Um das derzeit sehr expansive Verhalten der Seanchaner zu erklären, ist es nötig, noch einmal einen Blick in ihre Geschichte zu werfen: Wie bereits erwähnt, wollte Luthair den seanchanischen Kontinent dem Reich seines Vaters angliedern. Mitten in seinem Eroberungsfeldzug traf jedoch die Nachricht von Falkenflügels Tod ein, was schließlich zu einer Änderung seiner Taktik führte: anstatt das Gebiet einfach nur zu annektieren, wollte er es benutzen, um seine Macht zu erhalten und gegebenenfalls den Tod Falkenflügels zu rächen. Die Corenne, die Wiederkehr, war geboren.

Etwa im Jahre 999 NÄ, also Jahrhunderte nach Luthairs Tod, konnte dieses Vorhaben umgesetzt werden. Über dreihundert Schiffe, Hailene genannt (Alte Sprache für „Vorläufer“), segelten über das Aryth-Meer nach Falme und errichteten in der Ebene von Almoth einen ersten Brückenkopf, um die Stellung zu sichern. Da sie das alte Reich Falkenflügels nach der langen Zeit vollkommen verändert vorfanden und die Hailene vom Drachen bei Falme empfindlich geschlagen wurden, galt es gemäß der Weisung Luthairs nun, das Land mit militärischer Gewalt zu unterwerfen, um zurück zu holen, was dem ersten Kaiser der Seanchaner gehörte. In kürzester Zeit eroberten die Invasoren Ebou Dar, Tarabon und Amadicia und drangen bis an die Grenzen Illians und Arad Domans vor. Da gerade Staaten wie Tarabon und Ebou Dar innerlich durch Bürgerkriege ohnehin geschwächt waren, war der Widerstand gegen die Besatzer dementsprechend eher gering zu nennen.

Doch allem Erfolg zum Trotz mussten die Seanchaner neben dem Scheitern in Falme auch andere Rückschläge einstecken. Als wichtigstes Ereignis ist hierbei die Ermordung der Kaiserin Radhanan und der kaiserlichen Familie in Seandar durch die Verlorene Semirhage zu nennen, die damit im gesamten seanchanischen Reich einen großen Aufruhr verursachte. Mit dem Tod Radhanans ist damit ihre Tochter, Tuon nun designierte Nachfolgerin.

Wegen dieser Ereignisse ist ungewiss, in welche Richtung das seanchanische Volk und ihre Geschichte sich weiterentwickeln werden. Dennoch steht außer Zweifel, dass sie weiterhin für den Hauptkontinent von Bedeutung sein werden.

In der Community

Seanchan hat keinen Einfluss auf die Community.

Im RPG

Die Karte von Seanchan aus dem RPG

Geographie

Nordkontinent:

  • Sohima - Stedding in der Naehe
  • Qirat - Imperiale Akademie
  • Imfaral - Die Türme der Mitternacht (Zentrale der Sucher)
  • Asinbayar

Südkontinent

  • Seandar - Hauptstadt, Hof der Neun Monde, Hofakademie
  • Kirendad
  • Anangore - Imperiale Akademie
  • Shon Kifar - Imperiale Akademie
  • Rampore
  • Tzura
  • Noren M'Shar - Imperiale Akademie

Im Norden des Nordkontinents erstreckt sich die Fäule bis zu den Gebirgszügen nördlich von Imfaral und Sohima. Seit einigen Jahrhunderten beherbergt sie wieder Trollocs. Es ist unbekannt, wie die Trollocs dort hin gekommen waren, da sie seit den Tagen Arthur Falkenflügels als ausgerottet galten. Das Klima südlich der Fäule ist kühl und feucht. Jeranem ist für seine strengen Winter bekannt. Die Bevölkerung dort ist an das raue Leben angepasst und verteidigt seine Küsten gegen immer wieder anlandende Trolloc-Streitkräfte

Die Bewohner von Mechoacan haben typischerweise helle Haare und Augen und sind traditionell Fischer und Seefahrer. Der südlichste Ausläufer des Kontinents mit der imperialen Stadt Qirat am Ende ist bereits in der tropischen Zone und dicht mit üppigem Regenwald bewachsen.

Am Südkontinent erstrecken sich ausgedehnte Waldgebiete nördlich von Seandar. Die Hauptstadt selbst liegt in einer fruchtbaren Tiefebene. Südlich davon erheben sich die Ijaz Berge. Das warme, feuchte Klima eignet sich ideal für den Anbau von Kaf.

Südlich der Berge liegt die Stadt Kirendad in den Sa'las Ebenen, einem eher trockenen Savannengebiet. Im Westen des Südkontinents liegen die Gebiete Khoweal und Dalenshar, deren Bewohner durch ihre dunkle Hautfarbe im ganzen Reich auffallen. In beiden Ländern gibt es dichte Regenwälder.

Nördlich von Tzura erstreckt sich N'Kon, eine sehr trockene, heiße Hochebene die nach Nordosten abfällt und im feucht-warmen Tiefland von Shon Kifar von Regenwald abgelöst wird. Marendalar und die Küstenregion nahe Shon Kifar und Sen T'jore sind wieder dicht bewachsene Dschungelgebiete mit reichen Niederschlägen. Die Tiefebene von Salaking im feucht gemäßigtem Südosten eignet sich hervorragend für den Ackerbau und gilt als die Kornkammer Seanchans.

Von den Kaensada Hügeln im Südwesten bis nach Maram Kashor erstrecken sich ausgedehnte, gemäßigte Waldgebiete, die in den höheren Lagen und im Süden von Maram Kashor hauptsächlich von Nadelbäumen gebildet werden.

Geschichte

Tarmon Gai'don und die ersten Jahre danach

Die Seanchan kämpften in Tarmon Gai'don und waren maßgeblich daran beteiligt, dass die Kräfte des Lichts nicht geschlagen wurden. Dabei erlitten sie jedoch erhebliche Verluste und wurden schwer geschwächt. Die letzten Tage des dritten Zeitalters brachten ein Umdenken der jungen Kaiserin Fortuona. Ihr wurde bewusst, dass Aes Sedai keine niederen Wesen sind, und dass die Art und Weise wie in den Westlanden mit ihnen umgegangen wurde doch nicht die schlechteste Variante war. Zudem grämte sie sich, da sie wusste, dass ihr Heimatland im Chaos versank.

Fortuona fasste den Entschluss, dass es keinen Sinn machte die Westlande zu unterwerfen, wenn ihre Heimat währenddessen zerstört wurde. Sie schickte eine Vorhut zurück nach Seanchan, hauptsächlich bestehend aus Mitgliedern der Totenwache und Sul'dam und Damane, die sie aus Seanchan mitgebracht hatten. Ihr Auftrag war es einen Brückenkopf zu bilden, von dem aus Fortuona ihr Kaiserreich wieder unter Kontrolle bringen konnte. Die Expedition brach auf und brachte die Imperiale Stadt Imfaral unter ihre Kontrolle.

Die Rückkehr der Kaiserin

Währenddessen bereitete Fortuona in den Westlanden alles für ihre Rückkehr in ihr Heimatland vor. König Beslan Mitsobar hatte die letzte Schlacht überlebt und regierte bereits Altara für die Kaiserin. Auch für Amadicia und Tarabon wurden Könige bestimmt, die Fortuona die Treue schworen. In dieser Zeit handelte die Kaiserin mit dem Meervolk einen Vertrag aus, der es Siedlern aus Seanchan ermöglichen sollte die nun leeren Inseln des Meervolks zu besiedeln und der das Meervolk verpflichtete das Imperium bei der "zweiten Corenne", wie die groß angelegte Rückkehr nach Seanchan inzwischen genannt wurde, zu unterstützen. Im Gegenzug wurden alle Windsucherinnen, die man als Damane gehalten hatte, frei gelassen. Dieser Vertrag führte zu großem Erstaunen unter dem Blut und auch den gewöhnlichen Leuten, doch die Entscheidung war gefallen. Sie sollte nur der erste Schritt sein hin zu einer neuen Gesellschaftsordnung.

Nach zwei Jahren war es so weit und die zweite Corenne begann. Die viele Soldaten, die meisten Kreaturen und sämtliche Damane, die im Besitz der Seanchan waren, sowie alle Angehörigen des Hohen Blutes kehrten mit Fortuona zurück nach Seanchan. Das Meervolk witterte großen Profit und verbündete sich mit den Seanchan, nun, da ihre Windsucherinnen nicht länger von ihnen bedroht waren.

Weitere Entwicklung in den Westlanden

Die Siedler der Seanchan, die in den Westlanden zurück geblieben waren, verteilten sich nicht nur in den mit Seanchan verbündeten Gebieten, sondern auch in unbesiedelten Landstrichen zwischen den Nationen, auf den Inseln des Meervolks und teilweise in den anderen Königreichen. Sie passten sich schnell an, waren meist brave Bürger und nach ein paar Generationen kaum noch von der alteingesessenen Bevölkerung zu unterscheiden.

In Amadicia wurde König Lauron aus dem Haus Algoran von Fortuona eingesetzt, um über das Land zu herrschen. Nach dem Abzug der Kaiserin zeigte sich jedoch sein wahres Gesicht. Er war ein kalter Mann, der mit Eiserner Faust herrschte und sein Volk tyrannisierte. Es kam zu Aufständen und schließlich wurde der gesamte Hofstaat inklusive König in einer großen Revolution getötet. Die Kinder des Lichts nutzten die herrschende Unzufriedenheit, um ihre nach TG gelichteten Reihen wieder zu füllen und waren maßgeblich an der Revolution beteiligt. Sie etablierten sich dieses Mal offen als Herrscher von Amadicia und sagten sich von den Seanchan los.

Tarabon und Altara konnten nicht rechtzeitig einschreiten, blieben jedoch der Kaiserin treu.

Ereignisse in Seanchan

Als Fortuona nach Imfaral kam fand sie eine stabile Hauptstadt mit funktionierender Administration vor, ein Zustand, der Furyk Karede, dem Leiter der Vorhut, zu höchsten Ehren gereichte. Matrim Cauthon, der durch die Ehe mit Fortuona in den Stand des Hohen Blutes aufgestiegen war, wurde Oberbefehlshaber der Streitkräfte und nahm später offiziell den Namen Mat an. Als Siegel führte er einen roten Fuchs auf grünem Grund, der zwei Raben aufscheucht. Diese Konstellation von Kaiserin und Oberstem General etablierte Fortuona für die Zukunft von Seanchan, Gerüchten zufolge inspiriert von dem Verhältnis der Königin von Andor und ihrem Ersten Prinz des Schwertes, nur dass dieses Amt in Andor vom ältesten Bruder der Königin übernommen wird, nicht vom Ehemann.

Über die Jahre begann sie ihren Einfluss auszudehnen und ihr Reich zu vergrößern. Sie begann, was als die zweite Konsolidierung in die Geschichte eingehen sollte. Paralell dazu begann der Umbau der Gesellschaft der Seanchan, in der Machtlenkerinnen nicht länger als Tiere behandelt und an Leinen gehalten wurden.

Fortuona wird auch heute noch allgemein als die liberalste Kaiserin Seanchans bezeichnet, es ist aber nicht auszuschliessen, dass viele der Reformen auch von Mat beeinflusst wurden. Die Reform, die vor allem für die mit Seanchan verbündeten Länder diesseits des Aryth Meers bermerkbar wurde war die Handelsreform. Der Handel zwischen Seanchan und den Nationen in Randland blüht und gedeiht mittlerweile, allerdings konnten sich die Atha'an Miere als Handelsmacht im Hochseehandel weiter etablieren, mehr als zwei Drittel des Handels mit Seanchan queren den Aryth Ozean auf Klippern und Schonern des Meervolks.

Nach Fortuonas und Mats Tod in den Jahren 52 bzw. 58 NTG übernahm ihre älteste Tochter Kirana den Thron. Sie und ihre Nachkommen führten die liberale Politik zwar nicht in dem Maße weiter, wie Torsaen es getan hatte aber aufgrund ihrer Erziehung mit den neuen Werten konnten sie den Wandel der Gesellschaft drei Generationen später abschliessen. In diesen drei Generationen hatte es einige blutige Aufstände speziell in den entfernteren Teilen des Landes gegeben, die aber alle ohne Einsatz der Macht niedergeschlagen wurden, um zu demonstrieren, dass die Kaiserin die Machtlenker kontrolliert. Wenn sie ihnen die Einmischung verbietet, dann gehorchen sie. Jetzt, 500 Jahre nach TG sind die Aes Sedai, auch in Seanchan unter diesem Namen, anerkannte Mitglieder der Gesellschaft. Sie gehen den verschiedensten Berufen nach, Heiler, Bergleute, Baumeister oder Wissenschaftler.

Die Eine Macht

Noch zu Lebzeiten Fortuonas und Mats wurde eine radikale Umstrukturierung der Gesellschaft Seanchans begonnen, ein Vorhaben, dass die Wissenschaftler einvernehmlich als zum Scheitern verurteilt betrachteten. Fortuona suchte aus den neuen Damane aus Randland, die Tarmon Gaidon überlebt hatten mehrere ehemalige Aes Sedai, Weise Frauen der Shaido und Atha'an Miere Windsucher, und ließ sie mit einigen liberalen Sul'dam ein Konzept für eine Hierarchie der Machtlenker in Seanchan ausarbeiten. Dies geschah alles noch im Geheimen. Nur der Kristallthron selber wusste davon, die Besprechungen fanden noch im Tarasin Palast in Ebou Dar, kurz vor der zweiten Corenne statt.

Das neue Machtlenkerkonzept

Anders als in Randland sind die Machtlenker in Seanchan der Kaiserin unterstellt aber nicht an Eide gebunden. Die Ausbildung ist eine Mischung aus den vier zugrunde liegenden Kulturen und es wird gemunkelt, dass die Seanchaner einige Vorteile vor den Aes Sedai haben. Dazu gehören fundierte Kenntnisse verschiedener Gewebe, die aus allen Quellen hervorgegangen sind. Außerdem sind sie frei von den Einschränkungen der drei Eide und leben daher deutlich länger. Allerdings sind die Männer bei den Seanchan nicht so stark eingebunden wie in Randland, allerdings gibt es auch kaum Männer in Seanchan, die die Macht benutzen können. Kaiserin Fortuona hat es mit dieser Reform begonnen, das erwartete Chaos bei der Verkündung, jede sul'dam könne die Macht lenken lernen, in geordnete Bahnen zu lenken und damit, basierend auf dem Ehrenkodex der Seanchan und überwacht von den Suchern eine stabile Organisation für die Seanchanischen Machtlenker aufzubauen. Hierzu ein Zitat von einem unbekannten Historiker aus Cairhien: "Die Machtlenker sind in Seanchan quasi über Nacht von einem der niedrigsten zu einem der ehrenvollsten Stände aufgestiegen." Niemand wird gezwungen, im Dienst der Kaiserin zu bleiben, allerdings ist eine Grundausbildung von zwei Jahren vorgeschrieben, um dem Machtlenker beizubringen, was er beachten muss und es ist unter Todesstrafe verboten, sich dieser Ausbildung zu entziehen. Zusätzlich zu der Grundausbildung wird noch ein dreijähriger Aufbaukurs für verschieden Berufe angeboten, so dass die Abgänger danach in ihre Heimat zurückkehren und dort als Heiler, Baumeister oder ähnliches arbeiten können. Auch die Ausbildung der Atha'an Miere wird von den Seanchan gefördert, einige Siedler, die aus Randland geflohen waren ließen sich auf Tremalking und den anderen Inseln nieder, die nach dem Selbstgenozid der dort ansässigen Völker verlassen waren. Für die Atha'an Miere wurde auf Tremalking um den eingeschmolzenen sa'angreal eine Akademie aufgebaut, wo auch andere Machtlenker ausgebildet werden. Im Allgemeinen ist die Kaiserliche Akademie nicht so zentralisiert aufgebaut wie Tar Valon, überall im Reich gibt es Akademien, wo neben den Machtlenkern auch andere Forscher arbeiten und die kulturellen Zentren Seanchans gedeihen gut.

Die Organisation der Machtlenker in Seanchan

Den niedrigsten Rang haben die Schüler (students). Sie sind noch in der Grundausbildung an einer der Kaiserlichen Akademien. Wenn sie diesen Grundlehrgang abgeschlossen haben sind sie Ausgebildete (trained). Zu diesem Zeitpunkt können sie in ihr normales Leben zurückkehren oder den Rang eines Studenten (studying trained) annehmen. Dies bedeutet eine Weiterführung der Ausbildung in einem speziellen Fachgebiet wie zum Beispiel Medizin/Kräuterkunde, Geologie/Bergbau oder Architektur/Bauwesen. Wenn der Machtlenker eine solche Ausbildung abgeschlossen hat ist er Gelehrter (scholar) und kann im Auftrag der Kaiserin den erlernten Beruf ausüben oder sich entscheiden weiter in der Hierarchie aufzusteigen (sofern die Noten gut genug waren). Wenn er weiter aufsetigen möchte folgt trotzdem ein einjähriges Praktikum im jeweiligen Fachbereich und danach eine mindestens zweijährige Lehrtätigkeit von Grundlagen oder Spezialisierung an einer der Akademien. Erst dann kann der Schritt zum Hochgelehrten (high scholar) gemacht werden. Hierzu muss der Bewerber eine Forschungsarbeit verfassen, die von einem Prüfungsauschuss abgenommen wird. Zusätzlich muss in einer praktischen Übung fundiertes Können im Umgang mit der Macht beweisen werden. Besteht der Bewerber diese Prüfung, darf er selber Forschungsgruppen leiten und kann dem Rat seiner Akademie eigene Projektvorschläge und Ideen vorlegen. Außerdem kann er jetzt in den Rat der Akademie berufen oder gewählt werden. Die Zusamensetzung dieses Rates ist den Akademien selber überlassen. Die meisten führen entweder alle vier oder fünf Jahre eine Wahl durch oder der Rat beruft auf Vertrauensbasis neue Mitglieder sobald alte ausscheiden. Geregelt ist nur dass niemand länger als zehn Jahre am Stück Mitglied eines Rates sein darf, wobei zwischen zwei Mitgliedschaftsphasen ebenfalls zehn Jahre liegen müssen. Die Räte der Akademien entsenden jeweils zwei Mitglieder in den Kaiserlichen Rat der Macht, der die Gesamtvertretung der Machtlenker in Seanchan darstellt. Das Hohe Konzil dieses Rates, bestehend aus den fünf ältesten, berät die Kaiserin in Fragen, die die Machtlenker im zivilen Einsatz betreffen, untersteht aber effektiv ihrem Befehl. Sie muss sich also nicht an die Empfehlungen des Konzils halten. Außerdem entscheided der Rat über die Vergabe von Mitteln an die Akademien und Koordiniert die Zusammenarbeit bei akademieübergreifenden Projekten. Alternativ zu dieses zivilen Laufbahn können sich Machtlenker auch beim Militär verpflichten. Hier werden die Machtlenker mit den regulären Truppen verzahnt. So dienen sie als Beobachter auf Raken, als Unterstützung auf Schiffen oder in Bodenkampftruppen. Außerdem können Abgänger aus bestimmten Studienfächern in die Unterstützungstruppen gehen, zum Beispiel die Pioniertruppen oder die Rüstungsforschung. Hierbei ist zu beachten, dass die Seanchan sich nach TG verpflichtet haben, den drei Eiden zu gehorchen, ein Eid, den alle Schüler am Anfang ihrer Ausbildung ablegen müssen. Zwar werden Seanchan nicht durch einen angreal an diese Eide gebunden, die Missachtung derselben steht jedoch unter Todesstrafe. Bei den Suchern gibt es seit Beginn der Reformen eine Abteilung zur Überwachung der Einhaltung der Eide. Sie besteht aus Machtlenkern, die sich freiwillig auf ein angreal vereidigen lassen um ihre Zuverlässigkeit zu demonstrieren. Die Eide, die dort geschworen werden sind nur den Suchern und der Kaiserin bekannt und sollen angeblich weitaus enger gefasst sein, als die Drei Eide.

Verhältnis zu den Staaten von Randland

Die Erste von Mayene, Berelain sur Paendrag von Paeron, wurde der Titel einer High Lady in Seanchan verliehen und auch Andor, Tear, Illian und Tarabon unterhalten enge Beziehungen zum Hof in Seandar. Außerdem gibt es einige feste Freundschaften zwischen Adels- bzw. Königshäusern z.B. in Ghealdan und Westandor zu Lords und Ladies in Seanchan. Ansonsten sind die Beziehungen in einigen Verträgen gefestigt, in denen sich Seanchan verpflichtet hat, keine weitere Invasion durchzuführen und zusätzlich eine enge Zusammenarbeit bei der Forschung vereinbart wurde, was aber bisher nicht in dem Maße intensiviert wurde wie erhofft. Zur Weißen Burg gab es bis vor ein paar Jahren offiziell keine Beziehungen. In den geheimen Archiven sind mehrere Versuche der Kontaktaufnahme dokumentiert, die jedoch allesamt scheiterten. Erst 504 NTG begann man diplomatische Beziehungen zu Seanchan aufzubauen, nachdem eine Delegation von Seanchan die Amyrlin zu einer Audienz vor dem Kristallthron eingeladen hatte (die näheren Umstände sind im RPG "Der Goldene Käfig" beschrieben).

Literatur

  • Robert Jordan & Teresa Patterson: Die Welt von Robert Jordans Das Rad der Zeit; Seite 156 ff., S. 150, S. 109
  • Robert Jordan: Die Klinge der Träume, S. 64

Außerdem beziehen sich einige Passagen auf die Artikel aus der RdZ-Enzyklopädie – mit „siehe auch“ gekennzeichnet.

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