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Kurze Wege – DSC-Wiki

Kurze Wege

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Inhaltsverzeichnis

In den Büchern

Die frühe Geschichte der Ogier

Im Zeitalter der Legenden lebten die Ogier in Stedding, konnten diese aber auch nach belieben verlassen. Durch die Ereignisse während der Zerstörung der Welt änderte sich das Antlitz der Erde, die Ogier wurden aus den Stedding vertrieben und das Sehnen entwickelte sich bei einigen von ihnen. Diese Krankheit zeigte sich als ein Sehnen nach der Sicherheit und Schönheit der alten Stedding, führte zu Depressionen und schließlich auch in vielen Fällen zum Tod, wodurch die Zahl der Ogier drastisch zurück ging.

In manchen Teilen der Welt, wie etwa dem späteren Seanchan, fanden die Ogier bald in ihre Stedding zurück und blieben so vom Sehnen verschont. In den Westlanden hingegen breitete sich die Krankheit aus und auch nachdem die Stedding wieder gefunden waren, waren die Ogier vom Sehnen gezeichnet. Sie konnten ihre Stedding nicht länger über lange Zeiträume verlassen, ohne vom Sehnen erfasst zu werden - eine Schwäche die auch an ihre Kinder vererbt wurde.

Bald nachdem die ersten Stedding gefunden waren, boten die Ogier männlichen Aes Sedai, die noch nicht wahnsinnig geworden waren, Schutz in den Stedding an, da sie dort Saidin nicht ergreifen konnten und so auch vor dem Wahnsinn geschützt waren. Lange hielten die Aes Sedai es jedoch nicht aus von der Macht getrennt zu sein und so verließen sie nach und nach die Stedding.

Als Dank für die Aufnahme in den Stedding schenkten die Aes Sedai den Ogiern die Kurzen Wege. Als die letzten Aes Sedai die Stedding verließen, überreichten sie den Ogier Ältesten den Talisman des Wachsens, ein Ter'Angreal, das durch den Gesang der Ogier aktiviert werden kann.

Die Kurzen Wege

Beschreibung der Wege

Die Kurzen Wege sind eine andere Dimension der Realität, in der die Zeit schneller fließt. Durch sogenannte Wegetore ist es möglich diese Dimension zu betreten, in ihr zu reisen und sie an einer anderen Stelle durch ein weiteres Wegetor wieder zu verlassen. Dadurch wird es möglich eine Strecke von tausenden von Meilen in wenigen Tagen zurück zu legen. Da Zeit in den Kurzen Wegen schneller verrinnt als draußen, kommt es beim Betreten und Verlassen zu eigenartigen Verzerrungen.

Die Wege selbst sind eine unendliche Leere, in der nichts existiert, außer den künstlich geschaffenen Plattformen ("Inseln") und Verbindungen (Rampen, Brücken) aus Stein, die scheinbar schwerelos in der Luft hängen, während auf alle anderen Objekte und Lebewesen sehr wohl eine Schwerkraft wirkt. Die Inseln schweben dadurch scheinbar frei im Raum, teilweise auch direkt übereinander, die Brücken haben keine Pfeiler, die Rampen winden sich ohne offensichtliche Notwendigkeit manchmal auf-, ab- oder seitwärts.

Vom Wegetor führt eine weiße Linie auf einer steinernen Brücke zur nächstgelegenen Insel. Diese Inseln sind rund bis oval und haben einen Durchmesser von 50 bis 100 Spannen. Von jeder Insel führen mehrere Brücken und Rampen, an deren Anfang jeweils ein Steinpfosten mit einer einzigen Inschrift in Ogierschrift steht, zu anderen Inseln oder Wegetoren. Auf den Brücken befindet sich ein Geländer, die Inseln sind von einer Einfriedung umgeben, die breiten Rampen haben keine Begrenzung. Auf jeder Insel steht ein Wegweiser, eine aufrecht stehende Felsplatte mit Ogierschrift aus eingelegten Metallfäden. An deren Fuß endet die weiße Linie der nächstgelegenen Wegetore.

Ursprünglich waren die Wege in Licht getaucht und auf den Inseln wuchsen sogar Pflanzen. Neben Gras gab es auch Obstbäume mit genießbaren Früchten, auch wenn in den Wegen niemals Regen fiel und keine Sonne schien. Wind gab es nicht.

Die Entstehung der Wege

Da die Ogier ihre Stedding während der Zeit des Wahnsinns nicht verlassen konnten, waren sie von der Welt und ihren Artgenossen abgeschnitten. Die männlichen Aes Sedai, denen sie Zuflucht gewährten, erschufen ein erstes Netzwerk von Wegetoren und Verbindungen. Dadruch war es den Ogiern möglich gefahrlos von Stedding zu Stedding zu reisen, ohne den Schutz der Stedding lange verlassen zu müssen.

Die Wege verbanden alle damals bekannten Stedding und auch wenn sich das Land zwischen ihnen in der bekannten Realität dramatisch änderte - weil sich neue Gebirge auffalteten, Ozeane entstanden oder austrockneten, usw. - blieben die Wege von alledem unberührt.

Nachdem die Aes Sedai die Stedding verlassen hatten, konnten die Ogier mit Hilfe des Talisman des Wachstums selbst neue Wege wachsen lassen und Wegetore zu neuen Stedding öffnen. Auch in die Städte der Menschen bauten sie Wegetore in die Haine, während sie an den Gebäuden der Menschen arbeiteten.

Der Verfall der Wege

Während es Hundertjährigen Krieges begannen sich die Kurzen Wege langsam zu verändern. Das Licht in ihnen wurde immer schwächer, sie wurden zusehends dunkler. Die Vegetation auf den Inseln starb ab und schließlich wurde die Dunkelheit vollkommen, es gab kein Licht mehr in den Wegen. Mehr noch, die Dunkelheit erschien drückend und schien das Licht der Fackeln und Öllampen der Reisenden regelrecht zu verschlingen, so dass diese weniger erleuchten, als man in "normaler" Dunkelheit erwarten würde. Auch die spiegelnde Oberfläche eines geöffneten Wegetores wurde trübe und dunkel.

Immer wieder berichteten Reisende, dass sie das Gefühl hätten aus der Dunkelheit heraus beobachtet zu werden und nach und nach verschwanden immer mehr in den Kurzen Wegen spurlos. Manche kamen wahnsinnig aus ihnen heraus, anderen schien irgendjemand oder irgendetwas den Geist und die Seele geraubt zu haben - ein Zustand den nicht einmal die Aes Sedai heilen konnten. Die wenigen, die noch sprechen konnten, erzählten von Machin Shin, dem schwarzen Wind.

Schließlich entschieden die Ältesten der Ogier, dass die Benutzung der Wege zu gefährlich sei und versagten Menschen wie Ogiern den Zugang zu ihnen. Über die Jahrhunderte wurden die Wege praktisch nicht mehr betreten. Die Wege und Plattformen begannen zu verfallen, ganze Teile brachen ab und fielen in die bodenlose Tiefe.

Zur Zeit der Bücher

In den letzten Jahren vor Tarmon Gai'don wurden die Wege zusehends vom Schatten zum Truppentransport genutzt. Mehrere Wegetore befanden sich zu diesem Zeitpunkt innerhalb der Grenzen der Fäule und so konnten Trollocs und Myddraal ungesehen in den Süden gebracht werden, um dort zuzuschlagen. Die Wege waren von ihren Erbauern mit Fallen gegen Schattengezücht versehen worden und auch Machin Shin holte sich viele Opfer aus den Reihen der Trollocs, doch letztendlich nahm der Schatten diese Verlust in kauf.

Machin Shin

Man nimmt an, dass Machin Shin ein eigenständiges Wesen ist, das sich aus dem Makel, der Saidin behaftete, heraus entwickelte und vom Dunklen König unabhängig ist. Es ist ein schwarzer Wind, der die Seelen und den Geist seiner Opfer in sich aufnimmt. Er besteht aus tausenden gepeinigte, wahnsinnige Stimmen die unentwegt schreien.


Die Wegetore

Da die Wegetore in die Kurzen Wege mit Saidin erschaffen wurden, konnten sie nur außerhalb der Stedding geformt werden. Ein Wegetor selbst ist aus Stein. Manche sind an eine Felswand gelehnt wie eine Tür in den Berg, andere stehen frei auf ebener Fläche. Ein solches Tor hat zwei Flügel und ist reich mit ineinander verschlungenen Reben und Blättern verziert. Sowohl innen als auch außen befindet sich zwischen den vielen Blättern ein einziges Avendesorablatt.

Obwohl alles wie aus einem Stück gemacht erscheint, lässt sich dieses Blatt herausnehmen und etwas tiefer in dem Blättergewirr wieder einfügen. Dabei erscheint der alte Platz genauso wenig leer wie zuvor der neue. Wird das Blatt nach unten versetzt, öffnen sich die Torflügel, wird es nach oben versetzt, schließen sie sich. Wird ein Blatt auf der anderen Seite eingefügt, kann das Tor von der Seite ohne Blatt aus nicht mehr geöffnet werden.

Bei geöffneten Torflügeln erschien dahinter von außen betrachtet früher eine helle spiegelnde Fläche, seit die Wege düster wurden, sieht man nur noch ein mattes Schimmern. Von innen konnte man früher wie durch klares Glas heraussehen, heute scheint der Blick durch eine rußgeschwärzte Glasscheibe zu fallen.

Im RPG

Nachdem Rand al'Thor mit Hilfe seiner Gefährten die männliche Hälfte der „Einen Macht“ gereinigt hatte, Tarmon Gai’don geschlagen war und der Zugriff des Dunklen Königs auf die Welt sich verringert hatte, begann einige Jahre danach eine schleichende Veränderung der Kurzen Wege. Ganz langsam erholten sie sich, die drückende Dunkelheit wurde von gewöhnlicher Dunkelheit abgelöst.

Nach Tarmon Gai'don gerieten die Wege zusehends in Vergessenheit, da keine Gefahr mehr aus ihnen drohte, da die Trollocs weitgehend geschlagen waren, sie aber andererseits auch keinen Vorteil boten, da ihre Benutzung nach wie vor gefährlich war. So ist es nicht verwunderlich, dass die langsame Regeneration der Wege lange Zeit nicht bemerkt wurde.

Erst als der Schatten wieder erstarkte wurde es notwendig sich erneut mit den Wegen zu befassen. Immer wieder gab es Angriffe aus den Wegen heraus und so begann man die Tore erneut zu bewachen. Gerade in unbewohnten Landstrichen wurde dies zu einem Problem, so dass man fieberhaft nach Lösungen suchte. Am Anfang des 5. Jahrhunderts nach Tarmon Gai'don wurde ein Ter'Angreal in der Weißen Burg geschaffen, das dieses Problem zu lösen vermochte. Legten Aes Sedai spezielle Gewebe um ein Wegetor, so zeigte das Ter'Angreal an, wenn dieses Tor geöffnet wurde, auch wen sich dieses tausende Meilen von der Weißen Burg entfernt befand. Damit war es möglich die Tore zu überwachen, ohne ständig Truppen und/oder Aes Sedai vor Ort stationieren zu müssen. Im Anlassfall konnte eine schnelle Eingreiftruppe zum jeweiligen Tor mit Hilfe des Schnellen Reisens gelangen und gegebenenfalls gegen das Schattengezücht kämpfen, das aus diesem Tor herauszuströmen versuchte.

Umso peinlicher ist ein Vorfall, der sich 500 NTG in Tar Valon ereignete. Damals gelang es einer großen Menge Trollocs und Myddraal durch das Wegetor in Tar Valon in die Stadt einzudringen. Die näheren Umstände konnten nie geklärt werden, es ist unbekannt warum das Tor zu diesem Zeitpunkt unbewacht war und es zu diesem Angriff kommen konnte (siehe: RPG: Der Schatten führt einen Schlag gegen Tar Valon).


In der Zwischenzeit herrscht in den Wegen keine Dunkelheit mehr, sondern nur noch ein schummriges Zwielicht. Der Verfall der Brücken und Plattformen hat aufgehört und teilweise beginnen sich die Löcher im Gestein zu schließen, ähnlich einer zuwachsenden Wunde.

Durch die nähere Beschäftigung mit den Wegen wurden natürlich auch diese positiven Veränderungen bekannt, auch wenn sich dieses Wissen niemals verbreitete, auch innerhalb der Burg nicht. Nur wenige wurden damit vertraut gemacht, da die Gefahr, die von einer Reise durch die Wege ausging, als unvermindert eingeschätzt wurde, da niemand wusste, ob Machin Shin noch sein Unwesen in den Wegen trieb. Erst in den letzten Jahren begann man sich genauer mit den Wegen zu befassen und sie zu erforschen (siehe: RPG: Von Wegen und Winden...).

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