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Jori Flinn – DSC-Wiki

Jori Flinn

Aus DSC-Wiki
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Inhaltsverzeichnis

Im RPG

Biographie

Charakter

Jori ist ein typischer Soldat, loyal zu seinen Freunden und unerbitterlich seinen Feinden gegenüber. Von seinem Ziehvater wurde er zu einem kompromisslosen Kämpfer erzogen, der sich ohne zu zögern dorthin begibt, wo sein Schwert gebraucht wird. Sinnvolle Anweisungen stellt Jori niemals in Frage und führt sie ohne zu zögern bis auf den Punkt genau aus. Jedoch entscheidet er gern selbst, was eine sinnvolle Anweisung ist und was nicht. Jori ist fremden und ihm höher gestellten Personen gegenüber eher wortkarg, unter Freunden ist er einem guten Gespräch gegenüber jedoch nie abgeneigt.

Aussehen

Jori hat dunkelbraune, etwas mehr als schulterlange Haare, die meist ein bisschen ungepflegt aussehen. Seine grau-grünen Augen blicken meist eher düster und grüblerisch drein, als würde er die ganze Zeit über irgendein unlösbares Problem nachdenken. Was jedoch nicht bedeuten soll, dass man nicht auch ab und an ein Lächeln auf seinem Gesicht sehen kann... Mit 1,80 Meter ist Jori mittelgroß. Er ist gut durchtrainiert mit breiten Schultern, jedoch kein Muskelpaket. Seine kräftigen Hände sind mit Schwielen überzogen, die vom dauernden Training mit seinem Schwert herrühren. Joris Haut ist von vielen Aufenthalten an der frischen Luft braungebrannt und wettergegerbt. Ein Geflecht aus Narben zieht sich Joris Rücken hinunter. Es sind bleibende Erinnerungen einiger Disziplinarstrafen, die er während seiner Zeit bei der Armee erhalten hat. Außerdem ist Jori selten glatt rasiert, meist zieren Bartstoppeln sein Kinn. Jori bevorzugte leichte Rüstungen, um sich seine Beweglichkeit zu erhalten. Meist ist er in eine abgenutzte Lederrüstung gekleidet. Eine dunkelbraune Wildlederhose und bequeme Stiefel mit stählernen Schienbeinschonern bedecken Beine und Füße. Seine Hände schützt Jori mit einfachen Lederhandschuhen, die an den Knöcheln verstärkt sind. An seiner linken Seite hängt immer ein einfaches Bastardschwert, an seiner rechten ein Kurzschwert und ein Schwertbrecher.

Stärken

  • Jori ist von Kindesbeinen an zum Krieger erzogen worden und deshalb ein überduchschnittlich guter Kämpfer mit dem Schwert, wie auch im waffenlosen Kampf.
  • Dank seines Sturkopfes erreicht er fast immer die Ziele, die er sich einmal gesetzt hat.
  • Jori hat ein schnelles Auffassungsvermögen und vermag sich so blitzschnell auf wechselnde Situationen einzustellen.

Schwächen

  • Wie alle Menschen aus den Zwei Flüssen ist Jori stur wir ein Maulesel. Kompromisse geht er nur ein, wenn es ihm befohlen wird oder ihm die Argumente in einer Diskussion ausgehen.
  • Außerdem haben seine gesellschaftlichen Fähigkeiten unter seinem langjährigen Soldatenleben stark gelitten. Gößere Festivitäten machen ihn deshalb nervös, wobei das auch an seiner Abneigung dem Tanzen gegenüber liegen mag.
  • Von Zeit zu Zeit ist Joris Mundwerk schneller als sein Kopf, was ihn schon manches Mal in Schwierigkeiten gebracht hat.
  • Zusätzlich neigt er dazu, Befehle so zu interpretieren, wie sie ihm am Besten passen.

Geschichte

Wie Jori zur Burg kam

"Sei eins mit deinem Schwert. Sei eins mit deinem Gegner. Sei eins mit der Umgebung. Sei eins mit dir selbst." Wie in jedem Duell mit seinem Ziehvater gingen Jori diese Worte durch den Kopf. Von Kindesbeinen an hatte man sie ihm eingeprägt und er hatte sie sich zu Herzen genommen. Leichter Regen benetzte sein Gesicht, lief ihm in den Kragen. Doch Jori achtete nicht darauf. Ruhig atmend fixierte er seinen Gegner. Trystan Hanlan, Offizier in der andorianischen Garde, sein Ziehvater und der einzige Mensch, der ihn regelmäßig in Duellen besiegte. Doch heute würde er Trystan schlagen, dessen war Jori sich sicher. Sein Bastardschwert ruhig mit beiden Händen vor sich haltend, machte er einen tastenden Schritt auf seinen Ziehvater zu. Jori spürte jede Unebenheit des durchnässten Bodens und passte sich ihr an, um nicht die Balance zu verlieren. Ein Bild erschien vor seinem inneren Auge, von einem längst vergangenen Tag. Damals hatte er auf regennassem Boden seinen Halt verloren. Ohne zu zögern hatte sein Ziehvater diese Schwäche ausgenutzt und wieder einmal eines ihrer Duelle für sich entschieden. Früher hätte Jori unwirsch den Kopf geschüttelt, um die ungewollte Erinnerung aus seinem Kopf zu vertreiben. Doch dieser kurze Moment der Unaufmerksamkeit hätte einem erfahrenen Schwertkämpfer wie Trystan schon genügt, um den Kampf mit einem schnellen Angriff zu gewinnen. Aufmerksamkeit seinem Gegner und der Umgebung gegenüber und Konzentration waren lebenswichtig für einen Krieger. Zumindest für einen, der ein langes und erfülltes Leben haben wollte. Das hatte Jori in vielen, teils schmerzhaften Lektionen von seinem Ziehvater gelernt.

Auch Trystan machte einen Schritt auf Jori zu, die Schwerter der Kontrahenten berührten sich nun fast. Ein angespanntes Lächeln lag auf Trystan's Lippen. Ahnte sein Ziehvater etwa schon, dass er das heutige Duell verlieren würde? Jori beobachtete ihn genau. Keine noch so kleine Bewegung entging seinen scharfen Augen. Da, war das Schwert seines Ziehvaters nicht eine Kleinigkeit zu weit links von der eigentlichen Idealposition? Das konnte ihm bei einem Angriff einen kleinen Vorteil verschaffen. Was ihm jedoch definitiv einen Vorteil verschaffen würde, war der kleine Regentropfen, der langsam an der Stirn seines Ziehvaters hinunter lief. Wenn Jori sich nicht täuschte, würde der Tropfen genau in Trystan's rechtem Auge landen. Wenn er den Tropfen nicht vorher abwischen würde. Das würde jedoch bedeuten, dass sein Ziehvater seine Aufmerksamkeit von Jori ab und dem Regentropfen zuwenden würde. Welches der beiden Szenarien auch immer eintreffen würde, es könnte Jori den Vorteil verschaffen, der ihm diesmal den Sieg einbrächte. Millimeter für Millimeter bahnte sich der Regentropfen seinen Weg an Trystan's Stirn hinab. Jori war gespannt wie ein Leopard kurz vor dem Sprung. Noch war nicht der richtige Moment für einen Angriff. Noch musste er sich gedulden.

Jori machte einen weiteren Schritt auf Trystan zu und legte seine Klinge sanft gegen das Schwert seines Ziehvaters. Noch lag kein Druck in der Bewegung, es war mehr wie die zärtliche Berührung zweier Liebenden. Es würde jedoch nur noch wenige Sekunden dauern und aus der Zärtlichkeit würde Gewalt werden. Der Regentropfen erreichte Trystan's Augenbraue und blieb dort, direkt über dem rechten Auge, hängen. Für den Bruchteil einer Sekunde wandte er seine Aufmerksamkeit von Jori ab, um mit einem kurzen Zukneifen des Auges den Regentropfen von der Braue zu schütteln. Darauf hatte Jori nur gewartet! Mit einem kurzen Schlag seines Schwertes fegte er die Klinge seines Ziehvaters bei Seite. Ohne zu zögern machte er einen Schritt nach schräg rechts vorne, zog dabei seine Klinge einfach in der Bewegung mit, wodurch sie auf dem Hals seines Ziehvaters zum liegen kam.

"Gut gemacht, Jori!" brummte Trystan anerkennend und ließ seine Klinge sinken "Du hast genau den richtigen Moment abgepasst. Ich hatte nicht den Hauch einer Chance." Auch Jori senkte nun sein Schwert und schob es unzeremoniell in die Scheide an seinem Gürtel zurück. "Es war einfach nur Glück, Vater." erwiderte er ruhig und nahm einen tiefen Atemzug. "Das war kein Glück, mein Sohn, du hast nur endlich verstanden, dass man Geduld haben muss, um seinen Gegner zu besiegen." sagte Trystan und klopfte seinem Ziehsohn auf die Schulter "Ein Duell zwischen gewöhnlichen Schwertkämpfern kann sich über Minuten hinziehen, während sie langsam die Fähigkeiten des Anderen austesten und dann irgendwann den tödlichen Schlag anbringen. Zwei Schwertmeister werden sich lange nur gegenüberstehen und erst den Kampf im Geiste austragen. Der Verlierer dieses Kampfes wird dann auch den richtigen Kampf verlieren." Jori nickte verstehend. Er hatte schon früh gelernt, dass viele Duelle nach einem einzigen Angriff zu Ende waren. "Ich habe lange darauf gewartet und obwohl ich gehofft hatte, dass es noch etwas länger dauert, ist es nun endlich soweit... Der Schüler hat seinen Meister besiegt. Ich kann dich nichts mehr lehren, Jori." meinte Trystan und ging langsam in Richtung seines Zeltes "Auf deine Weise bist du ein guter Soldat, aber du bist nicht für dieses Leben geschaffen, deine Talente sind hier verschwendet. Du musst fortgehen mein Sohn!"

Jori blieb stehen und blickte Trystan verblüfft an. "Das.. das..." stotterte er verwirrt "Wieso?" Auch sein Ziehvater blieb nun stehen. "Wie ich schon sagte, ich kann dich nichts mehr lehren. Und erzähl mir nicht, du wärest in der Armee glücklich. Du brauchst mehr Freiheiten, um deine Fähigkeiten voll zu entfalten. Andererseits sollte man dir ab und an auch mal deine Grenzen aufzeigen. Beides ist hier nicht möglich. Deshalb musst du an den einen Ort gehen, an dem dies möglich ist... Du gehst nach Tar Valon!" "Zur Burg?" wollte Jori wissen "Ist das dein Ernst?" Sein Ziehvater nickte. "Es ist schon alles vorbereitet. Deine Sachen sind gepackt, dein Pferd gesattelt und deine Entlassungspapiere unterschrieben. Du kannst und wirst sofort aufbrechen!" Jori runzelte die Stirn. Trystan schien alles genau geplant zu haben, dies war keine spontane Entscheidung, weil er heute das Duell verloren hatte. "Aber was soll ich dort?" fragte Jori und schüttelte unwirsch den Kopf "Mir gefällt mein Leben so wie es ist."

Hanlan verpasste ihm einen leichten Schlag auf den Hinterkopf und knurrte: "Erstens: Du tust gefälligst, was ich dir als dein Vater und Vorgesetzter sage! Zweitens: Lüg mich nicht an! Ich weiß genau, dass du keine Lust hast, stupide auf irgendeinem einsamen Grenzlandposten zu versauern. Du brauchst das Abenteuer, den Nervenkitzel. Und Drittens: Als du noch ein kleiner Junge warst hast du mir einmal gesagt, du möchtest ein Schwertmeister werden. Soweit ich weiß, hat sich an diesem Wunsch nichts geändert. Aber du kannst nur ein Meister werden, wenn du von einem Meister unterrichtet wirst. Du bist gut, Jori, aber du bist noch lange kein Meister. Dafür fehlt dir allein schon das taktische Verständnis für eine Kampfsituation. Du folgst einfach nur deinem Instinkt, aber irgendwann wirst du mit deiner Art zu kämpfen an deine Grenzen stoßen. Nämlich dann, wenn du auf einen Gegner triffst, der nicht nur seinen Instinkt, sondern auch sein taktisches Verständnis nutzt..."

Langsam ging Trystan weiter. Jori folgte ihm auf dem Fuße. "Es wird einfach Zeit, dass du auf eigenen Füßen stehst. Du brauchst mich nicht mehr. Du bist wirklich alt genug, um auf dich selbst aufzupassen." "Ich kann schon auf mich selbst aufpassen." brummte Jori, schob trotzig die Unterlippe vor und verhakte die Daumen hinter seinem Schwertgürtel. Hanlan lachte hart. "Eine Aes Sedai wird irgendwann einmal viel Freude mit dir haben Sohn!" Jori trat gegen einen Kieselstein. "Da ich dich eh nicht von deinem Entschluss abbringen kann, werde ich deine Entscheidung akzeptieren und nach Tar Valon gehen." seufzte er ergeben "Dann werde ich eben ein Behüter..."

Erneut bekam Jori von seinem Ziehvater einen Schlag auf den Hinterkopf. Jori zog den Kopf zwischen die Schultern. "AUTSCH! Wofür war das nun schon wieder!?" "Für zukünftige Verfehlungen!" erwiderte Trystan und grinste schief "Ab jetzt werde ich dir ja nicht mehr über die Schulter schauen können..." Sie hatten Trystans Zelt nun erreicht und Hanlan verschwand kurz im Inneren. "Hier sind deine Papiere." sagte er, als er wieder erschien und drückte Jori einige versiegelte Dokumente in die Hand "Es ist auch ein Empfehlungsschreiben für den Kommandeur der Behüter dabei, aber versprich dir nichts davon. Ich kenne niemanden auf der Burg, also wird dir der Brief keine Vorteile bringen und keine Türen einfacher öffnen. Du bist nun auf dich allein gestellt..." Jori kaute auf seiner Unterlippe herum. Einerseits liebte er die Herausforderung, andererseits war er in letzter Zeit etwas bequem geworden. Doch mit der Bequemlichkeit war es nun wohl vorbei. Jori wusste nichts über die Ausbildung zum Behüter, aber es würde bestimmt nicht einfach werden.

Mit einem leisen Knurren straffte er sich. Er würde ein Behüter werden und seinen Ziehvater stolz machen. Das war er ihm schuldig. "Ich kann an dem trotzigen Ausdruck in deinen Augen erkennen, dass du die Herausforderung annehmen wirst. Schön!" meinte Trystan und klopfte ihm kameradschaftlich auf die Schulter "Du weißt, dass ich nichts von langen Abschieden halte. Außerdem hast du noch einen weiten Weg vor dir. Deshalb machen wir es kurz und schmerzlos. Ich wünsche dir viel Glück Jori. Denk immer an die Dinge, die ich dich gelehrt habe und vielleicht findest du ja neben deiner Ausbildung etwas Zeit, mich per Brief über deine Fortschritte zu unterrichten."

Jori schluckte schwer. Er hatte mit einem schnellen Abschied gerechnet, aber nicht mit einem so schnellen. "Leb... leb wohl Vater." stammelte er "Ich... ich danke dir für alles, was du für mich getan hast." Trystan schwieg und blickte Jori traurig an. Lange blieb er jedoch nicht still, denn Hanlan sagte nach kurzer Zeit: "Von anderen Vätern hättest du nun vielleicht ein schönes Schwert als Geschenk bekommen, mit dem du in Tar Valon angeben könntest. Ich denke jedoch, dein Schwert und du, ihr habt schon zu viel durchgemacht. Es ist ein gutes Schwert und deshalb solltest du dich nicht einfach von ihm trennen müssen. Aber ein gutes Pferd sollst du von mir bekommen. Behüter brauchen gute Pferde..." Jori nickte und erwiderte schleppend: "Es ist mehr, als ich zu hoffen gewagt hätte, Vater." Trystan lächelte schwach und brummte: "Geh jetzt, ich habe dich schon lange genug mit meinem Geplapper aufgehalten." Ohne ein weiteres Wort drehte Hanlan sich um, verschwand in seinem Zelt und ließ Jori allein zurück.

Mit einem letzten Blick auf das Zelt seines Ziehvaters drehte Jori sich um und machte sich auf den Weg zu seiner eigenen Unterkunft, die er sich mit drei anderen Gruppenführern teilte. Es kam ihm vor, als wäre es erst vor wenigen Tagen gewesen, dass Trystan ihn zum Regimentstrommler ernannt hatte. Jori war damals 4 Jahre alt gewesen. Es war die erste Erinnerung, die ihm aktiv ins Gedächtnis kam. Es hatte etwas gedauert, bis der kleine Jori in der Lage gewesen war, im Marschtakt der Truppen die Trommel zu schlagen, aber er hatte es, zur Freude seines Ziehvaters und seiner eigenen, doch gelernt. Freudige Erinnerungen an tagelange Märsche durch die Grenzlande, immer begleitet vom Klang seiner eigenen Trommel und dem fröhlichen Gesang der Soldaten, kamen ihm in den Sinn.

Doch dann kam der Augenblick, an dem er sich entscheiden musste. Wollte er weiter nur die Trommel schlagen oder wollte er das Handwerk seines Ziehvaters erlernen, den er damals noch für seinen leiblichen Vater gehalten hatte. Jori entschied sich für den Weg seines Ziehvaters, den Weg des Schwertes. Er war damals 7 Jahre alt gewesen, voll von Träumen nach Ruhm, Ehre und einem Reiherschwert. Doch schnell hatte er lernen müssen, dass es nun vorbei war, mit der unbeschwerten Zeit. Trystan war zwar ein hervorragender Lehrer, aber auch ein Strenger. Ein ums andere Mal hatte Hanlan ihn nach dem Training mit dem Rohstock geschlagen, wenn Jori eine Übung nicht zu seiner Zufriedenheit ausgeführt hatte.

Jori ballte die Faust bei dem Gedanken daran. Nicht alle Narben auf seinem Rücken stammten von Disziplinarstrafen aus seiner bisherigen Zeit bei der Armee. Einige waren auch von damals. Jori hatte nie wirklich verstanden, warum Trystan so gehandelt hatte. Vermutlich war Hanlan der Ansicht gewesen, Schläge würden Jori hart machen. Trystan hatte Recht gehabt, jedoch musste Jori das noch lange nicht gefallen.

In den darauf folgenden Jahren verlor Jori auch den letzten Rest seiner kindlichen Unschuld. Viel zu schnell wurde er erwachsen. Zwar nicht unbedingt körperlich, aber geistig. Anstatt wie andere Kinder in seinem Alter mit einem Ball zu spielen, übte Jori sich im Kampf. Wenn andere Kinder weinend bei ihrer Mutter saßen, weil sie sich beim Spielen verletzt hatten, saß Jori beim Feldarzt und ließ sich versorgen. Während andere Kinder im Versteckspiel nur ein Spiel sahen, so war es für Jori eine Vorbereitung auf sein zukünftiges Leben als Soldat.

Mit 14 Jahren trat er in den aktiven Dienst ein, als einfacher Soldat. Trystan war der Meinung, er müsse sich seinen Rang verdienen und ihn nicht durch Beziehungen erhalten. Jori war ebenfalls dieser Meinung gewesen und hatte fast übermenschliche Anstrengungen unternommen, um den hohen Erwartungen seines Ziehvaters gerecht zu werden.

Jori schlenderte weiter durch das Lager, hier und dort ein bekanntes Gesicht grüßend. Bald würde er erneut unter Fremden sein. Wie an seinem Fünfzehnten Geburtstag, als Trystan mit einem Satz Joris Leben auf den Kopf gestellt hatte. Der Tag hatte ganz normal begonnen. Jori war noch vor Sonnenaufgang aufgestanden und hatte den ihm zugeteilten Wachdienst übernommen, als Hanlan plötzlich neben ihm auftauchte. Da sie allein gewesen waren, hatte Jori nicht salutiert, sondern Trystan nur mit einem kurzen "Hallo Vater" begrüßt. Dessen ebenso knappe Antwort war: "Ich bin nicht dein Vater!" Dann war Trystan ohne ein weiteres Wort gegangen. Mit offenem Mund stand Jori auf seinem Posten, hin und her gerissen von der Notwendigkeit, seine Pflicht als Wache zu erfüllen und dem Drang, Hanlan zu Rede zu stellen. Das Pflichtgefühl siegte, wenn auch nur knapp. Als seine Wache zu Ende gewesen war, war Jori jedoch sofort in Trystans Zelt gestürmt und hatte ihn zur Rede gestellt. "Du bist nun alt genug, um die Wahrheit zu erfahren. Wie ich schon sagte, ich bin nicht dein Vater. Dein leiblicher Vater übertrug mir die Aufgabe, dich zu erziehen. Warum... Das musst du schon selbst herausfinden. Ebenso, wer dein leiblicher Vater ist." erklärte Hanlan ihm kalt und teilte ihn erneut zur Wache ein.

Jori knurrte wütend, als er sich daran zurück erinnerte. Seine ganze Welt war auf einmal über ihm zusammengebrochen. Er hätte in diesem Moment jemanden gebraucht, mit dem er hätte reden können. Doch da war niemand gewesen. Keine Mutter, kein Vater, keine guten Freunde. Jori hatte die Situation allein meistern müssen und genau das hatte er getan. Er hatte sich noch mehr in sein Leben als Soldat verbissen und mit 16 war es endlich soweit, er wurde auf einen Schlag vom gemeinen Soldaten zum Sergeant befördert. Er würde nie den Stolz in Trystans Blick vergessen, als er Jori die Rangabzeichen ansteckte. Es war einer der schönsten Momente in Joris Leben...

"Sör... Sör!" erklang da eine jugendliche Stimme. Jori schob den Gedanken bei Seite und drehte sich um. Ein etwa 8 Jahre alter Junge mit Strubbelkopf kam auf ihn zugerannt. "Euer Pferd und eure Sachen sind schon an der Koppel, Sör!" rief der Kleine. Jori gab ihm mit einem Wink zu verstehen, er möge voraus gehen. "Gerne Sör. Darf ich etwas sagen? Ihr habt da ein wirklich schönes Tier, Sör!" sprudelte es aus dem Jungen hervor, "Eines Lords würdig, wenn ich das so sagen darf. Oh ja, Sör, es ist wirklich ein prächtiges Tier!" Jori schmunzelte. So enthusiastisch war er auch einmal gewesen. Doch das war Jahre her. Das war bevor er Gruppenführer geworden war...

Er erinnerte sich an diesen Tag, als wäre es gestern gewesen. Jori war, zusammen mit einem kleinen Spähtrupp, dem er zugeteilt gewesen war, durch ein dichtes Waldstück geritten. Wie aus dem Nichts war eine schwer verwundete junge Frau vor ihnen aufgetaucht. "Bitte helft mir, der Schlachter und seine Freunde sind hinter mir her" meinte die Frau und hatte sich an Joris Bein geklammert. Anstatt zu fragen, warum die Frau verfolgt wurde, hatte der Gruppenführer nur verdutzt wissen wollen: "Ihr werdet von dem Schlachter verfolgt? Warum nennt man ihn den Schlachter?" "Weil er ein Schlachter ist..." kreischte die Frau. "Wir werden euch beschützen!" versprach Jori, als die Frau sich mit vor Schreck weit aufgerissenen Augen an die Brust griff. Eine blutige Pfeilspitze ragte aus ihrem Brustkorb hervor. Sie sah Jori traurig an, Blut sprudelte aus ihrem Mund hervor, dann brachen ihre Augen und sie sank langsam zu Boden. Aus einem Reflex heraus, ließ Jori sich vom Pferd fallen, was sich als die richtige Entscheidung erwies. Denn keine Sekunde später traf ein weiterer Pfeil den Gruppenführer und warf ihn aus dem Sattel. Dann war es wieder ruhig. Obwohl sie sofort die nähere Umgebung abgesucht hatten, hatten sie den Mörder nie gefunden. Jori führte den Spähtrupp daraufhin sofort zurück in den Stützpunkt, um Bericht zu erstatten. Wegen seiner besonderen Leistung im Feld, die Jori für alles andere als besonders hielt, wurde er zum Gruppenführer befördert. Das war an seinem Neunzehnten Geburtstag gewesen. Und noch immer verfolgten ihn die vor Schreck geweiteten Augen der Frau im Schlaf...

Der Stallbursche plapperte weiter fröhlich darüber, was für ein prächtiges Tier Joris Pferd doch sei, doch Jori hörte ihm nicht zu. Seit seiner Beförderung zum Gruppenführer hatte er Angst, für Andere verantwortlich zu sein. Er scheute sich davor, seine Männer in gefährliche Einsätze zu schicken, weil er ihren Tod nicht auf dem Gewissen haben wollte. Statt dessen erledigte er die Einsätze lieber selbst. Außerdem hatte Jori sich geschworen, nie wieder einer Frau ein Versprechen zu geben, was er nicht halten konnte. Deshalb war er, Dank Trystan, nun in einer Zwickmühle. Denn einerseits wollte er ein Behüter werden. Aber andererseits bedeutete das auch, für eine Aes Sedai verantwortlich zu sein. Dieser innere Zweikampf würde ihm wohl noch Probleme bereiten...

Jori wusste nicht, wie oft der Stallbursche ihm nun schon gesagt hatte, was für ein prächtiges Pferd er nun besitze. Das Trystan ihm keinen lahmen Ackergaul geschenkt haben würde, dass war Jori klar gewesen. Aber so wie der Knirps am schwärmen war, schien es sich um ein richtiges Rassepferd zu handeln, ein trainiertes Schlachtross gar. Doch das konnte und wollte Jori nicht glauben. Nicht, das Trystans Sold nicht dafür ausgereicht hätte, aber ein gut abgerichtetes Pferd war mehr wert, als ein neues Schwert. Jori bildete sich ein, mit jedem Schwert kämpfen zu können, auch wenn er natürlich am liebsten mit seinem eigenen kämpfte. Was er jedoch definitiv nicht konnte, war auf jedem Pferd in eine Schlacht reiten. Und so war er dann doch überrascht, als er an der Koppel ankam und wirklich eine dunkelbraune, feurig schnaubende Stute vorfand.

"Dies ist sie Sör!" meinte der Junge begeistert "Ich habe wirklich noch nie ein so schönes Tier gesehen..." Jori musste dem Burschen Recht geben, es wirklich ein sehr schönes Tier. Zwar kein Schlachtross, aber er erkannte auf den ersten Blick, dass das Tier im Gewühl eines Kampfes nicht scheuen würde. "Hat sie einen Namen?" wollte Jori von dem Stallburschen wissen. "Nein Sör." erwiderte dieser "Master Hanlan meinte, ihr solltet dem Tier seinen Namen geben." Jori nickte zufrieden und näherte sich vorsichtig der Stute, die ihn neugierig anstarrte.

"Hast du eine Mohrrübe für mich Kleiner?" fragte er den Stallburschen und streckte seine Hand aus. Der Knirps nickte und zog drei Rüben unter seinem Wams hervor. Zusätzlich ließ er noch einige Stück Zucker mit den Worten "Den mag sie besonders" in Joris Hand gleiten. Jori nickte und hielt der Stute eine der Mohrrüben vor die Nase. Misstrauisch schnupperte das Tier daran, bevor sie das Gemüse mit einem schnellen Haps verspeiste. "Wir werden gut miteinander auskommen, nicht wahr?!" meinte Jori und gab dem Tier die restlichen Rüben und den Zucker. Wie zur Bestätigung, schnaubte die Stute zufrieden und stubste ihn an.

"Ich habe sie schon gesattelt, Sör und eure Sachen sind ebenfalls schon in den Satteltaschen verstaut. Master Hanlan meinte, ihr würdet nicht viel benötigen. Proviant ist ebenfalls genug vorhanden. Es ist also für alles gesorgt, ihr könnt euch sofort auf den Weg machen." meinte der Stallbursche grinsend. Jori nickte, zog eine Münze aus seinem Geldbeutel hervor und warf sie dem Jungen zu. Dann schwang er sich in den Sattel. "Nach Tar Valon..." brummte er und schnalzte mit der Zunge. Gehorsam setzte das Pferd sich in Bewegung, einem neuen Leben entgegen...

RPGs

Moderiertes RPG

Freies RPG

Jori Flinn
Avatar Jori.jpg
Rang Rekrut
Alter 23
Herkunft Andor
Status NPC
RPG 500er
Talente
Schwertmeister
Kampfsport
Kampf mit zwei Waffen
Kampf
Bevorzugte Waffe Schwert.

Wenn kein Schwert greifbar ist, wird Joris Körper zur Waffe

Strategie 45 aus 100
Technik 85 aus 100
Kraft 70 aus 100
Gesamt: 200 aus 300
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