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BeitragVerfasst: 12.02.2012, 22:43 
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Hüter der Chroniken

Registriert: 06.08.06
Beiträge: 23
Wohnort: Weiße Burg; aus Ghealdan
Ein Wind erhob sich in den Schwarzen Hügeln, am Rande der Großen Fäule. Der Wind war nicht der Anfang. Es gibt weder Anfang noch Ende solange sich das Rad der Zeit dreht, doch er war ein Anfang.
Der Wind blies nach Südosten und nahm den Gestank des siechenden Landes mit sich. Er trug ihn über eine kleine Siedlung, die erst vor wenigen Jahrzehnten errichtet worden war. Die Bewohner dieser Siedlung waren Flüchtlinge aus Malkier, Shienar und Arafel gewesen, doch woher ihre Familien auch ursprünglich gekommen waren und welchen Adeligen sie zur Treue verpflichtet gewesen waren – nun waren sie nur noch Grenzländer, die so nahe dem Rand der Fäule ausharrten. Viele ihrer Landsleute waren weiter gen Süden gezogen, froh die ewige Wache hinter sich lassen zu können. Doch diese Menschen klammerten sich an ihren uralten Schwur, denn er war alles, was von ihrem einstigen Stolz geblieben war.
Der Wind blies weiter, lies die Schwarzen Hügel hinter sich und erreichte die Tiefebene, die vom Erinin durchzogen wurde. Dort traf er auf einen einsamen Reiter, der seinem Pferd die Sporen gab und so schnell er konnte nach Süden galoppierte. Der Reiter war aus dem hohen Norden gekommen, aus der Großen Fäule selbst. Und nun hielt er geradewegs auf eine der fünf großen Grenzfestungen Tar Valons, Tar Erinin, zu. Was trieb ihn zu solcher Eile an?
Der Wind lies jedoch auch den Reiter zurück, drehte leicht und folgte dem Fluss nach Süden, wo er die wohl beeindruckendste Stadt der Welt erreichte: Tar Valon, die Heimat der Aes Sedai. Die Bewohner der Stadt hatten sich schon lange in ihre Häuser zurück gezogen zu dieser späten Stunde und viele von ihnen schliefen bereits. Nicht jedoch ein Mann, der hoch oben auf einem Balkon der Weißen Burg nach Norden blickte. Obwohl der Wind die kühle Nacht kalt werden ließ, bemerkte der Mann die Kälte nicht, war er doch zu sehr in seinen Gedanken versunken.

Berior Alaeyn, Hüter der Chroniken, erhoben aus der Braunen Ajah, stand auf dem kleinen Balkon seines Arbeitszimmers und dachte nach. Wie so oft in den letzten 42 Jahren, seitdem er die Stola des Hüters und den Stab erhalten hatte, drehten sich seine Gedanken um den Dunklen König, und die Gefahr die er und seine Schergen für die Menschheit, ja für die gesamte Schöpfung, darstellten.
Jahr um Jahr kämpften die Menschen gegen die Verderbtheit des Herrn der Nacht, jeder kleine Sieg und umso mehr jede Niederlage mussten sich die Menschen durch einen Blutzoll erkaufen, während das Schattengezücht über scheinbar endlose Reserven verfügte.
In den letzten Monaten war es außerordentlich ruhig gewesen, fast keine Überfälle auf die Siedlungen nahe der Fäule waren gemeldet worden und seit fast einem Jahr hatten keine größeren Angriffe auf die Grenzfestungen mehr stattgefunden.
Während andere dem Schöpfer dankten, dass er ihnen eine Verschnaufpause gewährte, wusste Berior, dass dies nur die Ruhe vor dem kommenden Sturm sein konnte. Die Fäule holte tief Luft, um dann in einem Zug die Westlande mit ihrem Unrat zu überziehen.

Der Hüter schüttelte den Kopf, ging zurück in sein Arbeitszimmer und schloss die Balkontüre. Die Situation war trostlos genug, um nicht auch noch trübe Gedanken zulassen zu können. Wie lange war er draußen gestanden? Eine halbe Stunde?
Mit einem tiefen Seufzer nahm er wieder auf seinem Stuhl Platz und widmete sich den Berichten der Stadtverwaltung. Gerade als er sich einem Bericht über den Zustand der Abwasserkanäle widmen wollte, pochte es an der Tür zu seinem Arbeitszimmer. Wer mochte zu dieser Stunde der Amyrlin oder ihm seine Aufwartung machen? Solch späte Nachrichten waren selten gut.

„Herein“ polterte er mit tiefer Stimme, woraufhin die Tür aufschwang und Padrim Geranadi, gefolgt von einem Berior unbekannten jungen Mann, eintrat.
Padrim Sedai, von der Grünen Ajah, war momentan in Tar Erinin stationiert und hatte das Kommando über die Festung. Wenn er selbst zur Burg zurück gekommen war, bedeutete das zumindest, dass niemand die Festung angriff, sonst hätte er niemals seinen Posten verlassen.
Padrim war einer der wenigen Aes Sedai, denen Berior absolut vertrauen konnte. Dieser Tage konnte man sich bei kaum jemandem völlig sicher sein, dass er nicht insgeheim dem Schatten diente. Doch Berior war mit Padrim in einem Stedding der Ogier gewesen, einem Ort an dem alle Gewebe, auch invertierte, einfach zu existieren aufhörten. Direkt danach hatten sie beide auf der Eidesrute geschworen, so dass eine Manipulation absolut auszuschließen war. Und sie beide hatten sich gegenseitig versichert, dass sie dem Licht allein dienten.

„Padrim, was bringt dich zu dieser Stunde in die Burg?“ rief Berior mit leicht angespannter Stimme.

„Wichtige Neuigkeiten, Berior. Ist die Amyrlin noch zu sprechen? Ihr solltet beide hören, was Torveel zu berichten hat.“ entgegnete Padrim und bedeutete dem jungen Mann hinter ihm nach vor zu treten.

Berior musterte den etwas ramponiert aussehenden Jungen von etwa 20 Jahren und nickte dann. Er klopfte an der zweiten Tür in diesem Raum, die ins Arbeitszimmer der Amyrlin führte, trat ein und schilderte Myrielle al'Bashira, Hüterin der Siegel, Flamme von Tar Valon, Amyrlin-Sitz und damit Anführerin der Aes Sedai, von Padrims Auftauchen und seiner Bitte um eine Audienz. Sie nickte nur und Berior holte die beiden Männer aus dem Vorzimmer, ergriff Saidin und wob einen Schutz gegen Lauscher.

Nachdem Padrim den Großen Schlangenring der Mutter geküsst hatte und der sichtlich verlegene Torveel sich wieder von seinen Knien erhoben hatte, stellte Padrim den jungen Mann als Leutnant Torveel Paebran, einen der talentiertesten Späher von Tar Erinin vor und forderte ihn auf von seiner Aufklärungsmission in die Große Fäule zu berichten.

Zu Beginn sprach der Junge noch mit zögerlicher Stimme, doch im Laufe seines Vortrags gewann diese an Kraft.

„Ich habe die letzten beiden Wochen nördlich von Tar Erinin in der Fäule verbracht, um Truppenbewegungen des Schattens zu verfolgen und für unsere Strategen in Tar Erinin in Erfahrung zu bringen. Meine Reise führte mich dabei bis zu den Ruinen von Canluum, wohin ich eine Bande von ca. 500 Trollocs verfolgte. Sie trafen dort mit anderen Gruppen von Trollocs zusammen. Offensichtlich stellt der Schatten dort eine größere Armee zusammen.
Durch Zufall konnte ich beobachten, wie auch eine Gruppe Menschen dort eintraf. Von meinem Beobachtungsposten konnte ich sehen, wie sie etwa zwanzig Meilen von den Ruinen entfernt aus einem Wegtor geritten kamen und dann auf Canluum zuhielten.
Ich weiß nicht, warum sie nicht direkt in die Stadt reisten, aber ich vermute der Schatten hat Wegtore in die Stadt direkt unterbunden.“

Bei diesen Worten blickte Torveel zu Padrim, der nickte. Ein Versammlungsort von Schattengezücht wurde gerne auf diese Weise geschützt, da Trollocs ohnehin nicht durch Wegtore transportiert werden konnten. Nicht dass eine solche Horde Trollocs viel zu befürchten hätte.

„Die Gruppe wurde von Bashin Nansenos angeführt. Ich konnte mich unbemerkt bis rund 300 Spannen an sie heranschleichen und Nansenos Gesicht, dessen linke Hälfte seit dem Vorfall in Illian deutliche Brandnarben zeigt ist unverkennbar.“
Der Junge blickte finster drein bei dem Gedanken an Nansenos.

Berior warf einen fragenden Blick zu Padrim und der nickte. „Wir lassen unsere Späher die Gesichter der bedeutendsten Schattenfreunde von Zeichnungen lernen. Es kann sehr nützlich sein einen Namen zu einem Gesicht zu haben, auf das man zufällig trifft. Und Nansenos ist seit letztem Herbst ganz an der Spitze der einzuprägenden Gesichter.“

Berior nickte. Lord Bashin aus dem Haus Nansenos, ehemals Hochsitz des Hauses, Mitglied des Konzils der Neun, war am 10. Tag des Monats Shaldine im Jahre 524 nach Tarmon Gai'don als Schattenfreund identifiziert worden. Beim Versuch seiner Verhaftung hatte er zwei weitere Mitglieder des Konzils getötet und war schwer verletzt worden. Doch der Hund war entkommen! Die Krone von Illian hatte hunderttausend Goldkronen auf seinen Kopf ausgesetzt, doch niemand hatte ihn erwischt. Er war einfach untergetaucht... bisher.

„Wer hat diesen Bericht bisher gehört?“ warf Myrielle mit scharfer Stimme ein.

„Niemand, Mutter. Torveel kam auf direktem Weg zu mir und ich bin umgehend mit ihm in die Burg gereist, wo die erste Seele auf die wir trafen der Hüter selbst war.“ versicherte Padrim schnell. Der Junge nickte dazu heftig.

Wenn dieser Bericht der Wahrheit entsprach, bot sich ihnen eine einmalige Gelegenheit dem Schatten einen schweren Schlag zu versetzen. Nansenos stand sehr hoch in der Hierarchie des Feindes, wahrscheinlich direkt unter den Verlorenen selbst!
Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch blickte Berior zu Myrielle, die ihm deutlich zunickte. Berior hasste es zu diesem Mittel greifen zu müssen, doch drastische Zeiten erforderten drastische Methoden. Es gab nur eine Möglichkeit schnell herauszufinden, ob der Junge die Wahrheit sprach.

Berior zog nun tiefer an Saidin und füllte sich mit dem männlichen Aspekt der Einen Macht. Geschickt verwob er Geist zu einem Gewebe, dessen Einsatz nicht nur verpönt, sondern bei Strafe verboten war. Schon die Kenntnis des Gewebes verstieß gegen gut ein Dutzend Gesetze der Weißen Burg, viele die teils harsche Strafen für eine Übertretung vorsahen.
Dass er es vor Padrim anfertigte wäre undenkbar gewesen, wäre der Aes Sedai nicht einer von jenen wenigen, die die Amyrlin und der Hüter in den Kreis des Vertrauens zählten.

Vorsichtig berührte Berior den Geist des jungen Mannes mit dem Gewebe, so dass dieser keine Schäden davon tragen würde. Dennoch war er nun dem Willen des Hüters völlig ausgeliefert und es wäre ihm unmöglich zu lügen.

„Habt Ihr jemals wissentlich dem Schatten gedient oder standet ihr jemals in Verbindung mit Personen, die dem Schatten gedient haben? Antwortet wahrheitsgemäß oder gesteht, dass euch ein Eid davon abhaltet.“

„Ich habe niemals dem Schatten gedient und werde es auch niemals tun. Kein Eid bindet mich, außer der dem Licht zu dienen.“ antwortete Torveel mit ausdrucksloser Stimme.

Ein kollektives Ausatmen der drei Aes Sedai erfüllte den Raum. Es handelte sich also um keinen Schachzug des Schattens. Dem jungen Mann schien tatsächlich eine ungewöhnliche Beobachtung geglückt zu sein.

„Entspricht euer Bericht der Wahrheit? Habt ihr keine Fakten ausgelassen, beschönigt oder sonst irgendwie in falschem Licht erscheinen lassen?“

„Mein Bericht entspricht der vollen Wahrheit. Ich habe nichts ausgelassen, Aes Sedai.“

„Gut. Ihr werdet absolutes Stillschweigen über die Vorkommnisse in der Fäule bewahren. Sprecht mit niemandem darüber außer einem der hier Anwesenden und achtet darauf auch keinerlei Hinweise auf eure Erkenntnisse zu hinterlassen. Ihr werdet vergessen, dass ihr auf diese Art und Weise befragt wurdet.“

Der Mann nickte und Berior ließ das Gewebe los.

Die Amyrlin ergriff das Wort: „Leutnant Paebran, eure Informationen sind von großer Bedeutung für die Burg. Ich befehle euch mit Niemandem außer uns drein darüber zu sprechen. Diese gesamte Unterhaltung ist der Flamme versiegelt und wird diese Räume nicht verlassen.“

Der junge Mann beteuerte, dass er beim Licht und seiner Hoffnung auf Wiedergeburt und Erlösung niemals etwas von seiner Mission verraten würde. Und das würde er auch wirklich nicht, selbst wenn man ihn bis zum Tode foltern würde, um an die Informationen zu gelangen, dafür hatte das Gewebe gesorgt. Auch Padrim und Berior schworen beim Licht die Unterhaltung geheim zu halten.

„Kehrt nun zurück nach Tar Erinin, Padrim. Seht zu, dass Leutnant Paebran versorgt wird. Wir werden morgen Mittag eine Sitzung des Saals einberufen, zu der ihr kommen werdet um den Sitzenden die Situation zu schildern. Ich erwarte euch zwei Stunden zuvor in meinem Arbeitszimmer, um letzte Details zu klären.“

„Wie ihr wünscht, Mutter“ antwortete Padrim, küsste noch einmal ihren Großen Schlangenring und verließ mit Torvaal den Raum.

Als die beiden gegangen waren lächelte die Amyrlin und ihr Blick enthielt Aufregung und Zuversicht. „Lass bitte eine Kanne Tremalking Black bringen, Berior. Wir haben eine lange Nacht vor uns. Wir planen Sichtblender ins Gesicht zu spucken, wie mein Gaidin sagen würde.“



Zusammenfassung:
Padrim erhält Informationen über einen Schattenfreund und eine sich sammelnde Trolloc-Armee. Gemeinsam mit dem Boten geht er zur Amyrlin und zum Hüter und berichtet davon. Die beiden beginnen einen Plan zu schmieden.

Biographie von Berior Alaeyn | Beriors Charaktere
Hüter der Chroniken -- Braune Ajah -- HSC/PPC -- 525er Mod
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BeitragVerfasst: 13.02.2012, 17:51 
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Aes Sedai

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Padrim Geranadi, Aes Sedai der Grünen Ajah, hatte in den 76 Jahren, in denen er als Aes Sedai der Burg und dem Licht diente und in den 13 Jahren, in denen er einer der rotierenden Kommandeure von Tar Erinin war, noch nie einen Plan erlebt, der so gut funktioniert hatte. Es schien tatsächlich wie ein Wunder, das bisher noch nichts schief gelaufen war.

Vor drei Tagen war Leutnant Torveel Paebran, ein talentierter junger Späher im Dienst der Grenzfeste mit brisanten Nachrichten zu ihm gekommen, die sie noch in der selben Nacht der Amyrlin und dem Hüter überbrachten.
Am nächsten Morgen war er erneut in die Burg gereist und war in einem geheimen Treffen mit der Amyrlin in den Plan eingeweiht worden, den die beiden Aes Sedai in Zusammenarbeit mit dem Behüter der Amyrlin ausgeheckt hatten. Kurz darauf hatte er vor dem Saal der Burg die groben Ereignisse erläutert, ohne genau das Einsatzgebiet des Spähers preiszugeben.

Der Saal war von der Amyrlin geschickt zu der Entscheidung manövriert worden, einen groß angelegten Einsatz von Truppen und Machtlenkern gegen den Aufenthaltsort eines hohen Schattenfreunds zu senden, ihn wenn möglich gefangen zu nehmen oder ansonsten zu liquidieren, sowie eine große Zahl an Trollocs zu töten.

Es hatte Stimmen gegeben, die entrüstet gefordert hatten über alle Details informiert zu werden, doch die Amyrlin hatte sie überzeugt, dass dies aus taktischer Sicht fatal sein könnte. Sie hatte die Schwarze Ajah natürlich mit keinem Wort erwähnt, doch der Begriff hing greifbar in der Luft. Es hatte Stimmen gegeben, die nachdrücklich vor solch einer Aktion warnten, die wenn sie fehlschlug schreckliche Konsequenzen für die Wehrfähigkeit der Burg und damit der gesamten Menschheit haben würde. Diesen Stimmen wurde mit zahlreichen geplanten Sicherheitsmaßnahmen entgegnet. So sollten aus dem Hinterland Truppen vorgezogen werden, um die Grenzfesten zu bemannen, die durch den Schlag auf die Minimalstärke reduziert wären. Verbündete aus aller Welt sollten gerufen werden, um Tar Valon beizustehen, während ein guter Teil seiner Macht gebunden war. Am überzeugendsten allerdings war der ausgesprochen straffe Zeitplan, der den Schatten dazu zwingen sollte nur zu reagieren, nicht aber selbst zu agieren. Letztendlich stimmten, wenn auch manche eher zaghaft, alle Sitzenden für den Plan. Im Krieg gegen den Schatten hätte die Amyrlin auch von ihren Kriegsprivilegien Gebrauch machen können und den Saal zwingen können, doch dieses Mal war es nicht notwendig gewesen.

Sofort nach der Sitzung war Alarm ausgelöst worden, als stünde ein Angriff des Schattens unmittelbar bevor. Die Alarmierung war geordnet abgelaufen, in nur drei Stunden hatte man Truppen aufgestellt, eine Kommandohierarchie befohlen, Zirkel der Machtlenker eingeteilt, Angreale ausgegeben und alle Truppenteile vor Tar Shienar aufmarschieren lassen.

Hunderte Nachrichtentauben hatten Tar Valon verlassen, doch nur wenige könnten mehr Informationen enthalten, als dass etwas im Gange war. Nur eine Hand voll Menschen wusste mehr, als dass es zu einer großen Konfrontation mit dem Schatten kommen würde.

Groß war daher das Erstaunen gewesen, als das von einem vollen Zirkel gewobene Wegtor nicht direkt in die Fäule führte, sondern in einen Wald. Als das Tor geschlossen war, wurden die Truppen über die nächsten Schritte informiert.

Man hatte sie alle tief in die Haddon Sümpfe gebracht, nahe des inzwischen verlassenen Stedding Jenshin. Die Reise würde von hier aus durch die Kurzen Wege geführt werden, da das Ziel durch Abschirmungen vor Wegtoren geschützt sei. Das eigentliche Ziel des Angriffs, die Ruinen der Stadt Canluum, in der Fäule im ehemaligen Kandor, befände sich jedoch nur wenige Meilen vom ehemaligen Stedding Chiantal entfernt, das seinerseits innerhalb der Kurzen Wege über wenige Brücken mit Stedding Jenshin verbunden sei.

Zwei Braune mit ihren Behütern waren vorausgeschickt worden, um die Beschreibungen an den Markierungssteinen zu entziffern und den Weg auszukundschaften. Außerdem hatte man ihnen ein Banner Pioniere mitgeschickt, um eventuell zerstörte Brücken und Plattformen entlang des Weges auszubessern. Zur großen Überraschung aller, ähnelten die Wege nicht mehr den Beschreibungen des Ogiers Loial in Der Wiedergeborene Drache. Es herrschte zwar ein schummriges Zwielicht, doch von der drückenden Dunkelheit, die alle erwartet hatten, war nichts zu sehen.

Die Weißen unter der Angriffsstreitmacht meinten natürlich, dass es völlig logisch sei, dass die Verderbnis der Kurzen Wege, die durch den Makel auf Saidin ausgelöst worden war, nun, nachdem die Macht gereinigt war, natürlich langsam wieder verschwinden müsse. Doch auch unter ihnen entdeckte Padrim vor Überraschung geweitete Augen, als sie zuerst durch das Wegetor gekommen waren.

Und so kam es schließlich, dass alle sicher Stedding Chiantal erreichten. Das Stedding hatte einen strategischen Vorteil und Nachteil zugleich. Obwohl es sich mitten in der Fäule befand und die Verderbnis auch vor seinen Grenzen nicht halt machte, war es relativ sicher, da Trollocs und Myrddraal es kaum betreten würden. Andererseits konnte niemand darin die Macht lenken, was es als Rückzugspunkt für Verwundete, die geheilt werden sollten ungünstig machte.

Dennoch hatte man wie geplant den Kommandoposten, in dem Padrim nun mit den Kommandanten der einzelnen geplanten Aktionen in einer letzten Einsatzbesprechung saß, nahe der Grenze zum Stedding und auch nahe dem Wegetor, durch das sie alle gekommen waren, positioniert.

Sie waren am Abend nach der Sitzung im Saal aufgebrochen und hatten fast einen ganzen Tag in den Kurzen Wegen verbracht. Gestern hatten sie kurz vor Einbruch der Nacht in einer für die Größe der Truppen unvorstellbar leisen Aktion ihre Stellungen bezogen. Und nun in der Dämmerung des dritten Tages, nachdem Torveel mit seinen Nachrichten zu ihm gekommen war, wurden die letzten Vorbereitungen für den Angriff getroffen. Bisher hatten sie alle unvorstellbares Glück gehabt noch nicht entdeckt worden zu sein. Vermutlich waren die Trolloc-Patrolien zu faul und zu verängstigt gewesen, um sich weiter als notwendig von ihren Artgenossen zu entfernen und schon die Nähe eines Stedding musste auf sie abschreckend wirken.

„Also besprechen wir ein letztes Mal die Teile des Plans.“ sagte Padrim ruhig und zeigte mit einem Stock auf die Skizze, die von Canluum angefertigt worden war, und die alle ihre gesammelten Informationen enthielt.

„Wir haben mehrere Ziele: Oberste Priorität hat das Auffinden und Gefangennehmen, oder wenn nicht anders möglich die Tötung von Bashin Nansenos.“ Dabei zeigte er auf das Bild des Mannes, das jemand neben die Karte gehängt hatte, hier auf der großen Tafel im Kommandozelt der Expedition.



„Taktisch von großer Bedeutung ist das Auffinden und Stören des Zirkels, der die Wegtor-Abschrimung aufrecht erhält. Sobald das geschafft ist, können wir Verstärkung aus Tar Valon holen. Allerdings ermöglicht das auch, dass der Feind flieht, wenn Machtlenker nahe Nansenos sind, die Wegtore weben können.
Unsere Analysen haben ergeben, dass sich der Zirkel mit hoher Wahrscheinlichkeit in diesem Gebäude befindet, das im Vergleich zum Rest der Stadt noch außerordentlich gut intakt ist. Wir haben es „Palast“ getauft. Es dürfte früher das Haus eines Adeligen oder sehr erfolgreichen Händlers gewesen sein.“
Wieder deutete er auf die entsprechende Stelle des Plans.

„Hier im Süden haben wir zahlreiche Lager der Trollocs ausmachen können. Die Zahlen sind nicht exakt, aber wir können davon ausgehen, dass auf jeden unserer Soldaten etwa drei bis vier Trollocs kommen.“

„Der Plan ist simpel: Wir greifen mit dem Großteil unserer Truppen von Süden aus die alten Brücken – hier auf dem Plan mit den Ziffern drei und vier gekennzeichnet – an. Das wird die Aufmerksamkeit der Trollocs auf uns ziehen und hoffentlich auch die intelligenteren Köpfe in den Reihen des Feindes von unseren anderen Objektiven ablenken.“
„Zeitgleich werden vier gemischte Zirkel versuchen über die Brücken eins oder zwei in die Stadt vorzudringen, den Palast einzunehmen und den Zirkel zu vernichten, sollte er sich tatsächlich dort befinden.“
„Der dritte Teil des Plans ist eine Mission unserer Spezialkräfte. Sie werden versuchen sich der Stadt von Norden oder eventuell über die Brücke fünf zu nähern, unbemerkt den Hügel erklimmen und versuchen unbemerkt in die Festung einzudringen und Nansenos festzunehmen.“

„Sobald es losgeht werden die einzelnen Truppenteile ziemlich auf sich allein gestellt sein. Wir haben nicht sehr viele Informationen darüber, was genau uns da drin erwartet. Unsere größte Waffe ist das Überraschungsmoment und die Tatsache, dass sich Schattenfreunde Aufgrund ihres ihnen innewohnenden Misstrauens nur selten zu Zirkeln zusammenschließen. Außerdem wird jeder Zirkel zumindest mit einem Angreal ausgestattet sein. Unsere Machtlenker werden den ihren daher überlegen sein und während unsere Truppen den Trollocs und Myrddraal großteils in körperlicher Stärke unterlegen sein werden, sind sie disziplinierte Kämpfer, allesamt erfahrene Veteranen im Kampf entlang der Fäule oder direkt von unseren Behütern in der Weißen Burg ausgebildet.“

„Der Angriff erfolgt in einer halben Stunde, möge uns das Licht beschützen. Gibt es noch letzte Fragen?“

Zusammenfassung:
Padrim denkt über den bisherigen Ablauf der Mission nach und erinnert sich an die Geschehnisse der letzten Tage. Er bespricht im Kommandozelt mit den Kommandanten ein letztes Mal den Angriffsplan.

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BeitragVerfasst: 13.02.2012, 23:34 
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Luaine befand sich mit den Behütern anderer Aes Sedai an der Grenze des aufgegebenen Stedding Chiantal und behielt ihre Umgebung im Auge. Erst von acht Tagen waren sie und Corin aus Tear zurückgekehrt, wo sie schwierige Verhandlungen zwischen Tear, Illian und einer Delegation aus Jearim zum Abschluss gebracht hatten. Noch waren alle Teilnehmer davon überzeugt, den bestmöglichen Kompromiss geschlossen zu haben, aber Luaine bezweifelte, dass sie noch so zufrieden mit sich sein würden, wenn sie erkannten, dass der wahre Gewinner die Weiße Burg war.
Corins Befriedigung war jedenfalls so stark, dass die Behüterin den Bund auf der Rückreise nach Tar Valon ein wenig abschirmen musste, denn nur so war es ihr möglich, ihre Aufgaben als Behüterin gewissenhaft nachzukommen.
Corins gute Laune hatte erst vor zwei Tagen geendet, als er zu einer Besprechung mit einem der Sitzenden der Grauen Ajah gerufen wurde. Nicht einmal ihr hatte Corin genau mitgeteilt, worum es bei dieser Sitzung gegangen war. Doch nur wenig Stunden später hatten sie sich auf dem Weg in eine Schlacht gegen den Schatten befunden.
Und nun waren sie hier, in einem ehemaligen Stedding und in der unmittelbaren Nähe zu einem Trolloc-Lager mitten in der Fäule. Dementsprechend angespannt fühlte sich Luaine, denn auch wenn sie nun schon seit beinahe zehn Jahren ausgebildete Behüterin war, würde dies doch ihre allererste große Schlacht darstellen. Und auch Corin hatte nie an einer Schlacht teilgenommen. Warum also hatten die Sitzenden seine Teilnahme gefordert? Was genau erwarteten sie von Corin?
Luaine wusste, dass auch Corin sich diese Fragen stellte. Zudem spürte sie durch den Bund sein Unwohlsein, das mit dem Betreten des Steddings begonnen hatte. Die Macht nicht lenken, ja nicht einmal spüren zu können, gefiel ihm überhaupt nicht. Und was Corin nicht gefiel, gefiel auch Luaine nicht. Daher hoffte sie, dass sie das Stedding schon bald verlassen konnten, auch wenn das bedeutete, dass sie in die Schlacht zogen.
Plötzlich veränderten sich die Gefühle von Corin. Eine Ungewissheit, die erst durch ihr Fehlen auffiel, verschwand und wurde ersetzt durch Entschlossenheit. Der Behüter neben Luaine musste etwas Ähnliches wahrgenommen haben, denn er flüsterte ihr zu: „Es geht los!“
Die Behüterin nickte nur. Ja, es ging los.

Zusammenfassung: Luaine hält an der Grenze des Steddings Wache, als sie durch eine Änderung im Bund erfährt, dass die Mission beginnt.



Zuletzt geändert von Luaine al'Faisar am 17.02.2012, 23:46, insgesamt 1-mal geändert.
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BeitragVerfasst: 14.02.2012, 22:06 
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Aes Sedai

Registriert: 23.01.12
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Der plötzliche Alarm hatte die Rote Aes Sedai vollkommen unerwartet getroffen. Von einer Minute auf die andere wurde die halbe Burg zu einem Feldzug gegen den Schatten gerufen und nur wenige Stunden später fand sich Kethaana in einem Waldstück wieder.
Sie hatte kaum Zeit gehabt, ihre wichtigsten Sachen zu packen und hatte sich schnell in das erstbeste einfachere Kleid gezwängt, welches sie finden konnte. Niemand hatte ihr bis dahin gesagt, worum es in diesem Feldzug genau ging, doch in einem solch groß angelegten Schlachtzug war es wichtig, praktische Kleidung zu haben in der man zur Not auch reiten oder rennen konnte. Nicht, dass die Rote vorhatte zu rennen. Das war für gewöhnlich nicht ihr Stil. Trotzdem hatte sich die einfache Kleidung in den kurzen Wegen bereits bezahlt gemacht. Einige andere - vor allem weibliche Aes Sedai - hatten keine besonders gute Figur auf ihrer Reise von Stedding zu Stedding gemacht.

Etwas verloren stand Kethaana unter einem großen Baum im Stedding Chiantal, während sie das Zelt beobachtete, in welchem sich die Anführer der einzelnen Truppen besprachen.
Das Abgeschnitten sein von Saidar ließ Kethaana sich noch unwohler fühlen, als sie sich ohnehin in dieser großen Ansammlung von Menschen gefühlt hätte. Steddings hatten ihr schon immer eine Gänsehaut bereitet und normalerweise verließ sie diese Orte schneller, als sie sie betreten hatte.
Kethaana konzentrierte sich zur Ablenkung wieder auf das Zelt. Zu gerne hätte sie gewusst, was drinnen besprochen wurde. Sie hätte theoretisch sogar lauschen gehen können, wie eine neugierige Novizen, doch ihre Ehre verbat es ihr. Der leitende General war Padrim Geranadi, ein Grüner, mit dem Kethaana - trotz der vielen Jahre, die sie in der Burg verbracht hatte - bisher kaum je ein Wort gewechselt hatte. Inzwischen hatten sich im Lager einige Gerüchte verbreitet. Bashin Nansenos sollte gesichtet worden sein. Wenn das wirklich stimmte, würden sie sich hier auf einige gefasst machen müssen. Ihr einziger Vorteil war die Überraschung.
Kethaana hatte bisher nicht genau erfahren, was ihre Rolle in dem Feldzug sein sollte. Sie wusste nur, dass sie auf eine Spezialmission gehen sollte und dazu noch nähere Anweisungen bekommen sollte. Ein wenig freute sie sich sogar schon auf die bevorstehende Schlacht. Vor allem nicht in der großen Menge zu stehen, sondern eine eigene Mission zu haben klang spannend. Hoffentlich bestand diese Mission nicht daraus, die Pferde im Camp zu bewachen. Kethaana hatte in den vielen Jahren die sie bereits in der Burg verbracht hatte schon so einiges erlebt...
Ihre Gedanken wurden plötzlich unterbrochen, als sich die Zeltplanen des großen Besprechungszelts hoben und die Leitenden Anführer heraustraten. Sofort ging ein raunen durch das Camp und fast augenblicklich lag eine knisternde Spannung in der Luft. Ihr Angriff stand kurz bevor.

Kethaana denkt über die kommende Schlacht und ihre Aufgabe darin nach, während sie darauf wartet, dass die letzten taktischen Besprechungen beendet werden. Sie weiß noch nicht genau, auf welche Mission sie geschickt wird und erwartet weitere Anweisungen.

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BeitragVerfasst: 17.02.2012, 21:07 
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Aes Sedai

Registriert: 02.02.12
Beiträge: 54
Wohnort: Illian
Auron blickte aus dem Fenster in seinem Arbeitsraum. Wolkenfetzen durchzogen die Bläue des Himmels und ein kräftiger Wind ließ die Fahnen der Weißen Burg unruhig umherflattern. Er schloss die Augen und versuchte, die Gedanken in seinem Kopf zu sortieren. Einige beunruhigende Neuigkeiten wurden ihm heute zugetragen. Leise seufzte er und genoss den frischen Wind, der sein Gesicht umspielte. Auron liebte den Wind. Er symbolisierte für ihn die pure Freiheit.
Ein Signalhorn ertönte. Der Aes Sedai öffnete die Augen. Es war soweit. Der Feldzug gegen den Schattenfreund hatte begonnen. Vorsichtig schloss er das Fenster - schob einen Riegel zwischen sich und dem Wind. Die Pflicht rief. Das Protokoll der Weißen Burg sah vor, einen Zirkel mit vier weiteren Machtlenkern zu bildern und zu leiten. Ein Mann und drei Frauen würden sich ihm noch anschließen. Unten, bei der Sammelstelle. Aurons Gesichtszüge verhärteten sich, nachdem er die Bürotüre schloss, und sich auf den Weg nach unten begab.

Viele Stunden waren vergangen, ehe die Gruppe am Stedding Chiantal angekommen war. Einige der Truppenmitglieder hatten es betreten, jedoch dachte Auron nicht einmal daran, es ihnen gleich zu tun. Es gefiel ihm nicht, von der Einen Macht abgeschnitten zu sein. Schon gar nicht in der Nähe des Feindes. Zuvor hatte er noch mit Padrim gesprochen und mit ihm zusammen die Situation analysiert. Der Gelbe wollte nun sein Team zusammentrommeln und in Bereitschaft versetzen. Nachdem er drei der Aes Sedai, die in seinem Zirkel waren, aufgesucht hatte, war sein letztes Ziel das Zelt einer Weißen Aes Sedai. Auron blieb davor stehen und erhob seine Stimme: "Suandin Avarath, seid Ihr bereit?"

Auron ist dabei, nach der Besprechung mit Padrim, sein Zirkelteam zusammenzutrommeln und sucht Suandin auf.

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BeitragVerfasst: 17.02.2012, 21:51 
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Gaidar

Registriert: 14.02.12
Beiträge: 4
Wohnort: bei Kunon Sedai
Aeliria lehnte an einem Wagen, der neben dem Beratungszelt stand, und spielte mit dem Wurfmesser, das sie normalerweise im Ärmel trug. Obwohl so viele Menschen vor dem Zelt warteten, war es ungewöhnlich ruhig. Eine schwere, wartende Stille lag über dem so eilig errichteten Camp. Jeder fragte sich, was als näcshtes geschehen würde und nicht selten wanderte ein Blick nach Norden, wo der Feind lag.
Auch Aeliria war angespannt, selbst wenn man es ihrer betont lässigen Haltung nicht sofort ansehen mochte. Ab und an warf sie einen Blick zu dem Zelt hinüber, in dem Kunon mit einigen anderen Aes Sedai verschwunden war. Auch er war angespannt, aber das war er eigentlich immer. Diesmal jedoch war es mehr unruhige Anspannung als die scharfe Konzentration, die Aeliria sonst durch den Bund spürte.
Sie wussten nicht genau, was nun geschehen sollte. Das einzige, was Aeliria wusste, war, dass sie gegen Machtlenker des Schattens und Trollocs kämpfen würden. Der Gedanken brachte ein Grinsen auf ihr Gesicht. Sie hatte bisher nur einmal einem Trolloc gegenüber gestanden und das war vor zwei Jahren gewesen, aber das Gefühl, als das Mistvieh im Dreck zusammenbrach erfreute sie immer noch. Im Gegensatz zu der nicht so glorreichen Erinnung an die Angst, die sie gehabt hatte.
Im Inneren des Zeltes tat sich etwas, die Gefühle im Bund hatten sich geändert. Aeliria steckte das Messer weg und stieß sich vom Wagen ab.
Die Zeltplanen wurden zurück geschlagen und die Aes Sedai traten heraus. Aeliria ging zu ihrem Aes Sedai, der gemeinsam mit einem Grauen aus dem Zelt getreten war. Endlich ging es los.

Aeliria wartet auf Kunon. Die Besprechung ist beendet und die Aes Sedai kommen aus dem Zelt.


Zuletzt geändert von Aeliria Esande am 18.02.2012, 21:35, insgesamt 2-mal geändert.
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BeitragVerfasst: 17.02.2012, 22:38 
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Aes Sedai

Registriert: 14.05.07
Beiträge: 101
Wohnort: Tar Valon
Suandin saß in dem Zelt, das sie sich mit einigen Weißen Aes Sedai teilte. Einige Erfrischungen standen bereit, um die Wartezeit zu überbrücken, aber ansonsten war das Zelt nur sehr karg eingerichtet. Zwei Brüder - Suandin kannte ihre Namen nicht - saßen am Rand und unterhielten sich leise. Sonst war es ruhig. Wie fast immer saß die Weiße für sich allein und trank eine Tasse Tee. Auf der anderen Seite war das Stedding Chiantal, aber keinem wäre es in den Sinn gekommen, dort hineinzugehen. Niemand wollte von der Quelle abgeschnitten sein, und wenn es nur für eine kurze Zeit gewesen wäre. Plötzlich hörte sie eine Stimme von draußen, die sie verlangte. Ah, das musste dann wohl Auron sein. Suandin war bereits informiert worden. Zwar würde sie nicht die Leitung des Zirkels übernehmen, aber sie war so nah an einem Geschehen dieses Formats dran, wie es als Weiße nur ging. Nicht, dass sie sich darum gerissen hätte, den Zirkel zu leiten.

In gewisser Weise war sie sogar froh, dass das Warten vorbei war. Suandin stand auf, richtete ihre Röcke und trat aus dem Zelt.

Zusammenfassung: Suandin schließt sich Auron an.

Biographie von Suandin | Übersicht über alle Charaktere
Aes Sedai der Weißen Ajah | Avatar: (c) by Cris Ortega
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BeitragVerfasst: 18.02.2012, 00:47 
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Die Anspannung, die Luaine durch den Bund empfing, war mehr als die verständliche Anspannung vor einer Schlacht, dessen war sich die Behüterin sicher, obwohl sie sich noch nie in einer Schlacht befunden hatte. Sie kannte Corin gut genug und wusste, was das Gefühl bedeutete, dass sie nun spürte: Der Aes Sedai wünschte sich ihre Anwesenheit.
„Ich muss los.“, teilte sie dem Behüter, der neben ihr stand, mit und dann konnte sie nicht widerstehen und fügte hinzu: „Bleibt weiterhin wachsam.“
Der Behüter, ein Mann mit ersten grauen Haaren, warf ihr einen strengen Blick zu, doch Luaine erkannte das amüsierte Funkeln in seinen Augen, auch wenn es vermutlich außer anderen Behütern wohl nur noch seinem Aes Sedai aufgefallen wäre. Das Gemeinschaftsgefühl unter den Gaidin und Gaidar war etwas, das Luaine schon früh zu schätzen gelernt hatte.
„Möge das Licht dir leuchten.“, verabschiedete sie sich der Behüter von ihr. Einen Abschiedsgruß, den die Behüterin aus vollem Herzen zurückgab, ehe sie sich in Richtung des Besprechungszeltes auf den Weg machte.

Obwohl das Stedding schon lange aufgegeben war, besaß es doch noch eine nicht geringe Größe und so dauerte es ein wenig, bis Luaine schließlich ihr Ziel erreichte. Dort angekommen machte sie Corin in einer Vierergruppe aus. Neben ihrem Aes Sedai erkannte Luaine zwei Aes Sedai, von denen eine ihr unbekannt war. Der andere Aes Sedai war Kunon von der Blauen Ajah. Neben ihm sah sie Aeliria, Kunons Behüterin, mit der sie sich in den seltenen Momenten, in denen sie sich in der Weißen Burg begegnet waren, ganz gut verstanden hatte. Allerdings würde Luaine sie nicht als Freundin, ja nicht einmal als Bekannte bezeichnen. Trotzdem war sie froh über die Anwesenheit der anderen Gaidar, was vor allem auf die instinktive Kameradschaft unter den Gaidar zurückzuführen war.
Dann blickte Luaine zu Corin und übermittelte ihm sowohl über den Augenkontakt wie auch durch den Bund ihre volle Unterstützung, denn sie fühlte, dass ihm etwas Sorgen bereitete.
Corin sandte ihr im Gegenzug das Gefühl tiefster Dankbarkeit zurück, dann begann Kunon zu sprechen.

Zusammenfassung: Luaine erreicht die Gruppe, zu der neben Corin auch Kunon, Kethaana und Aeliria gehören. Sie spürt, dass sich Corin Sorgen macht.

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BeitragVerfasst: 19.02.2012, 18:35 
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Aes Sedai

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Eine Dienerin stürmte auf die Rote zu und ließ sich kaum Zeit, einen hastigen Knicks zu machen. "Aes Sedai, ihr werdet zu Kunon und Corin Sedai mit ihren Behüterinnen gebeten. Dort sollt ihr weitere Anweisungen erhalten. Sie befinden sich dort vorne, neben dem Besprechungszelt." Ein weiterer hastiger Knicks folgte und schon war die Dienerin wieder verschwunden. Offenbar hatte sie noch einige Aufträge abzuarbeiten, bevor die Schlacht begann. Der roten Farbe ihres Kopfes nach zur urteilen hatte sie sogar noch sehr viele Leute zusammenzurufen.

In der Tat konnte Kethaana die kleine Gruppe bereits von ihrem Standpunkt unter dem Baum aus sehen. Bisher waren nur die beiden Aes Sedai und eine Behüterin anwesend - Kethaana konnte normalerweise nicht wirklich auseinanderhalten, welcher Behüter zu wem gehörte. Vor allem, wenn sie die Anwesenden nicht so gut kannte. Also wusste sie nicht, ob es sich bei der dunkelhaarigen Frau um die Gaidar von Kunon oder von Corin handelte. Auch den Namen der Gaidar kannte sie nicht.
Bedächtig, aber nicht zu langsam schritt die Rote zu den anderen herüber und nickte ihnen zu. "Ich wurde zu euch geschickt." Sie ließ den Blick kurz in die Runde schweifen. "Habt ihr weitere Anweisungen?" Ihr Blick haftete nun auf den beiden Aes Sedai. Es war ihr nicht entgangen, dass diese beiden bei der Besprechung im Zelt anwesend waren. Die Gaidar, die kurz darauf zu ihnen stieß nahm sie nur aus dem Augenwinkel wahr. Ihre Gedanken drehten sich bereits darum, was ein Grauer, ein Blauer und eine Rote gemeinsam mit den Behüterinnen bewirken sollten. Vor allem, da die beiden anderen Aes Sedai längst nicht so lange in der Burg waren, wie sie selbst, diese aber dennoch in das Besprechungszelt gebeten worden waren. Ein Umstand, der Kethaana schon ein wenig ärgerte - auch wenn sie es vor den anderen niemals zugeben würde und ihre Miene daher die typische Miene einer Aes Sedai blieb.

Kethaana wird von einer Dienerin zu Kunon, Corin und Aeliria gerufen und schließt sich der Gruppe an. Sie trifft kurz vor Luaine bei den anderen ein.

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BeitragVerfasst: 19.02.2012, 21:38 
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"Suandin Avarath." Auron nickte höflich. "Wir sind bereit, aufzubrechen. Ich habe die anderen bereits zu den Pferden geschickt, mit denen wir unsere Reise zu den Ruinen antreten werden. Folgt mir!"
Auron schickte nicht gerne Diener, um sein Team zusammenzutrommeln. Er erachtete es als seine Pflicht, dies zu tun. Manche Dinge musste man einfach selbst in die Hand nehmen.
Sie erreichten nach kurzer Zeit einen Platz mit Pferden, die mit Seilen an Pflöcken angebunden waren. Seine anderen drei Teammitglieder saßen bereits auf den Tieren. Hinter einem Aes Sedai saß noch zusätzlich ein Diener, der betreten zu Boden blickte.
Auron wartete, bis Suandin das Reittier erklommen hatte und schilderte die weitere Vorgehensweise: "Unser Zirkel wird sich von Westen aus den Ruinen nähern. Das gleiche gilt auch für die drei anderen Zirkeln. Kurz bevor wir die Brücken erreichen, werden wir von unseren Pferden absteigen und uns gruppieren. Ein Diener wird die Pferde anschließend mit einem Seil aneinander binden und sie zurück ins Lager bringen. Man kann nur hoffen, dass sie nicht bocken. Nachdem wir uns gruppiert haben, werden wir beginnen, den Zirkel zu bilden. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Nachdem wir den Zirkel gebildet haben, werden wir uns nochmal kurz beraten." Auron pausierte und blickte jedem tief in die Augen. "Alles verständlich?"

Auron instruiert die Gruppe.

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BeitragVerfasst: 20.02.2012, 01:46 
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Aes Sedai

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Orlin schluckte. Die letzten Tage waren in der Burg sehr aufregend gewesen.
In seiner Werkstatt selbst hatte hochbetrieb geherrscht. Angreale waren aus den Lagern geholt worden und noch einmal überprüft. Orlin hatte nicht viel Beistand bei seinen Forschungen da die Talente die sich um Ter'Angreale und Angreale drehten rar unter den Menschen gesäht waren.
Es hatte lange gedauert um die letzten Störungen aus einem der neu erschaffenen Angreale zu beseitigen. Doch nun stand er hier. Ihm war sehr mulmig zumute, in seinem Leben war er in noch keine Schlacht gezogen. Sicher er hatte die Prüfungen absolviert um erhoben zu werden doch er fand es war doch etwas leicht anderes. Dennoch musste er hier sein, er konnte ja nicht sein Leben lang in seinen Werkstätten stehen. Außerdem musste ja jemand auf die ausgegeben Angreale achten.

Es war merkwürdig. Auron war ihm stets wenn er ihn sah sanft erschienen. Doch nun blickte der Anführer von Orlins Gruppe entschlossen in aller Augen. Der braune Hengst der Orlin trug schüttelte seine Mähne. Orlin war so in Gedanken vertieft das die Abrupte Bewegung des Gauls ihn fast aus dem Sattel rutschen ließ. Doch der braune Aes Sedai rappelte sich schnell wieder auf dem Rücken des Pferdes auf und begegnete dem Blick der anderen Gruppenmitglieder.
Natürlich, so etwas durfte während des Einsatzes nicht passieren. "Verzeiht, ich war in Gedanken, wird nicht wieder vorkommen." Die anderen richteten ihre Augen wieder auf Auron.
"Alles Verstanden?" fragte dieser eindringlich.

Sie würden sich von Westen her dem feindlichen Gebiet her nähern, bereits zu einem Zirkel geschlossen so das es schwer werden würde diesen zu unterbinden. Dann sollten sie einen Feindzirkel finden und zerstören. Aufregung flutete Orlins Verstand, doch er bemühte sich um einen klaren Kopf und ergriff schließlich das Wort. "Bevor wir den Zirkel bilden, werde ich die Angreale austeilen. Unserem Zirkel wurden drei zugeteilt. Wir haben zwei die von Männern benutzt werden und eines das einer Frau dienen wird, die Angreale sind alle drei nicht die stärksten aber die werden einen großen Teil beitragen.

Kurzzusammenfassung: Orlin vernimmt die Anweisung von Auron Sedai zu ihrem Vorgehen und weiht die Gruppe über die Anzahl und Art der für sie verfügbaren Angreale ein.

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BeitragVerfasst: 20.02.2012, 02:19 
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Aes Sedai

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Die Pferde wurden bereits zurückgebracht, während die fünf Aes Sedai sich hinter der Brücke sammelten. Suandin war froh, keinen schwankenden Sitz mehr unter sich zu haben. Sie schaute sich ihre Mitstreiter an: neben Auron, dem Anführer, gab es noch einen Braunen namens Orlin, der gerade drei Angreale austeilte. Derjenige, der nur von Frauen benutzt werden konnte, ging an eine äußerst selbstbewusste Rote namens Varenas. Die andere Frau im Zirkel war eine Graue aus Cairhien. Sie verzog ihr Gesicht ein wenig ob des Gestanks, der von der allgegenwärtigen Fäule ausging. Er war süßlich, wie verwesendes Fleisch und diese schwüle Wärme machte das Ganze nicht besser. Ein gutes Stück östlich von ihnen waren die Ruinen der Stadt Canluum zu erkennen. Die Häuser waren eingestürzt und die noch stehenden Mauern von der Fäule überwuchert worden.

Varenas umarmte Saidar und bildete mit der Weißen und der Grauen einen Zirkel, schließlich fügten die Männer ihren Teil hinzu. Diese Wildheit, dieser krasse Gegensatz Saidins zu der weiblichen Hälfte der Macht überraschte Suandin immer wieder. Schließlich ging die Leitung wie abgemacht auf Auron über. Genau in diesem Augenblick hörten sie von Südosten her die Signalhörner der Trollocs, die Alarm gaben, gleichzeitig brandete Schlachtenlärm auf. Feuer und Blitze regneten auf die Tiermenschen nieder. Das Leuchtfeuer der Macht war hoffentlich stark genug, um fürs Erste alle Aufmerksamkeit auf die Truppen im Süden zu lenken. Als jedoch Auron durch die Angreale hindurch das volle Potential der Einen Macht ausschöpfte, war die Weiße sich da nicht mehr so sicher. Zeitgleich fühlte sie, wie eine große Menge Saidar von einem anderen Zirkel nördlich von ihnen gelenkt wurde. Es hatte begonnen.

Zusammenfassung: Aurons Zirkel bringt sich in Position; zeitgleich beginnt der Angriff der Truppen im Süden.

Biographie von Suandin | Übersicht über alle Charaktere
Aes Sedai der Weißen Ajah | Avatar: (c) by Cris Ortega
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BeitragVerfasst: 20.02.2012, 12:04 
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Novize

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Kunon trat schweigend aus dem Zelt und ging mit Corin zum Rest ihrer Gruppe. Ihm war soeben die Leitung über die Spezialmission übertragen worden. Es war das erste Mal das ihm solch eine Verantwortung auferlegt worden war, und er war fest entschlossen diese Aufgabe bestmöglich zu erfüllen. Leider hatten sie keinerlei Information was sie erwarten würde wenn es ihnen gelang in die Festung vorzudringen, da würden sie improvisieren müssen.

Nachdem auch Luaine, Corins Behüterin, zu ihnen gestoßen war, warf Kunon Kethaana einen Blick zu. Die Zusammenstellung des Teams war sehr interessant, ein Grauer, eine Rote und ein Blauer, sowie die zwei Behüterinnen. Padrim würde sich bestimmt etwas dabei gedacht haben. Leider kannte er die anderen nicht so gut, um ihre Stärken zu kennen. Aber er ging davon aus, dass sich das in den nächsten Stunden ändern würde.

Kunon ließ den Plan noch einen Augenblick auf sich wirken bevor er den anderen davon berichtete. Mit einem Stock malte er den groben Lageplan in den Boden und erklärte, dass sie von Nordosten durch den Graben in die Festung eindringen würden.

„Das Timing wird entscheidend sein, kurze nachdem der Angriff begonnen hat, wird Chaos ausbrechen. Diesen Moment müssen wir nutzen um in die Festung einzudringen!“.

Er wartete einen Moment ab und sprach dann weiter „Sobald wir in die Festung gelangt sind, hat die Überwälting Nansenos oberste Priorität. Falls die Möglichkeit besteht ihn lebendig gefangen zu nehmen, sollten wir das anstreben. Seine Informationen könnten wichtig sein und für den Schatten einen herben Verlust darstellen.“.

Durch den Bund spürte er Aelirias Aufregung. Auch für sie war es die erste Mission dieser Art.

„Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich in der Festung einige Angreale und Ter’Angreale befinden. Sollten wir darauf stoßen werden wir sie an uns nehmen“.

Die Zeit drängte, sie mussten sich beeilen.

„Wir sollten aufbrechen, der Angriff wird bald beginnen.“

Kunon instruiert das Team

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BeitragVerfasst: 20.02.2012, 19:18 
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Aes Sedai

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Als die letzten Kommandanten das Besprechungszelt verlassen hatten, ließ sich Padrim auf seinen Stuhl nieder und starrte noch einmal auf die Karte. Es würde jeden Moment losgehen und dies würde der letzte Moment der Ruhe vor dem Sturm sein.
Er spürte die Ankunft von Gunam und Isaar schon lange bevor die Zeltplanen zur Seite geschoben wurden. Die beiden hatten draußen bei den anderen Behütern gewartet und kamen nun, da sie gesehen hatten, dass die Besprechung zu Ende gegangen war.

Gunam trat zuerst ein und wartete neben der Öffnung mit verschränkten Armen und einem zuversichtlichen Lächeln. Er war innerlich angespannt und freute sich, dass das Warten nun ein Ende hatte. Seine Anspannung würde sich erst lösen, wenn er mit seinem Schwert durch die Trollochorden tanzte, dann war er vollkommen eins mit seiner Umgebung, seiner Waffe. Ko'di. So nannte sich der Zustand, den jeder Meister mit der Waffe aber auch jeder Machtlenker finden musste, um sein Handwerk auszuüben. So unterschiedlich auch die Art und Weise des Kampfes - so ähnlich war der erforderliche Geisteszustand.

Isaar trat direkt hinter Gunam ein, sein Gesicht zeigte so viel Regungen wie ein Stein. Auch er war angespannt, doch bei ihm war es nicht die Vorfreude auf den Kampf, sondern die rationale Besorgnis, die sich einstellte wenn der Gaidin den bevorstehenden Kampf gegen eine zahlenmäßig weit überlegene Macht des Schattens bedachte. Auch er würde im Kampf eins werden mit der Welt, doch sein tödlicher Tanz durch die Feinde würde ihm keine Freude bereiten. Er tat was er tun musste, wovon er überzeugt war - kalt, emotionslos.
Er war nicht etwa humorlos, auch wenn der Vergleich zu Gunam diesen Eindruck erwecken könnte. Aber er zog es vor am Ende des Tages zu lachen, wenn sie alle drei siegreich waren und überlebt hatten.

Padrim erhob sich und legte je einen Arm auf die Schultern der beiden Männer und lächelte dabei. "Es ist so weit. Dieses Mal werden wir nicht bloß die Stellung halten oder den Rückzug sichern. Dieses Mal werden sie vor uns zurückweichen!"
Beide nickten - Isaar kurz und scharf, Gunam enthusiastisch mit breitem Grinsen. Dann traten sie hinaus und gingen zu ihren Pferden. Padrim erkannte noch Auron, einen Gelben, der einer der Zirkelführer war, wie er mit seinen Leuten hinter der nächsten Gruppe verdorbener Pflanzen verschwand.

Gut, sie sind also bereits auf dem Weg. Ihr Weg ist etwas länger als der unsere...

Etwas abseits hatten sich mehrere kleine Grüppchen gebildet, die ebenfalls gerade dabei waren aufzubrechen. Der wichtigste Teil des Auftrags lastete auf ihren Schultern. Wenn sie Nansenos in ihre Gewalt bringen würden, wäre dies von entscheidenden strategischem Vorteil. Auch die Moral der Bevölkerung zuhause würde gestärkt werden, wenn einmal wieder einem Schattenfreund der Prozess gemacht würde. Und nicht zuletzt wären auch die 100.000 Goldkronen eine willkommene Finanzspritze für die Kriegskasse der Burg.

Padrim ritt auf Tsorovan zu den nördlichen Ausläufern des Camps, wo der Großteil der Truppen bereits Aufstellung bezogen hatte. Zuvor waren sie in der relativen Sicherheit des Stedding gewesen, doch nun waren sie bereit für die Schlacht. Er musterte die Reihen der Soldaten, die Banner schwerer Reiterei der Grenzländer, die sich in den Dienst der Grenzfesten gestellt hatten, Banner von Helebardieren und Langbogenschützen. Spezialeinheiten aus Jünglingen der Burg mit farbwechselnden Umhängen, die ein halbes Arsenal unterschiedlichster Waffen trugen - ein jeder und eine jede Meister auf ihren Gebieten. Dazwischen kampferprobte Aes Sedai, die schon oftmals Dienst auf den Grenzfesten verrichtet hatten, mit ihren Gaidin und Gaidar. Sie kamen aus den unterschiedlichsten Ajahs, vorherrschend waren aber ohne Zweifel Blau, Rot und allen voran Grün.

Padrim ergriff Saidin und verwob ein paar Stränge Luft, so dass seine Worte von allen klar und deutlich verstanden werden konnten, ohne dass er hätte brüllen müssen.

"Die Sonne wird schon bald aufgehen. Ihr alle seid hier, weil es an diesem Tag etwas zu erreichen gilt. Jahr um Jahr dringt der Schatten weiter vor, säht Zwietracht und Zweifel wo Gemeinschaft und Hoffnung herrschen sollten. Dieser 23. Adar wird in die Geschichte eingehen als jener Tag, an dem eine große Schlacht geschlagen wurde. Eine große Schlacht des Lichts gegen den Schatten und wir alle werden mit unserem Schweiß und unserem Blut dafür bezahlen, dass es ein Triumpf des Lichts über den Schatten wird.
Wie die aufgehende Sonne ihre Strahlen auf das verderbte Land fallen lässt, werden wir das Licht in die Dunkelheit tragen und die Schatten zurück drängen. Heute, an diesem Tag, werden wir den Schatten zwingen zurück zu weichen vor unserer Tapferkeit, vor unserer Stärke, vor unserer Entschlossenheit!
Wir werden gemeinsam kämpfen und diese Monster zurück zu ihrem verdorbenen Herrn schicken, zurück in den Krater des Verderbens! FÜR DAS LICHT!"

Die letzten Worte brüllte Padrim und streckte dabei die Faust gen Himmel. Eine kalte, blaue Flamme umzüngelte sie dabei, was in der einsetzenden Morgendämmerung besonders effektvoll war.
Zur Antwort erschallte wie aus tausend Kehlen "Für das Licht!". Schwerter, Helebarden, Äxte, Speere und Fäuste wurden zum Himmel gestreckt und selbst die diszipliniertesten Krieger stimmten in den Jubel ein.

Es gab nun keinen Grund mehr leise zu sein und sich zu verstecken. Die einzelnen Truppenteile wurden von ihren Kommandanten nach Norden geführt, wo sie auf die Schergen des Dunklen Königs treffen würden - so oder so.

Es hatte begonnen...

Padrim stimmt die Truppen auf die bevorstehende Schlacht ein und reitet mit ihnen gen Norden.

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BeitragVerfasst: 21.02.2012, 18:53 
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Gaidar

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Wohnort: bei Kunon Sedai
23. Adar, Morgengrauen, Lager

Aeliria nickte, als Kunon die Anweisungen gab. Sie sollten also in diese alte Stadt hinein, während die Soldaten die Trollocs angriffen. Das gefiel ihr. Sie hatte fast befürchtet, mitten ins Schlachtfeld beordert zu werden. Hoffentlich lassen sich die Schattenlords ebenso ablenken wie diese gehörnten Mistviecher, dachte sie und strich über den Griff ihres Schwertes. Sie hätte doch mehr Zeit darauf verwenden sollen, ihre Schwertkampffertigkeiten zu üben...
Jetzt war es zu spät dafür.
Als sie zu den Pferden gingen, warf Kunon ihr einen Blick zu und Aeliria zwinkerte zurück. Es fiel ihr schwer, die Anspannung lag wie ein Brustharnisch auf ihrem Körper. Sie versuchte, ihre Unsicherheit zu unterdrücken. Das ist nur Nervösität, redete sie sich ein Sie wird weggehen, sobald wir im Rennen sind.

Bei den Pferden kontrollierte sie erst den Sattel ihres Aes Sedai und dann ihren eigenen, strich den Tieren über die Gelenke um sicherzugehen, dass alles in Ordnung war und sie nicht unterwegs lahmen würden. Natürlich hatte sie die Pferde überprüft als sie die Wege verlassen hatten, aber sie wollte ganz sicher sein. Dann schwang sie sich in den Sattel und atmete tief durch.
Das warme Fell und die kräftigen Muskeln unter ihr beruhigten sie sofort, wie sie es immer getan hatten. Auch die anderen waren aufgesessen und Kunon gab den Befehl zum Aufbruch.

Als sie das Stedding verließen, führte Aeliria eine Welle der Erleichterung durch den Bund. Sie hatte nur eine vage Vorstellung davon, was Kunon dort drinnen empfunden hatte, aber es war nicht schön gewesen.
Das Land um das Stedding herum war karg und die Pflanzen wirkten braun und krank. Aeliria dachte daran, was Kunon ihr eingeschärft hatte: Niemals irgendetwas in der Fäule anzufassen! Jedes Blatt konnte tötlich sein.
Sie trieb ihr Pferd neben ihren Aes Sedai und lockerte ihr Schwert in der Scheide um es sofort ziehen zu können, wenn eine Gefahr offensichtlich wurde.

Kunons Team verlässt das Stedding.

“The best way to avoid trouble is to make sure no one wants to trouble you.”

Bio ~ Char von Choirn
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