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 Betreff des Beitrags: [515] Der Weg des Lichts
BeitragVerfasst: 17.06.2011, 15:58 
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Hüter der Chroniken

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Wohnort: Weiße Burg; aus Ghealdan
Absprachenthread zu diesem RPG: viewtopic.php?f=70&t=1707
Eintrag im Wiki: http://www.weisse-burg.de/wiki/index.ph ... _%28RPG%29


Ein Wind erhob sich über den Bergen des Verderbens, weit im Norden. Der Wind war nicht der Anfang und er war auch nicht das Ende, doch es war ein Anfang. Der Wind blies hinab in die Große Fäule und nahm den Gestank des Todes und der Verderbnis mit gen Süden. Viele hundert Meilen blies der Wind und brachte dem stickigen heißen Tag in der Fäule keine Erleichterung. Quer durch die Lande, die einst von Menschen bewohnt waren - die Grenzlande, wie sie damals genannt wurden - blies der Wind bis er schlussendlich wenige Meilen nördlich von Tar Valon die Fäule verließ und das Land der Menschen erreichte. Wie ein Fels in der Brandung stand die Stadt und die Weiße Burg dem Wind entgegen, doch selbst jene Bastion, die seit Jahrhunderten den Schatten abwehrte vermochte den Wind nicht aufzuhalten.


Paitr Tryan - Weiße Burg - Klassenzimmer
19. Amadaine, Vormittag

Ein abscheulicher Geruch lag über dem Klassenzimmer und er stammte nicht nur von ungewaschenen Rekruten und Aethan, die nach dem morgendlichen Training für eine Doppelstunde "Philosophie im Kampf" gekommen waren.

Die Fäule... sie ist so nah, dass man sie selbst hier in der Weißen Burg riechen kann, wenn der Wind ungünstig steht...

Paitr Tryan blickte einen Moment zum Fenster und dachte an jenen scheinbar endlos großen verderbten Landstrich, der praktisch vor der eigenen Haustüre begann. Sein Körper schmerzte vom Training - anders als die Rekruten und Aufgenommenen begann er jeden Tag zwei Stunden vor Sonnenaufgang mit intensivem Kraft- und Ausdauertraining, bei dem er immer wieder versuchte an seine eigenen Grenzen zu gehen - doch der Schmerz war für Paitr so etwas wie ein alter Freund, ein treuer Gefährte. Er bemerkte ihn schon fast nicht mehr, doch in diesem Augenblick, in dem er über die Fäule und den Schatten nachdachte, erinnerte ihn der Schmerz an seine Bestimmung.

Um den Schatten endgültig zu besiegen müssen wir stark und rein werden.

Einen Augenblick später war der Moment auch schon wieder vorbei und Paitr fand sich im hier und jetzt wieder. Taktiken in Tarmon Gaidon. Seine Schüler.
Paitr musterte seine Klasse mit den für einen Domani so ungewöhnlichen strahlend blauen Augen eines jungen Mannes, der schon mehr erlebt hatte als es sein durchaus attraktives Gesicht erahnen ließ. Sie alle waren jünger als er und nach Tar Valon gekommen um im Umgang mit Waffen geschult zu werden, um einst an der Seite der Aes Sedai gegen den Schatten zu kämpfen. Doch es mangelte ihnen an einem starken Geist.

Das Fleisch ist schwach, doch der Geist ist stark. Das Fleisch ist nutzlos, während der Geist stark ist.

"Nein, damit wollte ich natürlich nicht sagen, dass die Kinder des Lichts einen Fehler machten indem sie gegen den Schatten kämpften. Mein Punkt war, dass sie aufgrund ihrer katastrophalen Einstellungen den Kampf genau so gut hätten bleiben lassen können. Auch heute noch - mehr als 500 Jahre später - ziehen sie durchs Land und behaupten hehren Idealen zu folgen und sind doch nur ein Haufen selbstgerechter Irrgeleiteter. Ein sehr organisierter, auf ihre Art disziplinierter Haufen, aber das macht die Sache nicht gerade besser."

Der angesprochene Rekrut nickte zustimmend und schien mit dieser Feststellung zufrieden. Die junge Frau neben ihm blickte, als warte sie noch auf etwas. Siera Mitray war eher zierlich, doch wer sie deshalb unterschätzte beging einen Fehler. Ihre langen blonden Haare hingen bis zu ihren Hüften hinunter und dazwischen blitzten ihre grünen Augen hervor, die wie jedes Mal ohne Unterlass auf Paitr gerichtet waren. Anfangs hatte Paitr gedacht die Rekrutin wäre ganz besonders interessiert an den alten Taktiken aus der letzten Schlacht, doch inzwischen hatte Paitr immer mehr den Eindruck sie war mehr an ihrem Lehrer selbst interessiert.

Das Fleisch ist schwach, doch der Geist ist stark.

Es war nichts ungewöhnliches für Paitr von jungen Frauen angehimmelt zu werden - auch ältere Frauen und selbst Aes Sedai kamen immer wieder um ihn beim Training zu beobachten, wenn er stundenlang die Schwertformen trainierte und der Schweiß seinen muskulösen, kupferbraunen Oberkörper zum glänzen brachte. Doch diese junge Frau erschien fast exzessiv in ihrer Schwärmerei. Wenn man diese Fixierung nur in die richtigen Bahnen lenken könnte...

"Also gut, ich denke für heute reicht es. Bis zum nächsten Mal möchte ich, dass ihr euch über unsere Diskussion jetzt am Ende Gedanken macht. Geht in die Bibliothek und recherchiert zu den Anfängen der Weißmäntel und ihrer ursprünglichen sowie der abgewandelten heutigen Philosophie."

Die Schüler erhoben sich, salutierten und verließen zügig den Raum. Nur Siera ließ sich extra viel Zeit und lächelte Paitr noch einmal zu, bevor sie den anderen folgte. Auf die eine oder andere Art - diese Frau würde Ärger bedeuten, dessen war sich Paitr sicher.

Zusammenfassung: Paitr unterrichtet eine Klasse Rekruten und Aethan und denkt dabei über Siera nach, die in ihn verknallt zu sein scheint.

Biographie von Berior Alaeyn | Beriors Charaktere
Hüter der Chroniken -- Braune Ajah -- HSC/PPC -- 525er Mod
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Lichts
BeitragVerfasst: 19.06.2011, 09:16 
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Rekrutin

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Siera Mitray - Weiße Burg - Klassenzimmer
19. Amadaine, Vormittag

Siera Mitray verfolgte jedes Wort aus dem Mund des jungen Gaidin.
Ein blauer Fleck an ihrem Oberschenkel, den sie sich heute Morgen im Training zugezogen hatte schmerzte höllisch, was aber vermutlich erst der Anfang der auf sie zukommenden Schmerzen war. Umso glücklicher war sie, dass sie sich nun in der Doppelstunde "Philosophie im Kampf" ein wenig erholen konnte. Selbstverständlich hätte sie auch irgendwo eine Aes Sedai finden können, welche den Schmerz geheilt hätte, doch lieber ertrug ihn Siera, um sich daran zu erinnern, den selben Fehler nicht ein zweites Mal zu begehen. In einem echten Kampf hätte sie sicherlich ihr Bein verloren. Beim nächsten Mal würde ihre Nebenhand schneller reagieren.

Sie bemerkte, wie Paitr aus dem Fenster blickte und folgte seinem Blick automatisch. Doch sie sah nicht die Ausbreitung der Fäule und die Verderbnis, welche das Land befiel. Sie sah einen klaren Himmel und sonnige Wiesen mit den strahlenden Mauern der Weißen Burg im Hintergrund, die im letzten Jahr ihr Zuhause geworden waren. Eigentlich war das Wetter viel zu schön, um hier im Klassenraum zu sitzen. So dachten sicherlich die meisten der anderen Schüler, doch Siera liebte den Unterricht. Sie liebte den Kampf, doch ebenso faszinierte sie die Geschichte der verschiedenen Städte und Völker und natürlich die großen Schlachten, die diese beinhaltete.

"Nein, damit wollte ich natürlich nicht sagen, dass die Kinder des Lichts einen Fehler machten indem sie gegen den Schatten kämpften. Mein Punkt war, dass sie aufgrund ihrer katastrophalen Einstellungen den Kampf genau so gut hätten bleiben lassen können. Auch heute noch - mehr als 500 Jahre später - ziehen sie durchs Land und behaupten hehren Idealen zu folgen und sind doch nur ein Haufen selbstgerechter Irrgeleiteter. Ein sehr organisierter, auf ihre Art disziplinierter Haufen, aber das macht die Sache nicht gerade besser."
Sieras Augen trafen die ihres Lehrers. Obwohl er einem anderen Rekruten antwortete, hatte sie das Gefühl, er würde sie mit seinen strahlend Blauen Augen ansehen. Sie hatte dieses Gefühl nicht selten in seinen Klassen, ebenso wie im Training. Ob es daran lag, dass auch sie ihn aufmerksamer beobachtete, als die meisten anderen Rekruten?
Paitr war ein ausgesprochen gutaussehender junger Mann. Er faszinierte so ziemliche jede junge Rekrutin und Aethan und vor allem die Aufgenommenen und Aes Sedai schienen seiner ebenfalls nicht ganz abgeneigt. Die Novizinnen hatten meist zu wenig Zeit, um Paitr überhaupt zu begegnen.
Auch Siera konnte eine gewisse Faszination für den jungen Gaidin nicht leugnen, doch was sie noch mehr beeindruckte war sein Wissen und sein Können im Kampf. Vom ihm würde sie noch viel lerenen können. Das war ihr schon bei ihrem Ersten Treffen mit dem Gaidin klar geworden und so hing sie seitdem an seinen Lippen, um möglichst viel von seinem Wissen aufzunehmen. Nicht selten kam es vor, dass sie versuchte, Paitr allein zu erwischen, um sich weiterhin mit ihm über die großen Kämpfe und Taktiken der Geschichte zu unterhalten. Aus Büchern konnte man einiges lernen, doch nicht übertraf die Informationen, welche man aus einer Diskussion ziehen konnte.

Die Kinder des Lichts waren heute ihr Thema gewesen. Eine Gruppierung, der Siera schon immer abgeneigt gegenüber war. Ihrer Meinung nach taten sie falsch daran, sich gegen die Machtlenker zu stellen. Doch irgendwie hatte sie das Gefühl, dass in Paitrs Aussage noch etwas unausgesprochenes steckte. Er kritisierte nicht, dass die Weißmänter in den Kampf gezogen waren, sondern lediglich ihre Ideale. Damit konnte er allerdings vieles meinen. Vielleicht hatte er diesen Satz auch einfach nur seltsam formuliert. Doch was blieb, als Paitr die Klasse aus dem Unterricht entließ, war dennoch ein komisches Gefühl.
Siera ließ sich extra viel Zeit, ihre Sachen zusammen zu packen und dachte darüber nach, ob sie ihren Lehrer auf seine letzte Aussage ansprechen sollte. Doch schließlich entschied sie sich dagegen, lächelte ihn noch einmal an und verschwand leicht humpelnd, mit wehendem blondem Haar aus dem Klassenraum. In der nächsten Stunde, sobald sie sich weiter über die Kinder des Lichts informiert hatte, wie es ihre Aufgabe war, wäre noch immer genug Zeit, um Paitr zu fragen.

Ihr Weg führte die junge Rekrutin direkt in die Bibliothek. Es war besser, die Hausaufgabe jetzt in ihren freien Stunden zu erledigen, als heute Abend nach dem langen Nachmittagstraining. Außerdem hoffte sie, dass auch ihr Freund Darrol, der zu den Aufgenommenen der Weißen Burg gehörte, sich um diese Zeit in der Bibliothek aufhalten würde. Sie beide waren manchmal so sehr in ihre Ausbildung vertieft, dass sie sich nur viel zu selten zu Gesicht bekamen.

Siera bemerkt etwas seltsames an den Aussagen Paitrs über die Kinder des Lichts, entschließt sich jedoch, ihn nicht darauf anzusprechen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Lichts
BeitragVerfasst: 10.07.2011, 18:11 
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Darrol Nevaar - Weiße Burg - Bibliothek
19. Amadaine, Mittag

Darrol betrat die Bibliothek und der anwesende Bibliothekar, Araneus Sedai - von der Braunen Ajah natürlich - warf ihm gleich einen argwöhnischen Blick zu.

Na toll, da vertauscht jemand den Federkiel des Alten, so dass er Finger voller Tusche bekommt, und natürlich werde ich gleich verantwortlich gemacht...

Darrol verneigte sich und schenkte dem mürrischen Bibliothekar sein bestes unschuldiges Grinsen. Zumindest hatte die alte Spinne ihm nichts nachweisen können.
Er ließ seinen Blick in der Runde schweifen, über die beginnenden Bücherregale, die großen hohen Fenster, durch die helles Tageslicht schien, die Tische, an denen Platz zum Lesen der dicken Wälzer war und....

"Siera!" stieß er überrascht und erfreut hervor, was ihm natürlich gleich ein böses "Schhhhhh!" von Araneus Sedai einbrachte.
Die Rekrutin blickte auf und lächelte.

Schnell eilte Darrol zu ihr hinüber und setzte sich.
"Wir haben uns ja eine Ewigkeit nicht mehr gesehen. Kannst du schon das spitze vom stumpfen Ende deines Schwertes unterscheiden?" äzte Darrol.
"Viel zu lange! Ich hatte gehofft dich hier zu treffen. Und wie geht es dir? Kennst du jede Bodenfliese und jeden Kochtopf der Burg inzwischen persönlich?" gab die junge Frau zurück und grinste.

Darrol fand es immer wieder faszinierend, dass er sich so gut mit dieser kecken Rekrutin verstand. Ziemlich am Anfang ihrer Zeit hier in der Burg waren sich die beiden über den Weg gelaufen, als Darrol gerade Cadim Gaidin eine Reißzwecke unter sein Sitzkissen in seinem Arbeitszimmer platziert hatte. Ihr war sofort klar gewesen, dass Darrol sich nicht allein in Cadims Zimmer hätte aufhalten dürfen, doch sie hatte ihn nicht verpetzt, auch als der alte Grummler alle Rekruten und Aethan hatte aufstellen lassen, um festzustellen von wem das Geschenk in seinem Zimmer stammte.
Seither waren sie sich immer wieder begegnet und hatten auch schon die eine oder andere Sache gemeinsam ausgeheckt und es hatte sich eine Art Freundschaft zwischen ihnen beiden entwickelt.

"Was machst du hier in der Bibliothek, ich wusste gar nicht, dass man euch Schwertfuchtlern überhaupt das Lesen beibringt."
"Ich recherchiere etwas für Paitr Gaidin zu den Kindern des Lichts. Du willst mir doch sicherlich helfen, oder?"
"Ehrm... tja, weißt du, eigentlich muss ich ja..." begann Darrol, doch Siera ließ ihm keine Zeit für Ausflüchte und drückte ihm einen Zettel in die Hand.
"Da, die Bücher brauche ich noch, du suchst sie mir raus? Das ist aber nett, danke!"
Darrol überlegte einen kurzen Augenblick, ob er sich rausreden sollte, entschied sich dann aber für den netten Weg, lächelte und machte sich an die Arbeit.

Eigentlich mochte Darrol Bibliotheken, auch wenn einem die impliziten Regeln - wie das Nicht-laut-sprechen-dürfen oder das Nicht-herumlaufen-oder-auf-den-Regalen-turnen-dürfen - ziemlich gegen den Strich gingen. Doch Bücher hatten auch etwas faszinierendes an sich und man musste sich nicht ihren langweiligen Vortragsstil oder ihre völlige Inkompetenz außerhalb des eigentlichen Themas antun, um an neues Wissen zu gelangen. Insofern waren Bücher als Lehrer eindeutig zu bevorzugen und Bibliotheken waren nun mal die Orte, an denen man viele von ihnen fand.

Die Kinder des Lichts...
Ein seltsames Thema, aber die Behüter hatten wohl schon ihren Grund ihren Nachwuchs damit vertraut zu machen. Immerhin musste ein Behüter seinen Aes Sedai ja vor diesen Chaoten beschützen können. Doch was war das? Darrol las die Liste der Bücher durch und wunderte sich nur. Diverse Schriften über die Philosophie der Weißmäntel? Sogar Lothair Mantelars "Der Weg des Lichts" war dabei?
Er würde Siera darauf ansprechen, was sie denn für einen komischen Unterricht hat, doch zuerst musste er alle Bücher zusammensuchen. Und dann würden sie endlich über die wirklich wichtigen Dinge reden, wie wem man wohl als nächstes einen Streich spielen sollte. Vielleicht ja diesem Paitr Gaidin - der klang zumindest wie ein Spießer.


Zusammenfassung: Darrol trifft Siera in der Bibliothek und sucht für sie Bücher zu den Kindern des Lichts heraus.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Lichts
BeitragVerfasst: 25.07.2011, 16:19 
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Rekrutin

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Siera Mitray - Weiße Burg - Bibliothek
19. Amadaine, Mittag

Siera liebte die Bibliothek. All die Bücher in den zahllosen Regalen warteten nur darauf gelesen zu werden und ihre Neugier zu decken. Leider gab es dazu in der Rekrutenausbildung normalerweise viel zu wenig Zeit. Manche Stunden allerdings, wie die von Paitr vereinten beides: wichtige Grundkenntnise um erfolgreich aus Schlachten hervorzugehen und eine Menge Theorie, welche die anderen Rekruten zwar meist als unwichtig betrachteten, aber welche Siera ebenso faszinierte, wie der Umgang mit dem Schwert. Oder in ihrem Fall: mit zwei Schwertern. Vor kurzem hatte ihr ein Gaidin erlaubt, den Kampf mit zwei Waffen zu trainieren, einem Einhänder und einer kürzeren, leichteren Klinge. Er war der Ansicht, dass sie flink genug sei, um von einer zweiten Waffe profitieren zu können - Ein weiterer Höhepunkt in Sieras Burggeschichte.
Mit einem ganzen Stapel Büchern, welchen sie auf beiden Armen balancierte suchte sie sich einen Platz in der Nähe eines der großen Fenster und begann nach einem kurzen Blick nach draußen, während sie nochmals an Paitr und seine letzte Stunde dachte, damit in dem ersten Buch auf ihrem Stapel zu blättern und etwas über die Kinder des Lichts herauszufinden. Gleichzeitig notierte sie sich die Bücher, welche in den Texten erwähnt wurden, als weitere Quellen für ihre Aufgabe.
"Siera!" Viel zu laut sprach plötzlich jemand ihren Namen, was Siera leicht zusammenzucken ließ. Offenbar bemerkte Darrol aber nicht, dass er ihr doch einen ganz schönen Schrecken eingejagt hatte, denn sie überspielte dies schnell mit einem Lächeln, welches noch ein wenig breiter wurde, als die Aes Sedai zu ihrer Rechten, den Aufgenommenen zurechtwies.
Sie hatte zwar gehofft, Darrol in der Bibliothek zu treffen, doch fest damit gerechnet hatte sie nicht. Umso mehr freute es sie, dass er nun tatsächlich hier aufgetaucht war. Das flapsige Gespräch mit ihrem Freund tat ihr sichtlich gut und ein leichtes Lächeln hielt sich konstant auf ihrem Gesicht. Vor allem, als sie Darrol darum bat, ihr die weiteren Bücher herauszusuchen. Zwar freute sie sich, dass sie ein wenig Zeit mit ihrem alten Freund verbringen konnte, doch würde ihr dies auch nichts bringen, wenn sie dafür in der nächsten Stunde ohne Hausaufgabe auftauchen würde.
Kurzerhand überredete sie also den Aufgenommenen, die restlichen Bücher für sie zu holen und versuche während er weg war, möglichst viel zu lesen, damit sie noch ein wenig Zeit für interessantere Themen hatten.

"Danke." Nach einer halben Ewigkeit kam Darrol endlich mit den von ihr bestellten Büchern zurück, welche sie ihm sofort mit einem weiteren Lächeln abnahm. "Ich sehe schon, die Aes Sedai haben dich gut im Griff." stichelte sie mit einem Augenzwinkern, während sie den inzwischen ziemlich großen Stapel von Büchern betrachtete.
"Ich werde es wohl nicht schaffen, dass hier alles bis zur nächsten Stunde zu lesen. Weißt du etwas über die Kinder des Lichts?" Siera blickte ihren Freund abwartend an. Wenn sie ihr bisheriges Wissen aus den Büchern vielleicht mit seinem verknüpfen könnte, könnte es für die Hausaufgabe reichen und sie hätte den Rest des Nachmittags frei.


Siera recherchiert in der Bibliothek über die Kinder des Lichts.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Lichts
BeitragVerfasst: 23.01.2012, 11:28 
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Aes Sedai

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Kethaana Taboin - Eine Schänke in Tar Valon
18. Amadaine, Mittag

Die Aes Sedai nippte an dem schmierigen Weinkelch, welchen ihr der Wirt vorgesetzt hatte, verzog dann das Gesicht und stelle ihn zurück auf die Theke. Von diesem Gesöff, welches der Wirt als "den besten Wein des Hauses" anpries würde sie heute Nachmittag keinen Schluck mehr trinken. Selbst wenn er als Dankeschön für ihr Interesse in die letzten Vorkommnise in seiner Schänke gemeint war.
"Nochmal, ihr konntet die Gesichter der Typen nicht erkennen, die eure Gäste bedroht hatten?" Die Rote durchbohrte den Wirt mit ihrem Blick, welcher daraufhin einen Schritt zurück ging und abwehrend die Hände schüttelte. "Es tut mir leid, Aes Sedai, doch sie trugen große Kapuzen. Niemand konnte etwas erkennen." "Und der junge Mann, dem sie die Nase gebrochen hatten? Wisst ihr, wo er herkam?" Der Wirt zuckte entschuldigend mit den Schultern "Ich hatte ihn hier noch nie zuvor gesehen. Es tut mir leid." Kethaana musterte den älteren Mann. Er wirkte zwar eingeschüchtert, doch schien er die Wahrheit zu sagen. "Danke." Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, oder ihrem Weinglas noch weitere Beachtung zu schenken, drehte Kethaana um, zog ihre Stola zurecht und verließ den Schankraum.
Es war ermüdend. Überall in Tar Valon häuften sich die Schlägereien und Messerstecherein. Doch meist wurde den Opfern nichtmal etwas gestohlen. Wenn man dann versuchte, etwas über die Hintergründe zu erfahren wusste niemand bescheid. Manchmal ärgerte sie sich, dass gerade sie auf die Untersuchung dieser Fälle angesetzt wurde, doch ihr Ehrgeiz befahl ihr nur noch genauer zu forschen. Irgendetwas musste sie übersehen haben. Oder irgendwen. Vielleich sprach sie einfach nur mit den falschen Leuten.
Ihr Weg führte sie in die Nähe des Hafens. Hier gab es meist viele redseelige Leute. Vielleicht würde sie hier mehr über die Hintergründe der sich häufenden Verbrechen erfahren.

Kethaana versucht, den Anstieg der Kleinkriminalität in Tar Valon aufzuklären - bisher ohne Erfolg

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Lichts
BeitragVerfasst: 27.01.2012, 11:20 
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Aufgenommener

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Darrol Nevaar - Weiße Burg - Bibliothek
19. Amadaine, Mittag

"Du meinst außer, dass sie verrückte Fanatiker sind? Hmm... also wenn ich mich recht erinnere, wurden sie vor zirka anderthalb Jahrtausenden von diesem Spinner gegründet." antwortete Darrol Siera mit einem Grinsen und hielt ihr einen Nachdruck von Lothair Mantelars "Der Weg des Lichts" hin.
"Sie halten unsereins für Schattenfreunde, weil wir es wagen die Macht zu benutzen, was nach ihrer Vorstellung nur der Schöpfer selbst darf. Aber mal ehrlich - hätte der Schöpfer nicht gewollt, dass wir die Macht lenken können, hätte er uns doch nicht die Fähigkeit dazu verliehen, oder?!"
Noch bevor Siera etwas antworten hätte können, setzte er gleich fort: "Aber lassen wir doch diese Spießer. Du kannst dich noch früh genug damit auseinandersetzen. Dieser Paitr Gaidin... " er senkte die Stimme ein wenig. "...der klingt als hätte er die eine oder andere Reißzwecke unter seinem Sitzkissen verdient, oder?" fügte Darrol mit einem schelmischen Grinsen hinzu.

Zur Not lässt sich auch was anderes finden... irgendwann legt auch der härteste Krieger einmal seine Rüstung ab.

Zusammenfassung: Darrol erzählt von der Gründung der KdL und schlägt einen Streich für Paitr Gaidin vor.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Lichts
BeitragVerfasst: 28.01.2012, 18:59 
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Rekrutin

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Siera Mitray - Weiße Burg - Bibliothek
19. Amadaine, Mittag

Siera nahm das Buch entgegen, welches Darrol ihr unter die Nase hielt. 'Der Weg des Lichts' prangte auf dem Umschlag und das Ganze erinnerte sehr an ein Werk, welches dazu gedacht war, einen fanatischen Glauben weiterzugeben. Dies war mit Sicherheit das Buch, welches sie als erstes lesen würde, am Abend vor dem Schlafengehen. Darrol hatte jedenfalls Recht. Die Kinder des Lichts mussten mit ihren Aussagen über die Machtlenker falsch liegen. Immerhin waren sie alle hier in der Weißen Burg und eines Tages würde Siera vielleicht selbst als Behüterin einer oder eines Aes Sedai enden. Ein spannender Gedanke, auch wenn ihr die Vorstellung, dass jemand permanent ihre Emotionen fühlen könnte nicht besonders gut gefiel. Sie nickte als Antwort auf Darrols Worten und öffnete kurz den Mund, um etwas zu sagen. Doch der blonde Novize ließ sie überhaupt nicht zu Wort kommen und war sofort bei einem viel interessanteren Thema, als die Weißmäntel.

Ein verschmitztes Grinsen breitete sich auf dem Gesicht der Rekrutin aus. Ein Teil von ihr sträubte sich, dem charismatischen Leherer einen Streich zu spielen, doch wieso eigentlich nicht? Das Schlimmste was passieren könnte war, dass Paitr auf sie aufmerksam wurde, falls ihr kleines Attentat auffallen sollte.
"Au ja, das machen wir" Siera sprang von ihrem Stuhl auf und ließ einen Großteil der Bücher einfach auf dem Tisch liegen. Nur den Weg des Lichts klemmte sie sich unter den Arm, als sie Darrol an der Hand fasste und ihn richtung Ausgang zerrte. "Den Mist kann ich wirklich später noch lesen. Ich glaube, ich habe noch einen ganze Kiste von Reißzwecken in meinem Zimmer." Erst, als ein lautes "Ssssshhh!" hinter einem Regal ertönte fiel ihr auf, dass sie ziemlich laut gesprochen hatte. Siera kicherte kurz und verschwand durch die Ausgangstür. "Gut, dass die nicht wissen, was wir vorhaben! Vielleicht könnten wir uns auch etwas viel lustigeres ausdenken" Siera wirbelte herum, um auf Darrol zu warten und schlug dann mit einem leicht hüpfenden gang den Weg zu den Baracken ein.

Siera ist begeistert von Darrols Idee, Paitr einen Streich zu spielen und zieht sofort mit ihm los, um die Vorbereitungen zu treffen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Lichts
BeitragVerfasst: 31.01.2012, 20:48 
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Dieb

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Wohnort: Überall, wo es was zu holen gibt
Freyan Mervares - Tar Valon - Schenke Zum Silbernen Ring
18. Amadaine, später Vormittag

Gut gelaunt trat Freyan mit zwei anderen jungen Männern in seine Stammkneipe, den Silbernen Ring ein. Als die Tür quietschend aufging, wurden sie bereits vom Wirt Taenyn Pensenor erwartet, der auf die Tür eines Hinterzimmers deutete. Nachdem sie es sich in dem kleinen Raum bequem gemacht hatten, kam er mit einigen Humpen Bier herein und schob die Tür mit einem Fuß hinter sich zu.
Ohne seine fleckige und viel zu große Schürze hätte niemand Taenyn für den Wirt, sondern eher für einen Gast gehalten. Er war so mager, dass man glauben könnte, eine Windböe würde ihn umwerfen und durch seinen langen Hals, seinen haarlosen Kopf und seinen ewig finsteren Gesichtsausdruck wirkte er permanent wie ein Geier auf der Lauer. Da er aber zwielichtige Geschäfte in seiner Taverne nicht nur duldete, sondern sogar aktiv förderte und von jedem Auftrag einen kleinen Anteil kassierte, schadete sein weniger freundliches Auftreten seinem Geschäft in keinster Weise.

Im Augenblick jedoch war sein sonst so sauertöpfisches Gesicht von purer Neugierde erfüllt.
"Und?", wollte er wissen. "Wie lief's?"
Zur Antwort entleerte Krayn, ein Mann mit einem Gesicht wie ein Wiesel, einen kleinen Lederbeutel. Silberne und vereinzelte goldene Münzen rollten über die verschrammte Tischplatte.
"Nicht schlecht, Jungs", sagte der Wirt anerkennend und stellte das Bier hin. "Hier, das geht auf's Haus."
"Du kannst deinem Freund sagen, dass wir die Gäste ordentlich verschreckt haben und der Wirt für diesen Monat seine Pacht nicht zahlen kann", schnarrte Krayn. "Noch ein oder zwei Besuche von uns, und der Typ ist keine Konkurrenz mehr."
Er lachte heiser, zählte einige Münzen ab und schob sie Taenyn herüber. "Auf weitere gute Zusammenarbeit, mein Freund. Wenn wir nochmal gebraucht werden, zögere nicht, an uns heranzutreten." Krayn hob seinen Humpen und prostete dem Wirt zu. Dieser hatte bereits die für ihn bestimmten Münzen eingesammelt und verstaute sie gerade in seiner Börse.
"Verlasst euch drauf", sagte Taenyn und verschwand wieder in den Schankraum. Freyan begann unterdessen, das Geld abzuzählen und auf drei Häufchen zu verteilen, während die anderen Männer ihr Bier tranken. Troan, ein Schrank von Mann, säuberte nebenher seine Hand, die von der gebrochenen Nase eines Gastes noch immer blutig war. Es war sein erster Raubzug dieser Art. Normalerweise verdiente er sein Geld durch das Austragen illegaler Faustkämpfe in einem Hinterhof, was man seiner in Mitleidenschaft gezogenen Nase nur zu deutlich ansah. Weil er aber noch dringend einige Schulden begleichen musste, kam ihm dieser Auftrag wie gerufen. Außerdem war er der ideale Mann für's Grobe und daher perfekt zum Geldeintreiben geeignet. Was er an Hirn nicht hatte, glich er spielend durch seine Muskelkraft aus.

Freyan war mittlerweile mit dem Aufteilen fertig und sammelte seinen Anteil ein. "Ich würde ja gerne noch mit euch weiterfeiern, aber die Arbeit ruft", sagte er.
Ohne sein Bier auch nur angerührt zu haben, ging er zurück in den Schankraum. Er nickte Taenyn zu, der gerade einige Humpen von den Tischen holte, nahm die Treppe in den ersten Stock und schloss die Kammer auf, die er als Dauergast bewohnte. Sie war zwar wie die restliche Taverne klein und düster, aber dafür war sie in der Nähe der Dienstbotentreppe, die in die Küche und geradewegs zum Hintereingang führte. Freyan verstaute seinen weiten Umhang in einem Schrank und zog sich um. Als er fertig war, betrachtete er sich im angesprungenen Spiegel und nickte zufrieden. Mit dieser guten Wollkleidung würde er am Markt nicht auffallen und konnte problemlos einige achtlose Händler um ihr Gold erleichtern. Er griff nach einem schmalen Dolch, den er für diese Zwecke benutzte und machte sich auf den Weg.

Freyan und seine Kumpane berichten von ihrem erfolgreichen Raubzug

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Lichts
BeitragVerfasst: 12.02.2012, 10:23 
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Hüter der Chroniken

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Wohnort: Weiße Burg; aus Ghealdan
Souvra - In den Straßen von Tar Valon (Nordosten)
18. Amadaine, Vormittag

Zielstrebig schritt das Geschöpf, das von sich selbst als Souvra dachte, durch die Straßen, ein Bündel druckfrischer Proklamationen in der braunen Ledermappe unter seinen Arm geklemmt. Es war eine Schande, dass es gezwungen war zu solchen Mitteln greifen zu müssen, doch die Zeit war einfach noch nicht reif um offen aufzutreten. Die Gestalt bog von der breiten Straße in eine schmale Seitengasse ab, die auch in der Mittagssonne nur spärlich erleuchtet war. Es lagen Gerüche in der Luft, über die sie nicht zu genau nachdenken wollte. Es war ein Wunder, dass nicht die gesamte Stadt in diesem Zustand war, bei all der Verderbtheit ihrer Bewohner. Andererseits auch wieder nicht - je verdorbener die Seele, desto reinlicher ihr Äußeres. Aber das Geschöpf ließ sich von so etwas nicht täuschen, es kannte den faulen Kern nur zu gut. Eine Ironie, dass es dieser faulste Teil des Kerns sein würde, der letztendlich den Apfel zu Fall bringen würde. Und dann wäre endlich der Weg für das Licht geebnet. Eine neue Gesellschaft würde entstehen, frei von den Übeln dieser. Sie würden es alle erkennen...

Souvra hatte das Ziel erreicht, eine schmale Tür in dieser namenlosen Gasse unweit der Perimeter des Nordhafens. Mit Mühe verbannte Souvra Abscheu und Ekel aus den eigenen Gesichtszügen, atmete noch einmal tief ein - was an sich schon ein Übel war in dieser Gasse, aber noch immer besser, als das, was bevorstehen würde - und trat ein.

Im Inneren waren drei ungewaschene Gestalten - allesamt männlich - von ihrem Tisch aufgesprungen, hatten Stühle umgestoßen und Dolche gezogen, als Souvra unvermittelt die Tür geöffnet hatte. Ein Bierkrug war umgestoßen worden und ergoss sich über die Einsätze, die in der Mitte des Tisches gestapelt waren.

Schon wieder nichts als lästerliche Würfelspiele im Kopf, diese dummen Hunde! Und auf solche Werkzeuge soll die Revolution fußen?!

Die drei erkannten Souvra, senkten ihre Häupter und sahen betreten auf den Tisch, einer von ihnen griff nach seinem Bierkrug und versuchte die Reste des Inhalts in dessen Innerem zu behalten.

"Solltet ihr nicht unterwegs sein und die Kunde unseres Gebieters verbreiten? Stattdessen sitzt ihr hier herum und vergeudet eure Zeit mit sündigem Würfelspiel?!"
Etwas von Souvras Abscheu drang durch, doch die drei Handlanger sahen nur noch betretener drein. Gut so, sie waren sich ihrer Stellung und ihrer heiligen Pflicht also noch bewusst, auch wenn sie sie so schamlos vernachlässigten.

"Hier, verteilt diese Proklamationen unter den Menschen. Unser Gebieter will es so. Wer sie nicht lesen kann, dem erklärt sie. Da ich nicht annehme, dass ihr selbst des Lesens mächtig seid, werde ich euch vorlesen, was unser Gebieter geschrieben hat. Passt gut auf, ich werde mich nicht wiederholen." Mit diesen Worten überreichte Souvra jedem von ihnen etwa ein Drittel der Papiere aus der braunen Ledermappe.

Die drei verkündeten eifrig, dass sie Souvra ihre volle Aufmerksamkeit schenken würden und dass sie sich alles genau einprägen würden.

Zitat:
Jahr um Jahr schreitet der Schatten voran, das Licht weicht zurück. War die Fäule vor hundert Jahren noch jenseits der Berge des Verderbens steht sie heute an unserer Schwelle.

Viele von uns beten zum Schöpfer und suchen nach Antworten. Warum hat er uns so im Stich gelassen?

Ich sage euch warum: Weil wir der Gnade des Lichts nicht länger würdig sind. Wir sind verdorben, wo wir rein sein sollten. Anstatt uns auf das reine Licht zu konzentrieren, vernebeln wir unseren Geist mit sündlichen Genüssen, die uns vom wahren Weg abhalten und dem Schatten Tür und Tor öffnen uns zu übermannen!

Schwört deshalb allem Vergnügen ab, denn Güte ist ein reines Abstraktum, ein vollkommenes, kristallreines Ideal, das von jedem niederen Gefühl getrübt wird. Pflegt nicht das Fleisch. Das Fleisch ist schwach, doch der Geist ist stark. Das Fleisch ist nutzlos, während der Geist stark ist.

Steht auf, wenn ihr bereit seid dem Übel des Herrn des Grabes zu trotzen. Steht auf und mahnt euren Nächsten ebenso zur Umkehr, denn nur dann können wir rein werden und die Herrlichkeit des Schöpfers, des wahren reinen Lichts, wird wieder auf uns scheinen und uns zum Sieg über das Böse führen! Steht auf und stellt euch gegen jene, die seiner Herrlichkeit lästern, in ihren Elfenbeintürmen, in ihren Lasterhöllen, in den Straßen und in den Häusern. Steht auf!

Zuletzt war Souvras Stimme extatisch geworden. Der Gebieter war tatsächlich ein Gesandter des Lichts selbst. Es musste so sein.

"Und nun geht und verbreitet die Kunde unseres Gebieters."


Zusammenfassung: Die Gestalt "Souvra" lässt Flugblätter mit den Lehren ihres Gebieters verbreiten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Lichts
BeitragVerfasst: 14.02.2012, 22:25 
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Aes Sedai

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Kethaana - in den Straßen von Tar Valon
18. Amadaine, früher Nachmittag

Ihr Weg Richtung Hafen führte sie in die ärmeren Gegenden von Tar Valon. Wobei "ärmer" in diesem Fall relativ war. Gegen ihre Heimatstadt Jehannah war dies hier das reinste Paradies - leider auch für Schurken und Diebe. Die Aes Sedai hatte ihre Stola abgenommen und vorsichtig in ihrer Tasche versteckt. Auch den Schlangenring trug sie seit dem Verlassen der Schenke an einer Kette um ihren Hals. Sie würde versuchen, den Unruhestiftern etwas näher zu kommen. Nur ihre saubere Kleidung und das für den geübten Beobachter erkennbare alterslose Gesicht würden sie verraten. Um zum Hafen zu gelangen, würde sie den Markt überqueren müssen. Schon von weitem hörte die Aes Sedai das Gackern der Hühner und die kräftigen Stimmen der Marktschreier.
Sie hatte die bisherigen Vorkommnisse in keinerlei Zusammenhang bringen können und mit jeder Aussage, die sie von den Opfern erhielt wurde die Situation komplexer. Es ließ sich kein Muster erkennen. Keines, außer dass die Stadt in Aufruhr war.
Kethaana war sich sicher, dass die meisten ihrer Brüder und Schwestern dies noch gar nicht bemerkt hatten. Vieles drang erst in die Burg vor, wenn es schon zu spät oder vorbei war. Sie war von der Amyrlin persönlich auf diese Sache angesetzt worden. Die Mutter war schon immer recht gut darin, Leute einzuschätzen und sie wusste mit Sicheheit, dass ihr solche Aufgaben mehr lagen, als die Suche nach neuen Machtlenkern. Diese überließ sie ganz gerne ihren roten Brüdern und Schwestern. Kethaana hatte im Laufe der Jahre eine Art Leidenschaft dafür entwickelt, Diebe und andere Halunken zu bekämpfen. Wenn jemand ihre Geschichte kennen würde, würde er verstehen wieso, doch Kethaana hatte sich mit ihrer Vergangenheit seit ihrem ersten Besuch bei der Herrin der Novizen in Schweigen gehüllt. Ein bärtiger Mann rempelte sie an und drückte ihre einen schmierigen Zettel in die Hand. "Hier, nehmt den!" Er grinste sie mit einem zahnlosen Lächeln an und verschwand, um dem nächsten Passanten seine Proklamation in die Hand zu drücken. Automatisch wanderte Kethaanas Hand zu ihrem Geldbeutel, welcher sich noch wohlbehalten an seinem Platz befand.
Die Rote zog sich in eine Seitenstraße zurück und las die Proklamation, die der Fremde ihr zugesteckt hatte. Mit jedem Satz verfinsterte sich ihre Miene und noch bevor sie zuende gelesen hatte, war sie zurück zu der Stelle geeilt, an der der Bettler sie angestoßen hatte. Doch dieser war längst über alle Berge.
Allerdings war das Flugblatt der beste Hinweis, den sie bisher bekommen hatte und irgendwie kamen ihr die Textzeilen oder ihr Inhalt bekannt vor. Momentan konnte sie es allerdings nicht weiter einordnen. Sie würde herausfinden müssen, wer diese Proklamationen verbreitete. Fieberhaft hielt die Aes Sedai nach allen Ausschau, die einen solchen Zettel bekommen hatten, doch niemand von den Angesprochenen war in der Lage ihr zu sagen, wohin diese Person gegangen war, von der sie die Kundmachung bekommen hatten. Fakt war, dass viele Leute sie bekommen hatten und wahrscheinlich mindestens halb so viele auf die dort geschiebenen Worte hereinfallen würden. Sie würde noch heute mit der Amyrlin sprechen müssen.

Kethaana überquert auf dem Weg zum Hafen den Marktplatz, wo sie eine der Proklamationen in die Hand gedrückt bekommt. Doch niemand kann ihr sagen, wer diese Flugblätter verteilt, oder woher sie kommen

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Lichts
BeitragVerfasst: 16.02.2012, 00:20 
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Dieb

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Freyan Mervares - am Markt in Tar Valon
18. Amadaine, früher Nachmittag

Freyan schlenderte über den Markt und sah sich um. Mit der bisherigen Ausbeute war er schon sehr zufrieden. Die Miete für den nächsten Monat hatte er bereits 'erworben' und er hielt bereits nach weiteren potentiellen Opfern Ausschau. Erfreulicherweise machten es ihm die meisten Händler ziemlich leicht: längst nicht jeder von ihnen trug sein Geld am Körper, sondern bewahrte es in einem kleinen, abschließbaren Kästchen auf, um schneller an Wechselgeld heranzukommen. Sobald der Händler viele Kunden bediente und abgelenkt war, bedurfte es nur einen schnellen Handgriffs. Wenn das Kästchen gerade offen stand - und so leichtsinnig waren nicht Wenige - konnte er ohne Weiteres einige Münzen mitgehen lassen. Ansonsten war auch der schnöde Taschendiebstahl in dieser dicht gedrängten Menge sehr ergiebig. Gerade hatte er eine recht gut gekleidete Frau mit einer dicken Börse ausgemacht, als sich plötzlich ein wenig ansehnlicher Mann in sein Blickfeld drängte und ihm ein etwas angeknittertes Blatt Papier unter die Nase hielt.
"Hier, lest das und möge das Licht Euch erleuchten!", krächzte er und verschwand genauso schnell wieder. Zu Freyans Verärgerung war die Frau mit dem gut gefüllten Geldbeutel auch verschwunden. Sei's drum, es gab hier noch viele Leute mit Geld. Der Dieb drehte sich um und wollte einen anderen Teil des Marktes aufsuchen, um den Händlern und Kunden gar keine Zeit zu geben, sich sein Gesicht einzuprägen. Da plötzlich sah er eine Frau, die gar nicht hierhin passte: ein sehr gut verarbeitetes Kleid und eine Körperhaltung, die verriet, dass diese Frau es gewohnt war, Befehle zu geben. Das alterslose Gesicht bestätigte seinen Verdacht, dass er eine Aes Sedai vor sich hatte.
Was um alles in der Welt wollen sie hier?
Zum Glück schien sie ihn gar nicht zu sehen, sondern eher nach etwas Anderem Ausschau zu halten. Dennoch, wenn Aes Sedai an einem Ort auftauchten, dem sie sonst nie Beachtung schenkten, sollte er lieber das Weite suchen. Nur das Licht mochte wissen, was sie hier vorhatte und ob sie allein war. Freyan drängte sich so schnell wie möglich durch die Menschenmenge und hatte den Markt bald hinter sich gelassen.

Auf dem Weg zum Silbernen Ring las er das Flugblatt. Eigentlich wusste der Dieb selbst nicht, warum er das tat, aber als er fertig war, brach er in unkontrolliertes Lachen aus. Einige Passanten drehten sich um und gingen schnell weiter. Vielleicht fürchteten sie ja, er hätte etwas Ansteckendes. Kaum war er dann im Schankraum angekommen, hielt er das Flugblatt dem Wirt Taenyn unter die Nase:
"Schau dir mal an, was ich für einen Unsinn gekriegt habe."
"Ich kenn das schon", knurrte der Wirt und zeigte auf einen Stapel Blätter, die auf einem Fass lagen.
Freyan schaute ihn überrascht an.
"Glaubst du wirklich, dass jemand diesen Stuss ernst nehmen wird?"
Taenyn machte eine wegwerfende Handbewegung. "Wohl kaum, aber ich habe eine hübsche Stange Geld dafür gekriegt, damit ich das hier liegen lasse."
Freyan schüttelte in Gedanken den Kopf, ließ es aber dabei bewenden und drückte dem Wirt einige Münzen in die Hand.
"Wo wir schon bei Geld sind, hier ist die Miete für den nächsten Monat. Ich hatte heute einen guten Tag."
"Immer wieder eine Freude, mit dir Geschäfte zu machen." Taenyn deutete eine Verbeugung an und ging dann weiter seiner Arbeit nach. Freyan lachte und ging in die Küche, um sich bei der Köchin etwas zu Essen zu holen.

Zusammenfassung: Freyan bemerkt auf seinem 'Jagdgebiet', dem Markt, eine Aes Sedai und flüchtet lieber. Außerdem liest er das Flugblatt.

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 Betreff des Beitrags: Re: [515] Der Weg des Lichts
BeitragVerfasst: 19.02.2012, 09:04 
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Taenyn Pensenor- Tar Valon - Schenke Silbernen Ring
18. Amadaine, Nachmittag

Taenyn wischte gerade einen Bierhumpen mit einem Lappen, der tatsächlich vielleicht einmal wieder gewaschen werden sollte, als jemand an die Theke trat. Er blickte mürrisch auf, doch bevor seine Blicke auf dem Gesicht der Person landeten, hielten sie auf ihrem Busen inne. Einem prächtigen, vollen Busen. Einem Busen, der nur sehr spärlich verhüllt war, der aus dem tiefen Ausschnitt gerade zu hervortrat, als ob er jeden Moment...
Sein Gegenüber gab einen Laut von sich, der ein Knurren oder Grunzen hätte sein können und Taenyns Blick schoss nach oben, in das Gesicht einer attraktiven, wenn auch nicht mehr ganz jungen, Frau. Ihre Augen waren etwas verengt und ihre Stirn zeigte einen Anflug von Zorn.

"Ja?" fragte Taenyn etwas barsch. Wenn sie nicht wollte, dass man sie anstarrte, sollte sie sich anders kleiden!

"Ihr seid mir ... empfohlen worden als ein Mann, der viele Dinge besorgen kann." sagte die Frau mit dem strengen Blick und zog dabei eine Silbermark aus ihrer Tasche und legte sie auf die Theke.

Na wenn sie ihn bezahlen wollte... Taenyn bemühte sich ein Lächeln aufzusetzen und freundlich drein zu schauen.
"Man hat Euch richtig berichtet es ist alles eine Frage der...." sein Blick senkte sich kurz auf die Münze, "...gegenseitigen Gefälligkeiten."

"Die Frau blickte sich kurz um, doch niemand war in der Nähe, der sie hätte belauschen können. Dennoch senkte sie ihre Stimme etwas, bevor sie weiter sprach. Mit tiefer, fast erotischer Stimme, raunte sie: "Ich bin auf der Suche nach einem ... Geschäftspartner. Natürlich würde Eure Vermittlung und Eure Diskretion angemessen honoriert werden."

Auch Taenyn senkte nun die Stimme: "Welche Arten von Geschäften wünscht ihr zu tätigen?"
Taenyn würde nichts sagen, ehe sie nicht damit begonnen hätte. Und er würde auch nichts versprechen, ehe er nicht mehr über sie in Erfahrung gebracht hatte. Vorsicht war in seinem Geschäft oberste Priorität. Er hatte zwar nichts von einem neuen Lockvogel der Burgwachen gehört, aber man konnte ja nie wissen...

"Ich suche nach Geschäftspartnern, die für jede... Dienstleistung.... einen Preis, aber keine Fragen, stellen. Moralische Bedenken wären nicht angebracht, wenn Ihr versteht. Zunächst bräuchte ich jemand, der Hausbesuche abstattet und ... Überzeugungsarbeit leistet. Folgeaufträge sind bei beidseitiger Zufriedenheit durchaus möglich. Ich erwarte absolute Loyalität und Verschwiegenheit und bin bereit einen angemessenen Preis dafür zu zahlen. Denkt Ihr, Ihr könntet mir da weiterhelfen?" am Ende waren die Falten auf ihrer Stirn verschwunden und sie lächelte sogar ein wenig.

"Kommt morgen um diese Zeit wieder, Mylady, und ich kann euch mehr dazu sagen." Mit diesen Worten ergriff er die Silbermünze, doch ihre Hand schloss sich um seine. Sie hatte eine zarte, warme Haut, doch ihr Griff zeugte von großer Kraft.

"Ihr enttäuscht mich besser nicht."
Der Ausdruck vom Beginn ihres Gesprächs war auf ihr Gesicht zurück gekehrt. Rasch nickte Taenyn und sie ließ seine Hand los, drehte sich um und verschwand aus dem Ring.

Was für ein Weib!, dachte Taenyn ein wenig bewundernd. Er würde alles über sie in Erfahrung bringen und ihr den richtigen Mann für ihre Zwecke vermitteln. Er hatte auch schon jemand bestimmten im Sinn...


Der Wirt im Silbernen Ring wird von einer Unbekannten beauftragt, ihr jemanden ohne Skrupel zu vermitteln. Er willigt ein.

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 Betreff des Beitrags: Re: [515] Der Weg des Lichts
BeitragVerfasst: 19.02.2012, 11:11 
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Darrol Nevaar - Weiße Burg - Garnison
19. Amadaine, früher Nachmittag

Darrol und Siera schlichen durch die Garnison. Während es beiden nicht wirklich verboten war, sich in diesem Bereich aufzuhalten, wäre es dennoch ungünstig gewesen, wären sie jemandem begegnet, der sich vielleicht später an ihre Gesichter erinnern würde.

Sie waren im Herzen der Garnison, am Kreuzungspunkt der vier Flügel, im Treppenhaus. Links ging es in den Flügel, in dem die Rekruten ihre Quartiere hatten, vor ihnen lag der Flügel der Aethan, hinter ihnen die Bereiche in denen die Arbeitszimmer der Behüter und Jünglinge lagen, sowie die Klassenräume. Rechts führte der Gang zu den Unterkünften der Jünglinge und der Behüter, die nicht bei ihren Aes Sedai im Turm lebten. Genau dort hin führte sie ihr Weg, und genau dort hatten sie nichts verloren.

Siera lief lautlos hinüber zum Gang und spähte hinein. Mit einem Handzeichen bedeutete sie Darrol, dass die Luft rein war. Rasch schloss er zu ihr auf.

"Die scheinen ja wirklich alle noch beim Mittagessen zu sein!" raunte er ihr zu.
Siere grinste und bedeutet ihm weiter zu gehen. Gemeinsam eilten sie den langen Flur hinunter. Paitrs Räume mussten hier irgendwo sein....

Ein Stück weiter den Gang hinunter ging plötzlich eine Tür auf. Darrol packte Siera und zerrte sie schnell in eine dunkle Nische. Er griff nach Saidin und verwob blitzartig Luft und Feuer, so dass das Licht um sie herum gefalten wurde. Das Gewebe war eines der ersten gewesen, die Darrol sich selbst beigebracht hatte und es hatte ihm schon oft gute Dienste erwiesen. Er bedeutete Siera ruhig zu sein, doch die Rekrutin hatte sofort verstanden und machte ohnehin keinen Mucks.
Auch andere Novizen und Aufgenommene kannten dieses Gewebe und spielten damit herum, doch kaum einer beherrschte es wie Darrol. Es war so etwas wie ein Talent für ihn.

Die Tür weiter vorne wurde geschlossen und ein stattlicher Mann schritt nun den Gang hinunter auf sie zu. Beide hielten die Luft an, als er auf ihrer Höhe war, doch er bemerkte die zwei nicht und ging ungestört weiter.

Darrol zählte in Gedanken bis dreißig, dann ließ er das Gewebe und mit ihm auch Saidin los.

"Das war ja knapp" raunte er Siera zu. "Wo ist nun das Zimmer von diesem Paitr?"

Die Rekruting lächelte. "Das war er. Also wird da vorne auch seine Kammer sein!"

"Dann nichts wie los! Jetzt wissen wir wenigstens, dass er nicht drinnen auf uns wartet."


Darrol und Siera schleichen durch die Garnison auf der Suche nach Paitrs Zimmer, um ihm einen Streich zu spielen.

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 Betreff des Beitrags: Re: [515] Der Weg des Lichts
BeitragVerfasst: 19.02.2012, 18:06 
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Rekrutin

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Siera Mitray und Darrol Nevaar - Weiße Burg - Garnison/Zimmer von Paitr Gaidin
19. Amadaine, früher Nachmittag

Für Siera war es immer noch ein ungewohntes Gefühl, wenn andere einfach an ihnen vorbeigingen und sie überhaupt nicht sahen. Darrol hatte ihr das Gewebe zig mal vorgeführt und sie hatten sich selbt schon oft in ihm versteckt, doch Siera konnte einfach nicht glauben, dass es wirklich, also so richtig funktionierte.
Instiktiv hielt sie die Luft an, als Paitr Gaidin an ihnen beiden vorbeiging, als gehörten sie zu den Schatten in der Niesche, in der sich sich verstecken und brach dann in ein leichtes Kichern aus, bevor sie Darrol erzählte, dass sie ihr neues Opfer gerade leibhaftig vor sich hatten. Manchmal war das Glück doch auf ihrer Seite, denn ohne diesen Vorfall hätte Siera nicht genau gewusst, wo das Zimmer ihres Lehrers zu finden war und vor allem nicht, ob dieser sich gerade im Zimmer befand.

"Ja, komm!" Fast gleichzeitig rannte sie mit Darrol auf die Tür zu, die ihr Lehrer soeben verlassen hatte. Vorsichtig drückte Siera die Klinke herunter und lugte ins Innere des Zimmers.
Der Raum war einfach und strukturiert eingerichtet. Alles hier schien seinen festen Platz zu haben und nicht das geringte schien in Unordnung. Kurz musste Siera daran denken, dass die Einrichtung des Zimmers meist wie ein Spiegel der Seele seines Bewohners war. Ihr Zimmer war normalerweise chaotisch und unordentlich - jedenfalls bis sie wieder zum Aufräumen verurteilt wurde. Der Raum, den Paitr sein Eigen nannte wirkte auf sie geradezu steril.
Doch wenigstens war die Luft rein. Die junge Rekurtin hatte halb erwartet jemandem in die Arme zu laufen, der aus irgendeinem Grund hier auf Paitr warten würde. "Komm rein!" raunte sie Darrol zu und machte eine Handbewegung, dass der Aufgenommene ihr folgen sollte. "Wir haben freie Bahn!"
Kaum, dass Darrol den Raum betreten hatte, schloss Siera hastig die Tür und atmete einmal tief durch, bevor sich ein dämonisches Grinsen auf ihr Gesicht stahl. "Wir sind im Paradies, Darrol!" Aufgeregt wirbelte die blonde Rekrutin herum und machte sich auf den Weg zu Paitrs Schreibtisch. Dieser würde den perfekten Angriffspunkt für ihren Streich bieten. "Findest du nicht, dass die Reißzwecken etwas langweilig sind?" Gedankenverloren öffnete sie eine der Schubladen. Vielleicht würden sich dort die nächsten Testergebnisse verstecken. "Guck mal Darrol, was ist denn das!?" Siera zog ein leicht zerknittertes Stück Papier hervor und begann es genauer zu studieren.

Siera und Darrol schleichen sich in Paitrs Zimmer. Siera entdeckt in der Schublade des Schreibtisches ein interessantes Dokument.

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 Betreff des Beitrags: Re: [515] Der Weg des Lichts
BeitragVerfasst: 19.02.2012, 19:02 
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Darrol Nevaar und Siera Mitray - Weiße Burg - Garnison/Zimmer von Paitr Gaidin
19. Amadaine, früher Nachmittag

Darrol trat hinter seine Freundin, die sich zum Lesen auf den Stuhl nieder gelassen hatte.
Jahr um Jahr schreitet der Schatten voran, ... Gnade des Lichts nicht länger würdig ... Schwört deshalb allem Vergnügen ab ... Steht auf und mahnt euren Nächsten ... in ihren Elfenbeintürmen ...

"Was ist das für ein Schwachsinn?!" stieß Darrol hervor und zog eine Augenbraue hoch. Siera blickte ebenso verstört wie er selbst wohl in diesem Moment dreinsah. "Leg es lieber wieder zurück. Ich denke wir sollten uns ein wenig beeilen, irgendwie will ich dem Kerl nicht in die Hände laufen!"

Darrol ging zur Kommode gegenüber des Schreibtisches, hinter der Tür. Der alte Eimer-mit-Wasser-über-der-Tür Trick würde hier nicht wirklich funktionieren, der Türrahmen bot nicht genug Halt um den Eimer zu stabilisieren...

Gerade als Darrol begann die Kommode näher zu betrachten ging die Tür auf. Die Tür war zwischen ihm und der Person die Eintrat, und so blieb Darrol ein Moment um sich flach gegen die Wand zu drücken und seinen Sichtschirm zu weben. Für Siera konnte er jedoch nichts tun, sie war bereits entdeckt worden.

Blut und Asche, warum ist er schon zurück?! Und warum haben wir nicht besser aufgepasst! Licht!

Darrol in Siera finden das Flugblatt in Paitrs Schublade. Er kehrt unerwartet früh zurück und entdeckt Siera, während Darrol sich gerade noch verstecken kann.

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