Ansicht optimieren:
schmal - mittel - breit



Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 116 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5 ... 8  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: [510] Ein dunkler Weg in Schwarz
BeitragVerfasst: 06.03.2009, 11:10 
Benutzeravatar
Schattenfreund

Registriert: 02.09.06
Beiträge: 39
Noch immer riss die Wolkendecke nicht auf. Die Sonne hatte es nach diesem schweren Winter schwer sich ihren Weg zu bahnen. Zu mächtig waren die dunklen Wolken am Himmel, welche voll gesogen und träge am Firmament hingen.
Diese Wetter passte zu der Stimmung in der sich Sodon befand. Trübe Gedanken und schlechte Laune beherrschten ihn schon seid Tagen. Nichts konnte ihn aufheitern. Immer wieder wurde er an dieses Debakel in Seanchan erinnert. Es hätte so gut werden können, eine Machtbasis dort drüben und sie hätten bald ganz Randland unter ihre Kontrolle gebracht.
Doch so... ! So musste er wieder allein und heimlich durch die Stadt rennen und zusehen das er sich mit seinen üblen Tricks am Leben hielt.
Er war vor einigen Wochen zurück nach Tar Valon gekommen, er hielt es einfach nicht mehr aus dieses Landleben auf Bathanaels Besitz in Tear. Nach ihren überstürzten Flucht aus Seanchan hatten sich der schwarze Meister und er auf eben dieses Landgut zurückgezogen, um sich zu erholen und neue Pläne zu schmieden. Doch so wirklich was heraus gekommen ist nichts.
So hatte Sodon eben wieder seinen Posten in Tar Valon eingenommen. Sicher es gab hier genug Schattenfreunde, aber sie brauchten eine starke und führende Hand. und Bathanael war wie immer der Meinung er sei der richtige.

Nun streifte er also durch die Strassen und hielt Ausschau nach einem Kaufmann der so töricht war ihm seine Geldbörse zu überlassen. Das war eben das was er die ganze Zeit tat, stehlen, horchen und wenn es sein musste auch beseitigen. Doch immer wieder traf er auf Aes Sedai aus der Weißen Burg, welche hier einkauften oder sich zu einer Tassen Tee, oder was auch immer, in einen der viele Gasthäuser trafen. Und immer wenn es sie sah, kochte es in ihm. Er wollte sie quälen und bestrafen für das was sie ihm in Seanchan angetan haben. Doch im Moment hielt er sich zurück. es war noch nicht Zeit sie zur Rechenschaft zu ziehen.

Wie durch Zufall führte ihn sein heutiger Streifzug zum 'Fröhlichen Gaidin'. Dessen Wirt, Farut, ein guter Freund des Meister der Gaidin zu sein schien. Denn Sodon hatte den Meister immer wieder hier einkehren sehen. Und dieser Meister war es auch der ihn vor Jahren aus der Burg geschmissen hatte, nur weil er mal etwas ungehorsam war.

Als er so da stand und die Tür der Gaststube beobachtete reifte in ihm der Plan hier mal für etwas Chaos zu sorgen. Er überlegte wie er das am besten bewerkstelligen konnte ohne gleich aufzufallen. Was könnte einen Wirt in Rage versetzen? Was konnte eine Gaststube ruinieren? Da fiel es ihm ein und ein fieses Lächeln grub sich in das Gesicht.
Er begann in den Taschen zu kramen und zählte sein Geld. "Das muss reichen" sagte er leise. Es war später Nachmittag und die Schenke begann sich zu füllen. Sodon begab sich zu einem Metzger in der Nähe um dessen vergammeltes Fleisch aufzukaufen. Dann begab er sich in ein nahe gelegenes, verlassenes Haus, wovon es in dieser Gegend einige gab. Dieser Teil der Stadt zählte nicht zu den wohlhabenden Gegenden und so geschah es ab und an das Häuser leer blieben.
Dort begann Sodon das Fleisch in appetitlich Stücke zu schneiden. Der Geruch war erbärmlich, doch Sodon verkniff sich den Eckel und schnitt um so verbissener. Bald hatte er ein guten Haufen von kleinen Würfeln und auch jede Menge Scheiben. Die Knochen schmiss er achtlos beiseite, für sie hatte er einfach keine Verwendung mehr. Sie würden hier eh nier gefunden und bei dem vielen Ungeziefer welches im Untergrund der Stadt lebte, würden sie auch bald verschwunden sein.
Dann griff Sodon nach Saidin. Er webte ein Tarngewebe und ein Veränderungsgewebe, beides Sachen die er bei Bathanael gelernt hatte und die ihm immer wieder gute Dienste geleistet hatten. Nach dem er jedes Stück Fleisch mit diesen Geweben belegt hatte invertierte er sie zum Schluss und nun waren alle Scheiben wohlriechend und sahen sehr anregend und appetitlich aus. Das Gewebe um die Scheiben würde sich bei Hitze auflösen und den wahren Charakter des Fleisches frei geben. Das war auch der Plan und es füllte ihn schon jetzt mit Schadenfreude. wenn er an den Tumult in der Schenke dachte den diese Fleisch auslösen würde. "Farut würde bald seinen Ruf als hervorragender Koch verlieren." sprach Sodon höhnisch und packte alle Scheiben in die Kiste in der vorher das Gammelfleisch lag. Die Kiste rieb er sauber und versah sie mit einem Aufdruck "Fleisch aus den Zwei Flüßen" er wusste das Lebensmittel von dort gerne genommen wurden und als Delikatesse galt.
Die Würfel hingegen verstaute er in handliche Säcke und stapelte sie an der Wand. Diese würden später zum Einsatz kommen.
Dann ergriff er noch einmal Saidin um seine Augen zu verändern. er wusste das diese reinweißen Augen ihn verraten würden und sich jeder an sie erinnert. Dann griff er die Kiste und machte sich auf um das gute Fleisch abzuliefern. Er ging gemächlich über die Strasse und umrundete das Gasthaus um auf den Hof zu gelangen. Dort angekommen hielt er Ausschau nach einen der Burschen die hier arbeiteten und Farut halfen. Schnell sah er jemanden. "Hey du da?" rief er ihn an. Der Bursche drehte sich um. "Ich komme vom Kaufmann Thizan und bringe euch das bestellte Fleisch aus den Zwei Flüßen" Der Bursche schaute ihn ungläubig an. "Wieso das?" fragte er zweifelnd. "Unsere wöchentliche Lieferung war doch schon gestern. Und soviel ich weiß war alles vollständig." Sodon behielt angestrengt seine Freundlichkeit. "Ja natürlich" sprach er lächelnd. "Aber dieses hier ist heute ganz frisch rein gekommen und der Kaufmann dachte es wäre ein gutes Angebot für ein solchen Koch wie Farut und seine Gattin. Bedenke es ist aus den Zwei Flüssen und eine Köstlichkeit" Der Bursche zweifelte immer noch. "Ich werde Meister Farut holen, wartet hier einen Augenblick" sprach er und drehte sich um. Jetzt wurde es brenzlich. Wenn Sodon es nicht schaffte den Burschen zu überzeugen, dann würde es bei Farut erst recht nicht funktionieren. Daher sprach er nun etwas schärfer "Diese Zeit habe ich nicht. Ich muss noch in die Burg und einige andere Gasthäuser warten auch noch auf mich. Also wenn ihr es nicht wollt, dann wird sich der Wirt vom "Glänzenden Schwert" sicher freuen eine solche Köstlichkeit zu erhalten." er drehte sich um und machte Anstalten den Hof zu verlassen. Sodon kannte die ewige Rivalität der beiden Häuser, welche nur zwei Strassen von einander entfernt waren. Das schien zu wirken. "Nein wartet" rief der Bursche und eilte zu Sodon. "Lasst mich einen Blick auf das Fleisch werfen." Sodon kippte die Kiste etwas nach vorne so das der Bursche reinsehen konnte. "Sieht ja wirklich erstklassig aus" sprach er und nickte anerkennend. Dann griff er eine Scheibe und roch daran. "Ja und frisch ist es auch noch, kein Zweifel." Er nickte ein paar mal "Gut lasst sie hier und sagt mir euren Preis!" Sodon grinste innerlich. "Nun den Preis kann ich euch gerne verraten. Doch ihr solltet wissen das es ein kleines Problem mit dem Fleisch gibt. Es sollte schnell verarbeitet werden, ihr wisst wie empfindlich das Fleisch aus den Zwei Flüssen ist" Der Bursche nickte. "Ja, wir wissen es und werden es daher heute auf die Abendkarte setzen. und nach den Erfahrungen der letzten Male wird es auch bald verzehrt sein. Also euer Preis?" Nun musste Sodon improvisieren. Er kannte nicht die Preise der Händler und somit konnte er nur raten. Es konnte klappen oder schief gehen. "Drei Kupferstücke pro Scheibe" sprach er nun schnell und ernst, in der Hoffnung nicht zu billig aber auch nicht zu teuer zu sein. Der Bursche zuckte einen Moment, doch dann lächelte er. "Ja das ist angemessen. Wie viele Scheiben sind es?" "50 Scheiben, macht also zusammen ein Silberling und fünfzig Kupfer" Der Bursche nickte. "Ich werde es auslegen und mir dann vom Meister wieder holen." Er griff unter sein Schürze und holte eine Börse hervor. Der Bursche zählte das Geld ab und reichte es Sodon. "Danke" sagte dieser freundlich. "nun muss ich aber los. Sonst gibt es wieder ärger wenn ich zu spät bei den anderen bin." sagte er, drehte sich um. "Einen schönen Tag noch und bis bald" rief er dem Burschen zu und verließ den Hof. "Ja, euch auch und vielen Dank" rief der Bursche zurück und griff die Kiste.
Kaum hatte Sodon den Hof verlassen betrat Farut den Hof. "Sarat wo steckst du denn schon wieder?" rief er aufgebracht. Sodon blieb an der Mauer stehen um zu lauschen. Er wollte nun schon wissen ob auch Farut das Fleisch annahm. Doch er war schon zu weit weg um die beiden noch zu verstehen. Daher webter er schnell ein kleines Lauschgewebe. Gerade rechtzeitig um die Antwort Faruts zu hören.
"Thizan schickt eine Burschen um eine Extralieferung an uns zu senden? Sehr ungewöhnlich, aber vielleicht kommt er ja zur Vernunft, dieser alte Pfeffersack. Lass mal sehen?" Dann einen Moment Stille. Dann war wieder Farut zu hören. "Ja das ist hervorragendes Fleisch" Farut klatschte in die Hände. "Das kommt heute Abend auf die Karte und wir können das gut für zehn Kupferstücke unter die Leute bringen und sie werden uns das aus der Hand reißen." rief er fröhlich aus. "Lass uns rein gehen und alles vorbereiten. Dann kann ich dir gleich das Geld geben." Dann hörte Sodon das schlagen einer Tür und er wusste es hatte geklappt. Gut gelaunt ging er zurück in sein Versteck. Nun hieß es warten. Denn der zweite Teil seines teuflischen Plans würde erst in der Nacht anlaufen.
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.03.2009, 23:10 
Benutzeravatar
Gaidin

Registriert: 06.08.06
Beiträge: 241
Wohnort: Berlin
Langsam wurde es dunkel in der Stadt und immer mehr Leuten hatten ihr Tagwerk erledigt. Sie strömten nun in ihre Lokale und Vergnügungen. Es war wie jeden Abend. Diese Stadt schlief eigentlich nie.
Auch das Lokal "Zum fröhliche Gaidin" begann sich zu füllen. Farut hatte nun alle Hände voll zu tun. Vor kurzem hatte er erst ein Schild mit Sonderangeboten raus gestellt, auf dem er das frische erworbene Fleisch anpries. Und er hatte richtig spekuliert die Leute kamen in Scharen. Seine Frau und Köchin kam gar nicht hinterher mit dem braten des so saftigen Fleisches. Und wegen der entstehenden Hektik bemerkten sie nicht das sich das Fleisch in der Pfanne veränderte. Es wurde innen ganz grün doch auf Grund der Kruste die sich beim braten ergab, würde es erst beim anschneiden sichtbar. Doch niemand in der Küche dachte daran. So gelangten die ersten Scheiben ohne Kontrolle in den Schankraum. Und da war bald die Hölle los. Wo am Anfang noch freudige Erwartung die Stimmung beherrschte, so wurde sie bald durch ungewöhnliche Geräusche abgelöst. Einige welche die ersten Scheiben auf ihrem Teller hatte und sie gierig hinunter schlangen, lagen bald sich krümmend auf dem Boden. Stöhnend hielten sie sich den Bauch und erbrachen den ganzen Inhalt. Andere welche noch warteten sahen sich verwundert um und als sie die Ursache erahnten wurden sie ungehalten bis wütend. Einige nahmen Teller oder Tassen und warfen sie in Richtung Tresen. Andere gingen direkt auf den Wirt los.
"Willst du uns vergiften?" war noch eine der harmlosesten Fragen. Doch viele anderen benutzten deutlichere Worte und bald hatte sich eine wütende Menge von Gästen um den Wirt geschart. Farut musste sich rechtfertigen und kam doch nicht zu Wort. Alle schrien durcheinander, hoben die Fäuste und drohten ihn Prügel an. Es gab nur noch eine Möglichkeit. Sofort rannte der Wirt hinter den Tresen und begann sie Gäste zu entschädigen. Es war für ihn wie ein Spießrutenlauf. Bald war die Kasse leer, doch was noch schlimmer war: der Schankraum auch. Bis auf die welche sich auf dem Boden vor Schmerzen krümmten waren alle gegangen.
Farut setzte sich auf einen Stuhl und stöhnte "Ich bin erledigt ... " Er grub sein Gesicht in die Hände und stöhnte erneut auf. "Das ist der Ruin" seufzte er erneut. Dann erhob er sich und schlurfte nieder geschlagen in die Küche.
Auch seine Frau saß gebrochen auf einem Schemel. Als Farut eintrat hob sie den Kopf und erhob sich "Wir wurden hereingelegt, sieh ..." mit diesen Worten griff sie sich ein Stück Fleisch und schnitt es ein "Siehst du alles in Ordnung. Nun paß aber mal auf was geschieht wenn sie in der Pfanne landen." Sie legte es rein und nun konnten sie zusehen wie sich das Fleisch verfärbte und seinen wahren Charakter zeigte. Farut starte sie an "Das kann nicht wahr sein, wie geht das? Und warum hast du es nicht am Anfang gemerkt?" schrie er sie an. Sie blickte ihn mürrisch an. "Hör auf rumzubrüllen, Farut. Du hast gesehen was hier los war und das Fleisch hatte nicht den Anschein das es nicht in Ordnung war. Und da ich mich neben dem Fleisch auch noch um die Beilagen kümmern musste hatte ich halt nicht immer ein Auge drauf." sie redete sich in Rage und hatte auch ihre Stimme erhoben. "Wenn du nicht immer nur in der Schankstube wärst sondern auch mal hier hätten wir es vielleicht früher bemerkt." Sie ging auf ihn zu und ihre Haltung war mehr als bedrohlich. Es sah so aus als wolle sie sich mit all ihrem Gewicht auf ihn stürzen. Doch es kam nicht dazu. Eine Stimme aus der Tür unterbrach die beiden. "Farut was ist hier los udn wo sind deine Gäste? So leer hab ich die Schenke das letzte mal bei einem Schattenangriff gesehen" fragte die Stimme energisch, aber auch leicht ironisch. Der Wirt drehte sich um. "Ah Rhoden, gut das du kommst. Ich werde dich wohl bitten müssen dir eine andere Unterkunft zu suchen. Wir sind ruiniert." "Ich glaub du übertreibst mal wieder. Vielleicht gehst du mal in den Schankraum und hollst was anständiges zu trinken. Und dabei erzählst du mir was geschehen ist." "Das klingt gut wird aber nicht helfen, Rhoden." Damit griff er in einen Schrank über der Spüle. Holte eine Flasche Branntwein hervor und goss drei Gläser voll. "Auf den Untergang." sagte er und begann dann zu erzählen wie sie in diese Situation gekommen sind.


Bild

Im Leben der Mensch, im Kampf der Tod!
Bio
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.03.2009, 19:45 
Benutzeravatar
Hochgelehrter

Registriert: 26.05.07
Beiträge: 28
Wohnort: Quirat oder Sohima, Seanchan
Der Bug des Schiffs wühlte sich gegen den Strom des immernoch gewaltigen Flusses. Biegung um Biegung kämpfte es sich mit der Kraft des Windes und seiner Ruder voran. Und der Wind war kräftig Anfang des Frühjahrs.
Bereits seit einer Weile blitzte am Horizont voraus immer wieder etwas helles durch die Bäume am Ufer. Anfangs dachte der Mann, der im Bug auf einer Rolle dicken Taus saß, es seien bloß Spiegelungen im aufspritzenden Wasser gewesen. Aber mit der Zeit rückte die Gewissheit nahe, dass es bereits das Ziel seiner Reise war.
Jetzt, wo sich der Uferwald langsam lichtete, wurde das Bild mit jeder Biegung klarer.
Dort im Norden schob ein weißer Turm seine Spitzen über den Hügel.
Turydak erhob sich und ging an der Reling entlang zum Heck des flachen Schiffs, wo der Kapitän an der Ruderpinne stand. "Nich' mehr lang', Freund." grinste er Turydak an. Da vorn' guckt schon die Weiße Burg über die Hügel."
Turydak nickte und stellte sich neben ihn. "Ich weiß. Wann schätzt Ihr, dass wir ankommen?"
"Oh..." brummte der Mann Mit einem Blick ins Segel. "Wenn der Wind so bleibt werden zur Mittagszeit die ersten Häuser zu sehen sein und nochmal drei Stunden später oder so werd ich mit dem Hafenmeister schnacken." Trotzdem Hafenmeister von den Kapitänen als Halsabschneider betrachtet wurden, schien er sich richtig darauf zu freuen. "Bin den ganzen Winter an der Südküste unterwegs gewesen, hier oben ist immer ein schlechtes Geschäft im Winter. Machst dir höchstens das Schiff kaputt am Treibeis. Teilweise geht's bis nach Cairhien runter."
Turydak nickte und zur sich nach ein paar Worten in seine Kabine zurück.
Er nahm ein Buch aus seinem Seesack und begann wieder darin zu blättern. Einige Seiten waren schon abgegriffen und von vielen Blättern leicht gelb am Rand, aber alles in Allem war es in gutem Zustand. An einer Seite lag ein sauber zusammengefaltetes Blatt.
Der Brief hatte ihn im letzten Herbst erreicht. Nach dem Zwischenfall mit der Delegation der Weißen Burg in Seandar hatten die Gespräche doch noch zu einem sinnvollen Ergebnis geführt werden können und es wurden einige wichtige Kontakte zwischen den Akademien und der Burg geschlossen.
Im Spätherbst dann erreichte ihn eine Einladung nach Tar Valon. Da das Meer der Stürme seinen Namen nicht zu unrecht hatte, entschied er am Ende des Winters zu reisen, wenn die größten Stürme vorbei waren.
Er blätterte noch bis zum Mittag in dem Buch und begab sich nach dem Essen wieder an den Bug des Schiffes.
Eine Stunde oder so später begannen bereits die ersten Vorbereitungen für das Löschen der Waren im Hafen. Turydak beobachtete das reger werdende Treiben und irgendwann, die Mauern der Stadt waren schon fast in Sichtweise, stießen kurz nacheinander an beiden Ufern Straßen auf den Fluss und zogen sich an ihm entlang auf die Stadt zu. Das Treiben auf den Straßen wurde immer dichter und irgendwann schlugen sie wieder Bögen vom Fluss weg, um zum Fuß der Brücken zu laufen, die sich in weiten Bögen über das Wasser spannten.
Und wenig später waren sie auch schon in den Südhafen eingelaufen, hatten ihren zugewiesenen Liegeplatz erreicht und als die Planke auf den Kai gelegt wurde ging sofort das Löschen der Kisten, Säcke, Tonnen und Fässer los.
Turydak bezahlte die zweite Hälfte der Fahrt beim Schatzmeister des Schiffs, nahm seinen Seesack auf den Rücken und wandte sich wieder festem Boden zu. Nicht, dass er mit dem Wasser Probleme gehabt hätte. Er war Wochenlang mit Aman durch die Wege gewandert und im Gegenteil zum Meer gab es dort nichts, was einen oben schwimmen ließ, aber es war doch auch wieder angenehm, wenn auch anfangs ein wenig ungewohnt, nach der langen Seereise von Shon Kifar nach Tear und dann auf dem Fluss weiter nach Tar Valon wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

Talente: Wegtore, Ogier Wissen und Schrift
For Her Highness, the Empress, may she live forever.
Freund von Aman, Sohn des Garon, aus dem Stedding Sohima
Übersicht über Ta'Kirinaes Chars
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.03.2009, 20:37 
Benutzeravatar
Aes Sedai

Registriert: 03.09.06
Beiträge: 553
Wohnort: Überall, wo das Licht gebraucht wird...
Choirn al'Bharuia zügelte ihr Pferd und stand in den Steigbügeln auf um einen besseren Blick über den Hafen und die dort liegenden Schiffe zu haben.
"Siehst du ihn?" fragte sie ihre Behüterin, die neben ihr auf ihrem Schecken saß und ebenfalls in das bunte Treiben spähte. Ta'Kirinae schüttelte den Kopf. "Warum muss er auch mit dem Schiff kommen? Wer fährt denn freiwillig so lange über's Wasser, wenn es auch bequemer gehen kann?" murmelte Choirn kopfschüttelnd. Ihr war der Rücken eines Pferdes wesentlich lieber als ein schwankendes Schiff, von dem es keine Fluchtmöglichkeit hab. Sie sah so angestrengt nach den Schiffen, dass sie den belustigten Blick nicht bemerkte, den ihre Behüterin ihr zuwarf.
Choirn fing gerade an, zu bezweifeln, dass es eine gute Idee gewesen war, Turydak am Hafen zu empfangen, als ihre durch die Macht geschärften Augen etwas wahrnahmen. Ein kahler Kopf, der sich durch die Menge schon. "Ta'Kiri!" Choirn wies in die Richtung des Kopfes, der sich beim näher kommen als großgewachsener Mann in hellen Kleidern und mit einem Seesack auf der Schulter entpuppte. Ta'Kirinae nickte und war dem Diener, der im Livree der Weißen Burg hinter ihnen auf einem stämmigen kleinen Pferd saß. "Das muss er sein! Steig ab! Du bekommst gleich Arbeit."
Auch Choirn schwang sich vom Pferd, drückte Ta'Kirinae, die ebenfalls abgesessen war, die Zügel in die Hand, und ging dem seanchanischen Machtlenker, der sie bereits gesehen hatte, die letzten Schritte entgegen.
"Seid herzlich Willkommen in Tar Valon, Turydak Samyal." begrüßte sie den Seanchan respektvoll. Es war Turydak gewesen, der bei dem unglücklichen Besuch der Amrylin in Seanchan die Verräter gefunden und die Gefangenen, darunter auch Choirn und Ta'Kirinae, befreit hatte. Darum war es Choirn eine große Freude und Ehre, Turydak bei seinem Besuch in der Weißen Burg alles zu zeigen und seine Fragen zu beantworten, soweit dies in ihrer Macht lag.
"Seid gegrüßt, und vielen Dank für die Einladung in diese herrliche Stadt, Choirn al'Bharuia Aes Sedai. Ich hatte gar nicht damit gerechnet, abgeholt zu werden, wie habt Ihr erfahren, wann ich ankomme?" antwortete der Seanchan. Choirn lächelte. "Die Weiße Burg verfügt über viele Augen und Ohren, Turydak Samyal. Ein Besucher von einem andern Kontinent ist leicht, auszumachen." Sie winkte den Diener herbei, der im Hintergrund gewartet hatte. "Der Diener wird Euer Gepäck nehmen. Wenn Ihr Euch von der Reise ausruhen wollt, begleiten wir Euch gerne zur Burg. Andernfalls kann ich Euch einen kleinen Rundgang durch die Stadt anbieten. Tar Valon wird zurecht als schönste Stadt dieser Länder bezeichnet und hat unter anderem einige sehr hochwertige Gaststätten zu bieten."

Bild

Bio~ Es gibt keine stärkere Fessel, als die, die wir uns selbst schmieden ~Chars von Choirn
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 21.03.2009, 17:21 
Benutzeravatar
Hochgelehrter

Registriert: 26.05.07
Beiträge: 28
Wohnort: Quirat oder Sohima, Seanchan
Nachdem er seinen Seesack an den Diener übergeben hatte nickte er freundlich Choirns Behüterin zu, die jetzt mit den Zügeln der drei Pferde hinter ihr stand. "Ich grüße auch Euch, Ta'Kirinae Nimodo Gaidar." Und wieder an Choirn gewandt sprach er weiter. "Meine Reise war durchaus erholsam." Er lächelte kurz. "Und eine Stadtführung würde mir durchaus gefallen. Ich habe zwar viel von Tar Valon gehört und gelesen, aber es mit eigenen Augen zu sehen ist natürlich um Meilen besser."
Nach einem kurzen Rundumblick fügte er hinzu "Ein sehr guter Freund in Seanchan ist Steinmetz. Ich glaube, er würde sein Leben geben, um diese Stadt zu sehen. Sie ist, für ihre Zeit, vollkommen. Und auch, wenn einiges mittlerweile ausgebessert werden musste, ist sie der Beweis für wahre Steinmetzkunst vom Beginn des letzten Zeitalters. Nicht viele Städte können auf so eine große Zahl an so alten Bauten verweisen." Er sah Choirn freudig an. "Ich habe keinen Zeitdruck, von daher lasst uns erst die Stadt erkunden. Ich freue mich auf die Weiße Burg als krönendes Finale."
Er hätte es gerne gehabt, hätte Aman ihn begleiten können. Aber einerseits hatte er einen wichtigen Auftrag in Seandar und außerdem hatten die Seanchan auch vom Sehnen gehört und Turydak wollte lieber kein Risiko eingehen, dass es hier auch Aman befallen könnte, denn er wusste nicht, wie es sich äußerte und wie schnell darauf reagiert werden musste. Er nahm sich vor, bei Gelegenheit in der Bibliothek der Burg nachzuforschen.

Talente: Wegtore, Ogier Wissen und Schrift
For Her Highness, the Empress, may she live forever.
Freund von Aman, Sohn des Garon, aus dem Stedding Sohima
Übersicht über Ta'Kirinaes Chars
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 22.03.2009, 10:45 
Benutzeravatar
Gaidin

Registriert: 06.08.06
Beiträge: 241
Wohnort: Berlin
Die Stunden des Vormittags vergingen wie im Flug. Taktik, Strategie und Verteidigungsarten waren die Schwerpunkte seiner heutigen ersten Unterrichtsstunden. Und sie hatten dem Meister wieder einmal die Stärken und Schwächen der einzelnen Rekruten aufgezeigt. Nun einige stellten sich sehr geschickt an wenn es darum ging einen Gegner zu umlaufen und einen Hinterhalt zu legen. Andere waren wiederum brillant darin taktische Reitermanöver auszuführen. Doch zwei hatten deutliche Schwächen was Wehrbau und Verteidigungsanlagen betraf. Das wurmte ihn ein wenig wo er doch gerade von den beiden sehr viel hielt.
So saß er nun in seinem Arbeitszimmer und überlegte wie er den beiden dieses so wichtige Thema näher bringen konnte. Die Mittagszeit war heran und es war Zeit für eine Pause. Er saß nun in seinem Arbeitszimmer und löffelte einen Teller Hühnersuppe welche er sich aus der Küche hatte bringen lassen. Seine Gedanken kreisten immer noch um die beiden Rekruten als ihm eine Idee kam. Er stand auf, ging zur Tür und öffnete sie. Der Aethan welcher wie immer vor seiner Tür stand straffte sich als er den Meister sah. "Sorge dafür das die Rekruten Anariell thel en Curo und Dorian îdh'Pesseg unverzüglich in meinem Arbeitszimmer erscheinen." befahl er kurz angebunden und schloss die Tür wieder ohne ein weiteres Wort. Er wusste das diese Art von Befehlen immer schnell ausgeführt würden. Er setzte sich wieder und aß zufrieden weiter. Er wusste nun wie er den Beiden Wehranlagen am anschaulichsten näher bringen konnte.
Nach dem er mit der Mahlzeit fertig war setzte er sich an sein Schreibtisch und ging die Dienstpläne der Wachmanschaften der Stadtmauer durch. Er wollte wissen wer heute diensthabener Gaidin war um diesen dann mit in den Unterricht einzubinden.


Bild

Im Leben der Mensch, im Kampf der Tod!
Bio
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27.03.2009, 13:17 
Benutzeravatar
Aethan

Registriert: 24.03.07
Beiträge: 58
Wohnort: Worms
Anariell saß wie immer zu dieser Zeit an einem Tisch im riesigen Speisesaal. Viele andere, vor allem Novizen und Aufgenommene und Rekruten und Aethan aßen jetzt hier. Die mittägliche Pause würde bald wieder vorbei sein und sie schlang ein paar letzte Bissen ihrer Mahlzeit herunter. „Ich werde jedenfalls nie verstehen, warum wir dieses Zeug lernen müssen... Ich will keine Mauern bauen und auch nicht feige oben auf der Mauer stehen! Viel lieber bin ich auf einem guten Schlachtross mitten im Getümmel... umgeben von anderen Behütern und meine Aes Sedai im Rücken als Verstärkung! Stell dir das doch mal...“, sie beendete den Satz nicht, da eiligen Schrittes ein Aethan an den Tisch getreten war. „Anariell? Dorian?“, er wartete nicht lange, doch die beiden nickten bevor er fort fuhr, „Ihr solltet schleunigst eure Teller wegräumen und bei Cadim Gaidin erscheinen, ich hoffe für euch, dass ihr nichts angestellt habt!“. Er drehte sich wieder um und ging, während Anariell und Dorian sich fragend ansahen. „Haben wir was gemacht? Ich kann mich Ausnahmsweise an nichts erinnern... Oder meinst du er will uns wegen etwas anderem befragen?“, sie legte ihre Stirn in Falten und überlegte während die beiden ihre Teller wegräumten. „Vielleicht , weil wir so schlecht waren im Taktik Unterricht vorhin... Am Ende dürfen wir bald die Theorie aus Büchern abschreiben wie die Novizen!“, antwortete Dorian auf ihre Frage. Ungläubig sah sie ihn an. Doch hoffentlich nicht so etwas trockenes! Mit einem Gruß an die anderen verließen die beiden den Saal und eilten durch die Gänge der Burg, gerade langsam genug um von keiner Aes Sedai oder einem der Gaidin einen Rüffel zu bekommen. Schlimm genug, dass sie wahrscheinlich genau das bei Cadim erwartete, wieso sonst sollte er sie zu sich rufen? Immerhin würden sie auch das Training am Mittag verpassen oder sich zumindest verspäten.
Sie erreichten das und klopften an die Tür. „Herein!“, Anariell warf dem Rekruten noch einen unsicheren Blick zu und betrat dann gemeinsam mit ihm das Zimmer. „Seid gegrüßt Cadim Gaidin, ihr habt uns rufen lassen?“.

Bild
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27.03.2009, 15:16 
Benutzeravatar
Gaidin

Registriert: 06.08.06
Beiträge: 241
Wohnort: Berlin
Auf seinem Ruf hin traten die beiden Rekruten ein. Er hob den Kopf und blickte sie einen Moment musternd an. Dann legte er die Papiere zur Seite und erhob sich um sich vor den beiden hinzustellen. "Ja ich habe euch rufen lassen." begann er und schaute von einem zum anderen. "Mir missfällt eure Aufmerksamkeit was den Unterricht in Wehrverteidigung und Taktik betrifft." Er begann langsam vor den beiden auf und ab zu gehen. "mir ist sicherlich bewusst das es euch langweilt und ich habe Verständnis dafür. Ihr seid jung und voller Energie, daher ist es für euch nur trockene Theorie und nicht für euch von Belang." Dann bleibt er wieder vor den beiden stehen. "Doch es wird eine Zeit geben wo ihr es braucht, ob ihr wollt oder nicht. Irgendwann werdet ihr vor die Wahl gestellt eine Stadt, ein Dorf oder ein Treck zu schützen. Und wenn ihr dann nichts von taktischer Verteidigung versteht, werdet ihr schnell überrannt werden." Er ging nun zu seinem Schreibtisch und schrieb einen kleinen Brief. "Daher hab ich mir überlegt wie ich euch das anschaulich machen kann und bin zu der Überzeugung gelangt das eine Besichtigung einer guten Wehranlage am sinnvollsten wäre." Er stand wieder auf und reichte Anariell das Schreiben. "Die ist eine Genehmigung die Burg zu verlassen. Macht euch reitfertig und lasst euch Pferde geben. Wir treffen uns in einer halben Stunde am Haupttor. Wir werden uns mit Thearus Gaidin an der Stadtmauer treffen und dann eine Besichtigung der Wehranlage vornehmen." Er setzte sich wieder hinter seinen Schreibtisch und blickte mürrisch auf als die beiden immer noch standen wie angewurzelt. "nun was ist? Vorauf wartet ihr? Los die Zeit läuft!!!"


Bild

Im Leben der Mensch, im Kampf der Tod!
Bio
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 31.03.2009, 20:56 
Benutzeravatar
Aethan

Registriert: 26.03.08
Beiträge: 30
Schuldbewusst blickte Dorian zu Boden als Meister Cadim über ihre Leistung in Wehrverteidigung und Taktik redete und war sich fast sicher, dass es Anariell neben ihm nicht wesentlich besser ging. Er konnte nicht umhin bekräftigend zu nicken als Cadim Gaidin von der Langweiligkeit des Unterrichts redete und fragte sich worauf er hinaus wollte. Dorian blickt Anariell fragend an doch auch sie schien ratlos, doch dann rückt Cadim Gaidin endlich damit heraus.
Besichtigung einer Wehranlage, das klang doch gar nicht so schlecht. Eine Genehmigung die Burg dafür zu verlassen klang, nach etwas Abwechslung im tristen Trainingsalltag und in sofern sogar richtig gut. Unsicher blickte er den Gaidin an, der Anariell das schreiben gereicht hatte und dann Anariell mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und Abenteuerlust. Zaghaft murmelte er ein: „Entschuldigung Meister!" als Cadim Gaidin sie zur Eile treibend aus dem Büro scheuchte und spurtete hektisch an Anariells Seite hinaus.
Kaum waren sie draußen und die Tür hinter ihnen geschlossen platzte es aus ihm heraus: „Stimmt das Wirklich? Ist das wirklich eine genehmigung die Burg zu verlassen?“
Gespannt schaute er als Anariell bekräftigend nickte und sagte: „Ja, ist es!“. Ungläubig fragte Dorian: „Was das wohl wird? Es kann doch nicht sein das im Unterricht nicht aufpassen sich neuerdings lohnt.“, Anariell erwiederte: „Warum es sind ja doch nur langweilige Wehranlagen, aber in jedem Fall sollten wir uns beeilen, sonst bekommen wir gleich den nächsten Ärger und der wird vermutlich kaum nochmal so mild ausfallen. Immerhin kommen wir so mal wieder zum Reiten!“
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 31.03.2009, 20:58 
Benutzeravatar
Aethan

Registriert: 24.03.07
Beiträge: 58
Wohnort: Worms
Anariell und Dorian erreichten fast außer Atem den Stall. nicht, dass sie nicht genug Ausdauer hätten um weitere Strecken zu laufen, aber sie hatten sich unterwegs noch über den bevorstehenden Ausflug in die Stadt unterhalten und Neugierig war gar kein Ausdruck für die Stimmung der beiden. Sie waren schon sehr lange nicht mehr in der Stadt gewesen und so freuten sich beide auf die Besichtigung , auch ohne daran zu denken, dass sie einfach verschwinden und feiern gehen könnten. Außerdem hatten die Streiche der beiden ihnen schon mehr als genug striemen und auch Stallmisten eingebracht. So wurden sie auch damit begrüßt, dass die Stallburschen ihnen grinsend entgegenkamen, während sie an einen freien Mittag dachten. Dachtet ihr euch so, heute nicht! Anariell wedelte mit dem Zettel vor dem Gesicht eines Stallburschens herum und musste ihrerseits grinsen, als seine Mundwinkel nach unten sanken und er mürrisch nach dem Zettel griff. "Zeich ma her den Wisch, ihr zwei heckt doch nua wieder was aus...". Er wendete sich an seinen Kameraden: "Das sieht sogar echt aus... Wir geben ihnen einfach die beiden da hinten, wenn die damit weglaufen wollen, kriegt die ein blinder mit Krückstock eingefangen.", der andere nickte.
"Ich glaube kaum, dass wir bei einem Ausflug mit Cadim Gaidin auf solchen Schindmähren unterwegs sein sollten, wenn ihr da anderer Meinung seid, klärt das doch selbst mit ihm. Wie wäre es mit den beiden da?", die Rekrutin wies auf zwei hübsche, langbeinige Tiere, ein Brauner und ein Rappe. Gewiss keine wahren Schönheiten wie sie von Aes Sedai und Gaidin geritten wurden, aber durchaus angemessen wie sie fand. Der zweite Stallbursche sah die beiden Rekruten etwas angesäuert an. "Nich meine Sache, holt se raus und macht se selber fertig.". Nun ja, vielleicht hätten es zwei andere auch getan... Die Rekruten zwinkerten einander kaum merkbar zu. Ohne zu murren beeilten sie sich jetzt die Pferde zu säubern und aufzuzäumen. "Dorian, meinst du wir bleiben lange draußen? Und denkst du wir dürfen auch mal kurz bei dem Schmied vorbeischaun, bei dem ich so lange gearbeitet hab?", ihre Stimme klang aufgeregt. "Ich glaub nich, dass wir noch jemanden besuchen drüfen, immerhin ist es so schon ein riesiges Glück, dass wir mal wieder raus dürfen!". Der Rappe schnaubte verärgert als Anariell aufsaß und ihn aus dem Stall trieb. "Stimmt, wenn die anderen hören, dass wir draußen waren, werden sie ohnehin schon neidisch sein.".
Gemeinsam ritten die beiden aus dem Stall, die Pferde spürten die Stimmung und tänzelten unruhig, als sie auf Cadim warteten, der kurz darauf auf einem der besten Pferde die man hier finden konnte heranritt.

Bild
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 01.04.2009, 09:09 
Benutzeravatar
Gaidin

Registriert: 06.08.06
Beiträge: 241
Wohnort: Berlin
Cadim's Windpfeil stand nicht, wie üblich, im Stall sonder war schnell im Hof angebunden worden, so hatte er den kürzeren Weg und er wollte heute eh in die Stadt, da es mal wieder Zeit war Farut und Rhoden zu besuchen. Doch nun hatte er erstmal dei zwei Rekruten zu unterrichten. Nun nicht eine Sache die ihn groß herausforderte, aber immerhin eine Sache die ihm nicht zu wider war. Bald hatte er das Tor erreicht und sah die beiden schon stehen und warten. Er ritt heran und nickte. "Nun schnell seid ihr ja, das muss man euch lassen. Nun dann lasst uns aufbrechen." Mit einem nicken in Richtung der Torwachen sorgte er dafür das die Tore geöffnet wurden und sie ritten auf den großen Platz vor der Burg. Dieser war schon wieder voll mit Menschen. Menschen die in die Burg wollten, entweder um sich zu bewerben, einfach jemanden besuchen oder um Waren zu liefern. Er ritt langsam durch die Menschen hin durch. Kurz hinter ihm ritten die beiden Rekruten mit strahlenden Gesichtern. Cadim grinste leicht, manchmal wünschte er sich auch er könnte sich so über einen Besuch in der Stadt freuen wie diese beiden. Sie versuchten zwar beide ein ernstes Gesicht bei zu behalten, doch das strahlen ihrer Augen verrieten sie.
Nach dem sie den Hof vor der Burg überquert hatten beschleunigte Cadim sein Pferd, da nun weniger Leute im Weg standen. Und viele hatten auch Möglichkeiten den Pferden auszuweichen. So kamen sie nun schneller voran. Doch es war noch ein weiter Weg bis zur Stadtmauer und so ritten sie gemütlich aber zügig durch die Stadt.


Bild

Im Leben der Mensch, im Kampf der Tod!
Bio
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03.04.2009, 23:10 
Benutzeravatar
Aes Sedai

Registriert: 14.05.07
Beiträge: 101
Wohnort: Tar Valon
Es war früher Nachmittag, als Suandin zu den Weißen Quartieren hochstieg. Die zweite Essensausgabe war gerade vorbei und sie hatte sich an einem ordentlich gewürzten Fisch satt gegessen.
Es war schon recht lange her, dass die Weiße Schwester im Speisesaal gegessen hatte. Heute jedoch zeigte sich nach einem langen und kalten Winter erstmals wieder die Sonne in ihrer ganzen Pracht, so dass sie eine Weile im Garten verblieb und es sich danach nicht nehmen ließ, den Rekruten eine Weile beim Trainieren zuzusehen. Nicht, dass sie daran interessiert wäre, einen Gaidin oder eine Gaidar an sich zu binden, aber die gleichmäßigen und schon fast elegant wirkenden Bewegungen, die die Klinge die Luft zerteilen ließen, hatten etwas Beruhigendes. Da bot es sich auch an, wieder einmal im großen Speisesaal zu essen.

Doch nun wollte sie wieder ihre Ruhe haben und arbeiten, nachdem sie ihre übliche Tasse Tee nach dem Essen hatte. Die Seanchan bog um die letzte Ecke und trat durch den großen Torbogen in die Weißen Quartiere.
Auf den schlicht gehaltenen Korridoren war wie immer niemand zu sehen. Trotz der Tatsache, dass vor einem halben Jahrtausend jedem die Möglichkeit gegeben wurde, sich ins Novizenbuch eintragen zu lassen, waren die Weißen immer noch die kleinste Ajah. Vermutlich würde sich daran auch in den nächsten fünfhundert Jahren nicht viel dran ändern. Suandin jedoch empfand diese Stille nicht als beängstigend, so wie es vielleicht einige andere Aes Sedai sähen - immerhin bestand nicht mehr die Gefahr, dass die Aes Sedai eines Tages aussterben würden - nein, diese wunderbare Stille war eben die geräuschlose Geräuschkulisse der Weißen Ajah.

Nach einigen weiteren Schritten bog sie wieder ab und landete auf einem kleineren Nebenflur, an dessen Ende sich ihre Räumlichkeiten befanden. Als sie die Tür öffnete, registrierte Suandin nebenbei, dass bereits sauber gemacht worden war; ebenso war aus dem Kamin die Asche entfernt worden. Zum ersten Mal in diesem Jahr hatte die Weiße das Feuer ausgehen lassen.
Auf dem kleinen Tisch stand bereits das Teeservice bereit: eine kleine weiße Kanne und lediglich eine einzelne, henkellose Tasse sowie eine Honigdose. Es war bei weitem nicht so zerbrechlich und dünn wie das Service, das sie für Besucher hatte. Dieses hier war nach seanchanischer Art und eines der wenigen Dinge, das Suandin sich als Erinnerung an ihre Vergangenheit gestattete. Die Burg war sehr gut darin, das Vergangene wirklich vergangen zu machen - lediglich ihr Dialekt konnte nicht ganz getilgt werden. Alles Andere jedoch wie bestimmte Verhaltensweisen wie das Zeichen gegen das Böse oder die extreme Ablehnung gegenüber tieferen Ausschnitten in Kleidern hatte die Burg tilgen können.

Suandin befüllte einen kleinen Kessel mit Wasser und erhitzte das Wasser mit der Macht darin; währenddessen gab sie einige Blätter in die Teekanne. In diesem Moment klopfte es an der Tür. Dieses Klopfen war nicht so energisch wie das einer anderen Aes Sedai, es war viel mehr schüchtern, so, als ob der Anklopfende sich nicht traute, einzutreten.
"Herein", sagte die Weiße Schwester in Richtung der Tür. Ihr Tonfall war strenger als beabsichtigt.

Vorsichtig wurde die Tür aufgeschoben und ein weiß gewandetes Mädchen kam dahinter zum Vorschein. Kaum hatte die Novizin einen Schritt in den Raum gemacht, da knickste sie so tief, dass ihre Nase fast ihr Knie berührte. Einige Sekunden lang sagte sie nichts.
"Ja, Kind? Was kann ich für Euch tun?", fragte Suandin ungeduldig.
"Ae-aes Sed-dai, es ist ein Brief für Euch eingetroffen", stammelte die Novizin und hielt einen Umschlag hoch, ohne den Blick zu heben.
"Vielen Dank, Kind", sagte Suandin in betont kühlem Tonfall und nahm ihn entgegen. Das Siegel war grün und der Abdruck eines Schlangenrings befand sich darauf, also war er wahrscheinlich von einer anderen Aes Sedai. Allerdings betrachtete Suandin die immer noch im Knicks verharrende Novizin und wunderte sich, warum diese nicht schon längst einen Krampf in den Beinen hatte. Einen Moment lang überlegte sie zynisch, ob sie es nicht einfach mal darauf ankommen lassen wollte, doch dann bemerkte Suandin: "Ihr möget Euch erheben", und erbrach das Siegel.

Zum Vorschein kamen schwungvoll geschriebene Zeilen:

Seid gegrüßt, Schwester,

ich habe das Vergügen, Euch mitzuteilen, dass sich seit heute ein Gast aus Seanchan, der Hochgelehrte Turydak Samyal, in der Burg befindet. Zu seinen Ehren werden wir heute Abend im Gasthaus "Zum fröhlichen Gaidin" speisen. Ich wäre hocherfreut, Euch ebenfalls in dieser Gesellschaft begrüßen zu können.

Choirn al'Bharuia


Ein Gast aus Seanchan, soso. Suandin konnte sich nicht daran erinnern, je einen Seanchaner getroffen zu haben, der aus dem Reich stammte. Es würde also ein interessanter Abend werden ...

"Wird es eine Antwort geben, Aes Sedai?", unterbrach die Stimme der Novizin sie in ihren Gedanken.
Die meisten Aes Sedai würden ihre Antwort nun mündlich mitteilen, aber Suandin war mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, dass solche Mitteilungen nur den Klatsch in den Novizenquartieren unnötigen anheizten.
Jetzt hatte die Weiße kurz Gelegenheit, die Novizin zu betrachten. Braune Haare, zu einem zweckmäßigen Zopf gebunden, umrahmten ein herzförmiges Gesicht mit einer Stupsnase und einem kleinen Schmollmund. Wo auch immer sie herkam, in ihrer Heimat galt sie sicherlich als Dorfschönheit oder vielleicht sogar als Herzensbrecherin, aber in ihren großen braunen Augen entdeckte Suandin so etwas wie Angst, was die Schönheit schmälerte. Wahrscheinlich war das Mädchen erst vor kurzem bestraft worden.

"Ich werde eine Antwort verfassen, Kind", erwiderte die Seanchan ruhig. "Wartet hier. Und schließt die Tür zum Korridor, es zieht." Das Mädchen gab so etwas wie ein ersticktes Quieken von sich und raste in Richtung Tür, um sie zu schließen.
Suandin ging in ihr Arbeitszimmer und schrieb einige kurze Antwortszeilen:

Ich grüße Euch, Schwester,

gerne nehme ich Eure Einladung an und freue mich darauf, Euren Gast kennen zu lernen.

Suandin Avarath


Sorgfältig streute sie Sand über die Tinte, faltete nach dem Trocknen der Tinte das Papier zusammen, steckte es in einen Umschlag, versiegelte diesen mit weißem Siegellack und drückte ihren Schlangenring hinein.
Als sie kurz darauf die Tür zu ihrem Wohnzimmer öffnete, entdeckte sie, dass die Novizin nun an ihrem Bücherregal stand und interessiert die Titel musterte. Offenbar hatte sie nicht gehört, wie die Tür sich öffnete, also ließ Suandin die Tür mit Absicht ein wenig knarzen. Fast schon amüsiert beobachtete sie, wie das Mädchen herumwirbelte:
"Habe ich Euch gestört?", fragte sie mit frostigem Tonfall.
"Ich wollte nicht ... "
"Spart Euch die Ausrede. Wie heißt Ihr, Kind?"
"Zarah, Aes Sedai."
"Nun gut, Zarah, Ihr werdet die Herrin der Novizin aufsuchen. Das Eigentum Anderer hat Euch nicht zu interessieren. Demnächst werdet Ihr wohl Gespräche belauschen."
Suandin trat einige Schritte auf Zarah zu und drückte ihr den Umschlag in die Hand.
"Stellt diesen Brief nun Choirn Sedai zu und sucht danach Lyuna Sedai auf. Ich hoffe für Euch, dass Ihr in der nächsten Stunde dort gewesen seid. Und jetzt lauft!"

Hastig machte Zarah einen Knicks und rannte hinaus, wobei sie die Tür schon fast zuschlug. Doch Suandin beachtete das nicht weiter, sondern wandte sich ihrem Tee zu. Das Wasser war mittlerweile nur noch lauwarm zu nennen, so dass sie es erneut erhitzen musste. Als sie schließlich ihre Tasse mit dem heißen Getränk in der Hand hielt, kreisten ihre Gedanken ausnahmsweise um eine sehr weltliche Frage: Was zog sie bloß zu diesem Anlass an?

Biographie von Suandin | Übersicht über alle Charaktere
Aes Sedai der Weißen Ajah | Avatar: (c) by Cris Ortega
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 04.04.2009, 13:20 
Benutzeravatar
Aes Sedai

Registriert: 03.09.06
Beiträge: 553
Wohnort: Überall, wo das Licht gebraucht wird...
Choirn bedeutet die Diener, das Gepäck des hohen Gastes zu nehmen und Turydak reichte ihm nur zu gern seinen schweren Seesack. Während der Diener den Sack auf das Packpferd verfrachtete und sich zur Brug aufmachte, überreichte Ta'Kirinae dem Seanchan die Zügel des dritten Reitpferdes, das der Diener mitgeführt hatte.
"Zu Pferd lässt sich die Stadt einfach besser besichtigen." kommentierte sie und schwang sich in den Sattel ihres Schecken. Auch der Seanchan und Choirn stiegen auf und dann begannen die beiden Freundinnen und ihr Gast mit der Besichtigung der prächtigen Stadt.


Turydak zeigte so viel Faszination und Interesse an Tar Valon, dass die Sonne schon neigte, als sie endlich durch die hohen Tore der Weißen Burg ritten. Ein paar Rekruten, die ihren Weg kreuzten, betrachteten neugierig den Fremden, doch auf Choirns missbilligenden Blick hin, verschwanden sie eilig hinter dem Stall. Drei Stallburschen nahmen ihnen die Pferde ab, dann führte Choirn den Gast zu dem hellen geräumigen Zimmer im Gästetrakt, das für ihn bereitgestellt worden war. Zufrieden bemerkte sie, dass schon warmes Wasser und Erfrischungen gebracht worden waren um es dem fremden Machtlenker so angenehm wie möglich zu machen.
"Ihr wollt Euch sicher etwas frisch machen und ausruhen." sagte Choirn an der Tür. "Die Diener werden Euch ein heißes Bad einlassen, wenn ihr wünscht." Die beiden Diener verneigten sich. "Es wäre mir eine große Freude, wenn Ihr später mit uns im Gasthaus "Zum fröhlichen Gaidin" speisen würdet. Das Essen dort ist einzigartig." schlug sie vor.

Bild

Bio~ Es gibt keine stärkere Fessel, als die, die wir uns selbst schmieden ~Chars von Choirn
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 08.04.2009, 22:50 
Benutzeravatar
Hochgelehrter

Registriert: 26.05.07
Beiträge: 28
Wohnort: Quirat oder Sohima, Seanchan
"Das klingt nach einem guten Plan, viel Bewegung macht schließlich hungrig." sagte Turydak und nickte den beiden zu. "Vielen Dank. Ich werde sicher ein Bad nehmen und danach hier auf Euch warten. Ich bin sehr gespannt auf die Tar Valoner Küche."

Als er die Tür hinter sich schloss waren die Diener schon dabei, das Bad vorzubereiten, und kurz darauf glitt er in die Dampfende Wanne.
Nach dem ausgiebigen Bad saß er noch mit einem Buch und einem Becher gewürztem Wein im Sessel. Die Auswahl, die er im Regal vorgefunden hatte war, für ein einfaches Gästezimmer, beeindruckend.
Als es an der Tür klopfte, legte er das Buch zur Seite und nahm noch einen Schluck Wein. Als der Diener die Tür öffnete, erhob er sich und Choirn und Ta'Kirinae traten ein.
Turydak nickte höflich und trat ihnen entgegen. "Ich bin zum Aufbruch bereit, es kann also direkt losgehen." sagte er lächelnd und griff auf Choirns nicken hin nach seinem Mantel. So weit war der Frühling noch nicht vorangeschritten, dass es draußen lange warm blieb.

Nachdem sie Turydaks Zimmer verlassen hatten führte der weg sie nicht direkt zum Hof der Burg hinab sondern zuerst noch in die Hallen der Weißen Ajah. Turydak beobachtete interessiert, wie sich der Charakter der Flure und die Ausstrahlung der Menschen änderte, während sie die Gänge entlangschritten. Immer wieder begegneten ihnen Novizen und Diener, die sich tief verbeugten oder knicksten, was Turydak mit gemischten Gefühlen aufnahm, aber natürlich stillschweigend akzeptierte. "Andere Länder, andere Sitten" war es, was man zu sagen pflegte.
In den Weißen Hallen blieben sie vor einer Tür stehen und Choirn klopfte an.

Talente: Wegtore, Ogier Wissen und Schrift
For Her Highness, the Empress, may she live forever.
Freund von Aman, Sohn des Garon, aus dem Stedding Sohima
Übersicht über Ta'Kirinaes Chars
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09.04.2009, 22:29 
Benutzeravatar
Aes Sedai

Registriert: 14.05.07
Beiträge: 101
Wohnort: Tar Valon
Suandin schaute sich prüfend im Spiegel ihrer Kommode im Schlafzimmer an. Es war schon eine Weile her, dass sie die freundliche Einladung erhalten hatte. Nach einem schnellen Bad stand sie eine Weile und betrachtete die Kleider, die sie zur Auswahl hatte. Sicher, es waren alle fein genug, um einem solchen Anlass zu entsprechen - hauptsächlich weiße Kleider aus Seide mit einem geringen Anteil an Stickereien. Eben das, was man von einer Weißen erwartete.
Letztendlich jedoch entschied sie sich für eine cremefarbene Robe im seanchanischen Stil. Ursprünglich wollte sie diese erst anziehen, wenn sie ihre Eltern besuchen würde, allerdings hatte sie diesen Plan schon lange verworfen. Dazu war der Bruch einfach viel zu groß.

Aber für diesen Anlass war es hoffentlich genau das Richtige. Die Weiße holte noch aus einer Schublade dezenten Schmuck hervor - ein silbernes Collier mit einigen Mondsteinen. Als sie gerade den Verschluss im Nacken verschlossen hatte, klopfte es an der Tür.
Wer mag das sein?, fragte sie sich, als sie nach einem letzten prüfenden Blick in den Spiegel zur Tür ging und diese öffnete.

Draußen standen Choirn, ihre Behüterin und der hochgewachsene Mann mit dem kahlen Kopf musste wohl der angekündigte Besucher sein.
"Ah, seid mir gegrüßt", sagte Suandin. "Choirn. Gaidar."
Sie nickte beiden zu, bevor sie sich dem Dritten im Bunde zuwandte.
"Und Ihr seid ... ?"
Der Mann stellte sich als Turydak Samyal, Hochgelehrter der Kaiserlichen Akademie zu Quirat vor. Die Weiße fragte sich flüchtig, was eine so hochstehende Persönlichkeit in das vom Schatten bedrohte Tar Valon führte, allerdings dachte sie nicht weiter drüber nach, sondern erwiderte:
"Es ist mir eine Ehre, Hochgelehrter", und knickste auf die alte seanchanische Art, was sie zuletzt als Novizin getan hatte.

"Wollen wir zur Schenke aufbrechen?"

Biographie von Suandin | Übersicht über alle Charaktere
Aes Sedai der Weißen Ajah | Avatar: (c) by Cris Ortega
Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 116 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5 ... 8  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht baalsfeuern.

Suche nach:
cron


Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group - Deutsche Übersetzung durch phpBB.de