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BeitragVerfasst: 13.03.2007, 21:03 
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3 Tage bis zur Abreise

Brayn A'drain, Talena Sedai und Gerlom Sedai bahnten sich den Weg zum Zimmer des Sitzenden der Grauen Ajah. Talena Sedai war eine Graue. Brayn vermutete das sie schon sehr viele Jahre die Stola trug. Sie war berühmt für ihre Schlagfertigkeit, und soll Verhandlungen gewinnen wie kein Anderer. Sie war in der Grauen Ajah so etwas wie die Lebende Legende. Gerlom Sedai war, wie sehr viele es Ausdrückten, ein „Weises Genie in der falschen Ajah“. Er hätte Brauner werden sollen, denn sein Wissen war nicht nur umwerfend, sondern auch Vielseitig. Aber er war kein Brauner, sondern ein Grauer. Und seine Art war zurückhaltend. Er war jemand der sich lange zurückhalten konnte, um im entscheidenden Augenblick ein Argument einzuwerfen, was den Gegner Schachmatt setzte. Und zu guter letzt er selbst, Brayn A'drain. Und genau da machte seine Rechnung keinen Sinn. Was sollte er zwischen den wohl besten beiden Kämpfern der Grauen Ajah beim Sitzenden...
Jedoch brauchte er sein Gehirn nicht weiter anzustrengen, sie waren angekommen. Gerlom Sedai wand sich an Brayn: „Bitte nach ihnen“. Die Tür ging auf und sie drei traten ein. Drinnen saß Devon Sedai, der Sitzende der Grauen Ajah. Brayn konnte sich im Moment keinen Größeren Job Vorstellen als genau diesen. Alle Augen-und-Ohren der Grauen Ajah zu haben...
„Hallo“ Brayn schrak aus seinen Gedanken hoch. Schnell Verbeugte er sich, und achtete dann Aufmerksam auf das weitere. „Ich grüße euch Talena Sedai, Gerlom Sedai, und auch dich Brayn.“ Der Sitzende kannte seinen Namen, das konnte gut, und auch sehr schlecht sein...
„Ich werde ohne große Umschweife beginnen, bitte setzt euch!“ Doch nun musste er durch alles durch, was auch immer es kostete.
„Brayn. Du wirst sicher Verwundert sein, warum du hier bist, dann auch noch in dieser Gesellschaft“ sprach Devon Sedai, in seiner Gewohnt ruhigen Art. Brayn sah ihm direkt in die Augen, doch diese sagten ihm genau soviel wie sein Gesicht, rein gar nichts.
„Aber ich werde dir sogleich eine Antwort geben. Uns ist einiges zu Ohren gekommen. Einiges was wir tolerieren können, anderes nicht.“ Brayn hatte ein ungutes Gefühl, was, und vor allen Dingen wie viel wussten sie...?
„Was weißt du über einen Gewissen Lord Loren?“ Brayn musste doch eine Augenbraue hochziehen, das hatte er nicht erwartet. Aber er musste eine passende Antwort wissen, denn das war nur eine Frage zum Abtasten. Ein Frage wie er Reagieren würde, und so ließ er das hochziehen der Augenbrauen in einem Lächeln verschwinden. „Ich kenne diesen Lord nicht Persönlich. Deshalb kann ich auch nicht viel über ihn wissen. In der Burg wird wenig über ihn geredet.“
Devon Sedai sah ihn an: „Was sagen deine, nennen wir sie, Augen-und-Ohren denn zu diesem Lord?“
Es war eine Harmlose Frage, aber die war doch schwer wie ein Stein. Sie wussten von seinen Versuchen eine eigene Augen-und-Ohren zu besitzen. Würde das schwer genug sein, um ihn zu verweisen? All seine Gedanken konnten die Worte dennoch nicht festhalten: „woher wisst ihr...?“ stammelte er.
Und jetzt lächelte Devon Sedai: „Wir wissen seid über drei Monaten Bescheid, und wollten schauen wie sie sich entwickelt, und ich muss sagen, ich bin überrascht, es ist schwierig überhaupt Augen-und-Ohren zu bekommen, aber du scheinst genug allein hier in Tar Valon zu haben. Wir müssen dich bestrafen, denn das ist ein schwer wiegendes Verbrechen.“ Brayn`s Herz sank bei jedem weiteren Wort immer tiefer. Und er wollte eine für solche Situationen zurechtgelegte Antwort abgeben, doch er kam nie dazu. „Ihr wisst bestimmt, das Seanchaner hier sind, was haben eure Augen-und-Ohren mitbekommen?“
Brayn verwarf seinen ganzen Plan, es war Zeit ehrlich zu sein. „Es ist schwierig, sie befragen Menschen, und doch begegnen die Menschen ihnen mit Respekt und sehr starker Zurückhaltung. Ich denke sie fürchten sie. Was sie suchen, das vermag allein der Schöpfer zu sagen.“
Devon Sedai sah Brayn an, und seine folgendenen Worte ließen ihn die Kinnlade runterfahren... Und seine Aufgaben um so mehr...

...
...
...

Tag der Abreise – Aufbruch

Brayn hatte sich sehr gut vorbereitet, eine solche Aufgabe wartete vielleicht nur einmal auf ihn. Und diese Aufgabe nahm er Ernst. Er hatte alles über Seanchan gelesen was er wusste. Er hatte sich lange mit den anderen Grauen unterhalten, was er zu tun hatte, und was es sonst noch so gab. Er war zwar ein Aufgenommener, aber er hatte das Gefühl das er in die meisten Dinge eingeweiht wurde, und somit konnte er sich super drauf vorbereiten. Es war der Tag der Entscheidungen. Er hatte nicht nur die Ehre die Mutter zu beschützen, sondern auch die einmalige Gelegenheit mit einem Volk zu verhandeln, welches selbst sicher ein Meister im Verhandeln war. Brayn ließ sich die Gespräche mit Devon Sedai noch einmal durch den Kopf gehen. Er wusste es sehr zu schätzen, dass nicht nur er sich sehr um ihn gekümmert hatte. Und er wollte sie nicht enttäuschen. Er würde sie nicht Enttäuschen.
Der Hof war mit gutem Lärm gefüllt. Und niemand schien Brayn besondere Achtung zu schenken. Klar, die Fenster zu allen Seiten waren gefüllt, denn niemand wollte verpassen wie die Mutter zu einem der größten Abenteuer aufbrach. Es war Zeit, doch Brayn sah kaum jemanden, es waren Stallknächte, Diener und einige Behüter da, aber keiner der Begleitschaft der Mutter. Doch dies würde sich allzu bald ändern. Es war, wie gesagt, Zeit.
Brayn ging zu seinem Pferd, er hatte ein Neues zugewiesen bekommen, da sein altes nicht der Reise entsprechend war. Er hatte auch gut geschnittene Kleidung für seine Reise bekommen, auf die Grau gestickt war. Eine Stola hatte er nicht, darum konnte er keine Anziehen, doch es störte weniger. Die Erfahrungen die er erhalten würde, konnten auch ohne Stola festgehalten werden.
Mit einem geübten Schwung stieg er auf sein Pferd. Er war der erste auf den Pferden, doch es störte ihn wenig. Schnell glättete Brayn sein Gesicht, und wartete mit aller Zeit der Welt auf die Anderen...

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BeitragVerfasst: 12.04.2007, 19:20 
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Aes Sedai

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Beiträge: 553
Wohnort: Überall, wo das Licht gebraucht wird...
Tag 2, morgens
Hallen der Grünen Ajah

Als Choirn am nächsten Morgen aufwachte, fühlte sich ihr Schädel an als würde er zerspringen. Mit eine Stöhnen drehte sie sich um und vergrub den Kopf im Kissen, wobei sie gegen etwas warmes stieß. Die Augen öffnend, erkannte sie Ta’Kirinae neben sich und langsam arbeiteten sich die Erinnerungen durch das dumpfe Pochen in ihrem Kopf zurück an die Oberfläche. Der Behüterbund... der Wein... der Abend... Mit einem leichten Lächeln betrachtete sie ihre tief und fest schlafende Behüterin.
Als ob Ta’Kirinae ihren Blick bemerkt hätte, begann sie sich zu bewegen, streckte und reckte sich und schlug die Augen auf. Gleichzeitig nahm der Schmerz in Choirns Kopf zu. „Uahh... guten Morgen.“ sagte sie mit einer Grimasse, worauf Ta’Kirinae nur etwas vor sich hin grummelte und die Hände vors Gesicht legte. „Muss die Sonne immer so hell sein? Und wer hat, verdammt noch mal, die Vorhänge aufgemacht?“
Als ob ihr die Ereignisse des Vorabends wieder einfielen, hob sie eine Hand und drehte den Kopf mit einem entschuldigenden Blick zu Choirn. „Wir sind selbst schuld, oder?“ Choirn nickte nur. „Und ich muss nachher noch zu Mericus...“ Der Rest des Satzes erstickte wieder in Gebrummel.
Nach einer kurzen Weile schwang Ta’Kirinae die Beine aus dem Bett, band sich das Haar neu und warf einen Blick in Richtung des Sonnenlichts, das durch das Fenster hineinfiel.
„Uhh... weißt du eigentlich wie spät es ist?“ Sie stand auf und schlüpfte vorsichtig in ihre Hosen und streifte sich das Hemd über. „Was war das eigentlich für ein Wein – ich glaube, ich hatte noch nie solche Kopfschmerzen...“
Mittlerweile hatte sich auch Choirn aufgesetzt und sie fühlte sich nicht besser, als Ta’Kirinae das von sich erahnen und erspüren ließ. Die war gerade zum Sessel hinüber gegangen, wo ihre Stiefel standen. Sie zog einen an und schaute dann zum Bett hinüber. „Du siehst ehrlich gesagt ziemlich übel aus... Willst du nicht zu den Gelben gehen?“
Choirn, die gerade ihr Kleid überstreifte, hielt inne und sah Ta’Kirinae an. „Zu den Gelben?? ähm... ich weiß nicht ob das so eine gute Idee ist...“ Es war ihr wirklich peinlich mit selbstverschuldeten Kopfschmerzen zu den Gelben zu gehen... Sie konnte sich nur zu gut vorstellen, was das für Fragen geben würde...
Ta’Kirinae musste ihr Unbehagen gespürt haben, denn sie warf Choirn ein breites Grinsen zu. Choirn schloss die Knöpfe ihres Kleides und stand vorsichtig auf. „Aber ich kann zumindest dich heilen... auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob das viel bringen wird..“ schlug sie vor.
„Mhh. einen Versuch wäre es wert. Aber nicht, dass es mir dann gut geht und du dich den halben Tag herumquälst...“ Bei den letzten Worten zog Ta’Kirinae eine Braue hoch, aber Choirn schüttelte nur den Kopf. „Du weißt doch, Bünde zwischen zwei Frauen spiegeln so stark, dass es kaum zu unterscheiden ist, wo der Ursprung lag.“
Ta’Kirinae nickte zustimmend und Choirn trat zur Sitzgruppe hinüber. Als sie die Macht ergriff, ließ sie das Gefühl von Saidar für einen Moment ihre Kopfschmerzen fast vergessen. Sorgfältig wob sie alle fünf Elemente zu einem komplexen Gewebe zusammen, das sich langsam in Ta’Kirinaes Körper senkte. Im gleichen Moment ließ der Schmerz in ihrem Kopf ein wenig nach. Sie ließ Saidar mit einem Seufzen wieder los und kniff die Augen zusammen, als der Schmerz wieder einsetzte. „Ich glaub ich werd ein Bad nehmen...“ brummte sie. Zu den Gelben geh ich jedenfalls nicht!
Gemeinsam verließen die beiden das Zimmer, Choirn um den Ajahbaderaum auzusuchen, Ta’Kirinae um nach Mericus zu suchen.

Vor dem Baderaum kam Choirn eine ihrer grünen Schwestern, Janaria, entgegen, die sie flüchtig musterte und eine Augenbraue hochzog. Choirn grüßte und zwängte sich, eine Grimasse schneidend, rasch an ihr vorbei. Sie war froh, dass Janaria etwas gleich stark war wie sie und ihr daher keine Moralpredigten halten würde.
Eilig schloss sie die Tür hinter sich und atmete erleichtert auf, als sie erkannte, dass der dunstige Raum abgesehen von zwei Dienerinnen leer war. Der Baderaum der Grünen Ajah war nicht nur für beide Geschlechter zugänglich, sondern beherbergte auch oft genug diverse Behüter mit ihren Aes Sedai und Choirn hatte im Augenblick nicht die geringste Lust, einem davon zu begegnen. Die Wände und der Boden waren mit grünen Fließen ausgelegt, die in den Ecken mit Weinranken, Blättern und Dolchen verziert waren. Zwischen schlanken verzierten Säulen standen kupferne Wannen und die Feuer in den Kaminen sorgten dafür, dass nicht der Raum nicht nur warm war, sondern auch dass immer heißes Wasser da war.
Rasch schlüpfte Choirn aus ihrem Kleid, während eine der Dienerinnen eine der großen Wannen mit Wasser füllte, und ließ sich dann in das heiße Nass gleiten.
„Ahhhhh.“ Das tat gut.
„Wünscht Ihr Kräuter um Eure Muskeln zu entspannen und Euren Kopf freizumachen?“
Choirn öffnete ein Auge und blinzelte die Dienerin misstrauisch an. Konnte hier jeder sehen, wie es ihr ging?! Mit einem unterdrückten Seufzen nickte sie dankbar und die Diener eilte davon, um eine Handvoll Kräuter ins Feuer zu werfen und dann vorsichtig Choirns Schläfen zu massieren. Choirn lehnte sich zurück, schloss die Augen wieder und ließ ihre Gedanken weggleiten....

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Bio~ Es gibt keine stärkere Fessel, als die, die wir uns selbst schmieden ~Chars von Choirn
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BeitragVerfasst: 16.04.2007, 14:46 
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Gaidar

Registriert: 02.09.06
Beiträge: 268
Wohnort: Weiße Burg, Tar Valon
Tag Zwei

Nachdem sie Choirn in Richtung der Baderaeume davongehen sah nickte Ta'Kirinae kurz zu sich selber und wandte sich in die entgegengesetzte Richtung.
Breite Treppen trugen sie zu den ebenerdigen Bereichen der Burg. In der Eingangshalle warteten wie seit jeher Menschen aus allen Laendern auf ihre Moeglichkeit, die Weisse Burg mit einer Petition anzurufen und Aufgenommene wuselten zwischen den menschen hin und her, nahmen Schriftstuecke entgegen oder fuehrten die Menschen zu Aes Sedai, die ihren Fall anhoeren sollten.
Ta'Kirinae liess das allgemeine Gewusel links liegen und begab sich in den Ostfluegel, hinter dem die Garnison lag. Ihr Magen knurrte leise, aber sie wollte erst Mericus Bericht haben, bevor sie zum Fruehstueck ging.
Als sie an Mericus' Zimmer ankam klopfte sie und trat kurz darauf ein. Mericus selber sass bereits an dem kleinen Tisch im Zimmer, neben einem Stapel Papier und schaerfte einen seiner Dolche.
Als sie eintrat sah er auf, legte Dolch und Schleifstein zur Seite und wischte sich die Haende an seiner Hose ab.
Dann schob er den Stapel Blaetter ueber den Tisch und nickte. „Eure Informationen. Nach der vierten Flasche wurden sie richtig gespraechig...“ er zwinkerte ihr zu und sie zog einen Mundwinkel nach oben. Soldaten gaben sich gerne dem Alkohol hin und wurden dann schnell zu einer verlaesslichen Informationsquelle. „Ich danke euch, Mericus Aethan.“ nickte Ta'Kirinae. „Ihr werdet von Eurer Belohnung puenktlich erfahren.“ bei Mericus hatte es noch nie Grund gegeben, ihn fuer sein Verhalten zu tadeln, daher konnte sie die ausgemachte Entlohnung durchaus vertreten und wuerde dies auch tun, wenn es notwendig waere.
Sie nahm die Dokumente an sich, wuenschte ihm noch noch einen erfolgreichen Tag und verschwand wieder in Richtung des Speisesaals, wo sie bei einem kräftigen Frühstück die Dokumente studierte.
Die nächsten Tage waren mit einer Menge Aufgaben gefüllt. Mehrfach war sie bei der Amyrlin gewesen und hatte mit ihr Seanchanisches Zeremonial, Hintergründe zu Land und Volk und Regeln zum allgemeinen Verhalten besprochen. Seitdem sah sie die Mutter in einem ganz anderen Licht, sie war freundlich, bestimmend, aber nicht herrisch, und sehr aufgeschlossen. Angesichts der Vergangenheit der Machtlenker schien sie seltsam offen und interessiert zu sein.
Viele Dinge waren auch für Ta'Kirinae neu und ungewohnt, sie bekam Bücher aus der Bibliothek des Amyrlinsitzes vorgelegt, oder zumindest Abschriften bestimmter Bereiche. Gemeinsam mit der Amyrlin arbeitete sie die Schriften durch, konnte Licht in andere Bereiche bringen, wo Vorkenntnisse über Seanchan vor Tarmon Gaidon wichtig waren, die die Aes Sedai nicht hatten. Ein Brauner Bruder notierte Dinge, die sich so erschlossen, um sie mit in die Bücher der Burg aufzunehmen.
Zusätzlich zu den Konsultationen bei der Mutter musste sie noch zu Besprechungen der Gaidin, musste ihre eigenen Sachen vorbereiten und weitere Dinge mit Choirn absprechen.


Tag der Abreise

Ta'Kirinae zog gerade den Sattelgurt von Rahien fest, als sie durch den Bund einen überraschten Blitz spürte. Von der Richtung her vermutete sie, dass Choirn gerade in den Hof getreten war und sich, genau wie sie vorhin, gewundert hatte, dass nur Brayn dort draußen war, ein Aufgenommener der wohl die Graue Ajah wählen würde. Sie überprüfte kurz mit geübten Handgriffen den Sitz der Sättel und des Zaumzeugs und führte Rahien und zen'ei durch die breiten, weit offen stehenden Tore des Stalls in den Hof. Choirn kam ihr in einem dezenten grünen Reitkleid mit einem feinen gestickten Muster am Saum entgegen. Ihre Schultern bedeckte ein dunkelgrüner Umhang und darüber drapiert die grüne Stola.
Sie selbst trug braune, knöchelhohe Stiefel, eine dunkle Hose und ein neues grünes Hemd, auf dessen linker Schulter in Silber das Symbol der Aes Sedai eingestickt war. Ihr Haar fiel zu einem Zopf geflochen über den schimmernden Behüterumhang, den jeder der Gaidin auf dem Hof trug.
Als Choirn sie erreichte zwinkerte Ta'Kirinae ihr zu und drückte ihr Rahiens Zügel in die Hand, der schnell noch den Apfel verputzte, den Choirn ihm hinhielt.

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BeitragVerfasst: 01.05.2007, 10:13 
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Amyrlin Sitz

Registriert: 06.08.06
Beiträge: 54
Wohnort: Dortmund
Die Burg war voller Menschen. An jedem Fenster und auf jedem Balkon drängten sich Aes Sedai und Aufgenommene gleichermassen und sogar einige Novizen standen zwischen ihnen und blickten auf den Hof. Die beiden Reisegruppen boten, trotzdem sie sehr klein waren, einen beeindruckenden Eindruck. Die Seanchaner mit ihren polierten Harnischen und glänzenden Helmen gleich neben den Aes Sedai in teuren Reitgewändern und ihren Behütern an ihren Seiten. In der Mitte der Gruppe von Aes Sedai stand ihre Sänfte. Sie glänzte golden im Schein der Sonne und sah viel prunkvoller aus, als Myrielle es sich gewünscht hätte. Doch die Sänfte schindete auch Eindruck und erreichte damit das Ziel, was sie verfolgte. Niemand sollte denken, die Amyrlin der Weissen Burg würde sich mit weniger zufrieden geben, auch wenn sie es insgeheim sogar gerne würde.
Trotz der Menschenmassen, die sich auch in den unteren Gängen der Burg aneinander drängten, machten ihr alle bereitwillig Platz. Als sie den Innenhof betrat bildete sich ein kleiner Gang, der breit geung war um respektvoll zu erscheinen, aber schmal genug, dass sich sie Brüder und Schwestern, Bediensteten, Stadtbewohner und Aufgenommenen nicht gegenseitig auf die Füsse treten mussten. Turanal Gaidin hatte jedenfalls keine Mühe, ihr einen Weg freikämpfen zu müssen. Langsam schritt Myrielle durch die Menge, von der teilweise Jubel und Gute Reise Rufe erschallten, und sie erreichte schliesslich die Sänfte, in der sie Platz nahm. Für gewöhnlich würde nun der Hüter mit seinem Stab neben ihr reiten, doch seine Aufgaben lagen hier in der Burg, während sie weg war. Ein wenig bereute sie es, ihren langjährigen Freund nicht dabei haben zu können, doch sie würde schon bald wieder hier sein, wenn alles gut ging.

Es dauerte nicht lange, bis sich die Sänfte und die Aes Sedai und Behüter und alle anderen, die sich begleiten würden in Bewegung setzten. Durch die geöffneten Vorhänge winkte Myrielle der Menge zu, doch ihre Gedanken konzentrierten sich bereits auf das, was vor ihr lag. Die Verhandlungen mit den Seanchan würden trotz allem wahrscheinlich nicht einfach werden, doch sie hatte die besten Leute dabei.

Ein kurzes Stück ausserhalb von Tar Valon hielt die Gruppe plötzlich an, als sich ein großes Wegtor öffnete, und auf ein anderes freies Feld führte. Auch einige der Schwestern waren plötzlich von dem Leuchten umgeben, doch sie waren nicht an dem Wegtor beteiligt. Auf den ersten Blick unterschied sich der Platz auf den das Tor führte nur unwesentlich von ihrem Ausgangsort, doch sie hatten soeben Seanchan betreten, dessen war sich Myrielle sicher.

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BeitragVerfasst: 02.05.2007, 10:30 
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Gaidin

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Beiträge: 241
Wohnort: Berlin
Schnellen Schrittes und die Kapuze tief ins Gesicht gezogen lief Cadim durch die Stadt. Er hatte keine Zeit sich von irgendjemanden aufhalten zulassen. Und das war auf Grund seiner Bekanntheit schnell der Fall. Zwar hatte er und Rhoden vereinbart erstmal Stillschweigen über ihre Entdeckung der Seanchaner zu bewahren. Doch Cadim wollte die Mutter wenigsten warnen auf der Hut zu sein. Sie reagierte manchmal etwas unüberlegt und hatte den hang zu zuschnellen Entscheidungen. Und wie er die Seanchaner kannt konnte eine unüberlegte Entscheidung schnell den Tod bedeuten. Er hatte weniger Angst um die Mutter als vielmehr vor dem nach ihrem Tod einsetzenden Chaos in der Burg und der dadurch eintretenden Lämung. Das galt es zu vermeiden und vielleicht hatte er Glück und die Mutter nahm wenigstens einmal seinen Rat an. Und wenn nicht blieb ja noch Turanal Gaidin. Ihm könnte Cadim neue Instruktionen geben und er würde sein Augenmerk noch mehr verstärken was die Sicherheit der Amyrlin anging.
Diese Gedanken gingen ihm durch den Kopf als er schweißnass und ausser Atem auf dem Burghof ankam. Meine Kondition lässt auch zu wünschen übrig fluchte er in sich hinein. Er blickte sich um und es lief im kalt den Rücken runter. Bin ich zuspät? fragte er sich als er den leeren Burghof betrachtete oder die Mutter trödelte wieder einmal.
Als gerade ein Stallbursch vorbei kam sprach der Gaidin ihn an. "Bursche, ist der Tross mit der Amyrlin schon aufgebrochen oder sind sie noch nicht fort?" Der junge Mann sah den Hauptmann erfürchtig an und verbeugte sich. "Ähm... tschuldigung Hauptmann. Aber die Amyrlin ist vor einer Stunde aufgebrochen" sprach er und verbeugte sich erneut. "Beim Licht ich bin zu spät" brummte Cadim und zum Stallburschen, der ihn ungläubig ansah "Danke, du kannst gehen". Der Bursche verbeugte sich und machte das er weg kam. Nicht viele trauten sich in die Nähe des alten Mannes wen er sauer war.
Cadim überlegte fieberhaft während er sich in Richtung seines Arbeitszimmers aufmachte. Zu spät hieß in dem Falle das die Amyrlin nichts von den Seanchanern in der Stadt wusste und auch nichts von den geheimnissvollen schwarzen Männern nach denen sie suchten. Das könnte gut sein, wenn ich davon aussgehe das die Amyrlin dann unbelastet in die Verhandlungen gehen würde. Cadim schritt weit aus und dann lachte er kurz laut auf "Ha... sie und unbelastet? Niemals". Einige Rekruten und Aethan die seinen Weg kreuzten schauten ihn ungläubig an und als sie seinen Blick bemerkten sahen sie schnell in eine andere Richtung und beschleunigten ihre Schritte. Sie machte doch nie etwas ohne ein Blick ins Protokoll zu werfen. Und doch hat es sie nie davor bewahrt falsche Entscheidungen zutreffen. dachte er seinen Ausruf zu ende. Es musste ja niemand wissen das er mit der Amyrlin nicht so wirklich einer Meinung war.
Cadim erreichte sein Arbeitszimmer und setzte sich an seinen Schreibtisch. Und dann stand er wieder auf und ging zur Tür um mit dem Wachhabenen zu sprechen. "Bringt mi Mericus und Thaarsai und das auf dem schnellstem Wege." brummte er den Mann an. Dieser verbeugte sich und machte sich auf den Weg die beiden zu suchen. Cadim schloß die Tür und setzte sich wieder an den Tisch. es galt zu überlegen wie die Situation für ihn und vielleicht für die Amyrlin gerettet werden konnte.


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Im Leben der Mensch, im Kampf der Tod!
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Zuletzt geändert von Cadim Mertanoran am 26.10.2007, 07:11, insgesamt 1-mal geändert.
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BeitragVerfasst: 29.05.2007, 07:41 
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Schattenfreund

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Gelassen saß Sodon auf dem Boden der Waldlichtung unweit Tar Valons. Geduldig wartete er auf die Nachricht welche ihn seine nähere Zukunft bringen würde. Er grinste feist vor sich hin, als er sich die Belohnung der Seanchaner ausmahlte, wenn sein Plan aufging. Gut er konnte sich in Tar Valon nicht mehr blicken lassen. Doch das was seine Flucht ihm in Aussicht gestellt hatte war viel besser als der Weg eines Aes Sadai. Er spuckte auf den Boden. Diese aroganten und selbstverliebten Diener dachte er angewiedert und spukte erneut aus. "Ja, Diener ihrer Prunksucht und Selbstherrlichkeit sind sie" brubbelte er vor sich hin "Mein Meister tat gut daran diesen Ort der Dekadenz zu verlassen" Er schaute sich um und beobachtete seine neuen Gesellen wie sie ebenfalls ihren Gedanken nachhingen. Warten war nicht jedermanns Sache. So saß der eine oder andere da und schnitzte etwas oder schlief.
Sodon verfiel wieder in Gedanken. Beinahe hätten sie mich gehabt. Warum musste sich auch der Meister selbst da einmischen. Er und sein Grüner ließen ihn damals keine Wahl als die Stadt zu verlassen. Mit den beiden Grünschnäbeln wäre ich fertig geworden, aber der Meister der Gaidin ist schon ein anderes Kaliber dachte er verstimmt an seine Flucht aus Tar Valon. Ich wusste garnicht das dieser Cadim einen Aes Sedai gebunden hatte? Naja egal... nun wird auch er meine Rache zu spüren bekommen.
Plötzlich sprang er auf. Er hatte ein knacken gehört und wusste das dies nicht von einem Tier stammte. Dafür kannte er sich in Wäldern viel zu gut aus. Sodon blickte sich um. Und genau aus Richtung der Stadt kam eine komplett in schwarz gekleidete Gestalt auf ihn zu. Sodon grinste, Leise bewegen ist nicht seine Sache dachte er und rief "Nun Randeon was hast du heraus bekommen." Der angesprochene zuckte zusammen und grinste schief. "Ach Sodon hör auf mich zu erschrecken, es weiß doch nun jeder das du der Meister der Wälder bist." antwortete der Mann und kam nun zu Sodon hinüber. Beide setzten sich und Randeon begann. "Nun wie du es vorausgesehen hast ist die Amyrlin mit Gefolge und der Gesandschaft der Seanchaner gestern aufgebrochen. Unweit der Stadt öffnete dann jemand ein Tor und weg waren sie." "Sehr gut Randeon und war der Meister dabei?" fragte Sodon "Nein war er nicht. Der war gestern in der Stadt und hat Erkundungen über die Seanchaner eingeholt." Sodon runzelte die Stirn "Verdammt, warum machen die aus der Burg nie das was man von ihnen erwartet." fluchte er. Dann fing er sich wieder. "Nun gut dann kümmern wir uns erstmal um die Amyrlin. Ihr verschwinden wird schon genug Wirbel verursachen. Und wenn wir Glück haben serviert dieser Wirbel uns den Meister auf dem Silbertablett." Dann sprang er auf und rief zu seinen Männern "Auf ihr Faulenzer, es gibt einiges zutun und wir müssen uns beeilen." und zu Randeon gewandt sagte er "Sammel du unsere Keute in der Stadt ein. Wir treffen uns in Seanchan, in unserem Versteck an der Ostküste. Komm mit einem Tor einfach nach." Randeon der ebenfalls aufgestanden war nickte und ging zurück in die Stadt. Sodon begab sich zu der handvoll Männer. Alle schwarz gekleidet, wie als wären die Asha'man wieder auferstanden. Er musste grinsen bei diesem Gedanken.
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BeitragVerfasst: 30.06.2007, 20:43 
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Hochgelehrter

Registriert: 26.05.07
Beiträge: 28
Wohnort: Quirat oder Sohima, Seanchan
Zwei Tage vor der Abreise der Amyrlin, Morgen, Quirat

Nach dem Morgenmahl war Turydak für weitere Studien in die Bibliothek gegangen. Er hatte manchmal das Gefühl, er wüsste immernoch fast nichts über die Dinge, die er studiert hatte. Also hatte er sich wieder die Bücher zusammengesucht, die er in den letzten Jahren wohl beinahe als einziger benutzt hatte und sich an einen Tisch an einem der Fenster zum Innenhof zurückgezogen.
Und wieder durchforstete er die selben Seiten auf der Suche nach irgendetwas, was er übersehen hatte und fand doch nichts.
Er hatte die Bücher, die vor ihm lagen bereits mehrfach komplett gelesen und doch war es ihm, als müssten sie noch mehr hergeben können.
Es war zum Haare raufen, es glitt ihm immer durch die Finger, er kam mit den Büchern hier nicht mehr weiter. Dabei waren drei davon von ihm. Er hatte sie geschrieben während er mit Aman von Stedding zu Stedding gereist war, mal durch die kurzen Wege, mal mit Hilfe von Wegtoren. Aman hatte ihm eine Menge erzählt über die Ogier, die Wege und, was seine Vorfahren ihm über die Reise nach Seanchan erzählt hatten.
Da er hier nicht weiterkam überlegte er sich, beim Rat vorzusprechen und nach Seandar zu gehen. Die Bibliotheken in der dortigen Akademie und am Hof selber sollten noch einige Werke haben, die er bisher nicht in Betracht gezogen hatte. Außerdem könnte er mit seinem jetzigen Rang an Literatur herankommen, die ihm bisher verwehrt war.
Aber würde der Rat sein Anliegen verstehen? Würden sie ihn gehen lassen? Männliche Gelehrte wurden in Quirat immer gebraucht, es gab immer noch viel zu wenige von ihnen. Speziell der Unterricht in Wegtoren hatte bisher immer in seinen Händen gelegen und er war nicht sicher, ob die anderen das so gut vermitteln könnten.
Während er die Bücher wieder einsortierte murmelte er Argumente vor sich hin, mal die einen, mal die anderen.
Er verließ die Bibliothek und wandte sich in Richtung seiner Quartiere. Auf halbem Weg fasste er endlich einen Entschluss und beschleunigte seine Schritte in Richtung der Arbeitszimmer des Rates.
Er klopfte an Silvana Norens Tür und betrat auf ihr „Herein!“ den Raum. Es war ein geräumiges Zimmer, das von einem dunklen Schreibtisch und dem großen Kamin in Silvanas Rücken dominiert wurde. Gegenüber des Schreibtisches stand ein Regal, das zum Bersten mit Büchern, Schriftrollen und verschiedenen Gegenständen gefüllt war. Zwischen diesen beiden Möbeln lag ein weicher Teppich, auf dem zwei einfache Stühle aus dunklem Holz standen.
Silvanas silbriges Haar fiel glatt über ihr linkes Ohr und die Schulter herab, während sie mit der Rechten einen Brief schrieb. Da die Mitglieder des Rats während ihrer Amtszeit den Status einer Stimme der Kaiserin trugen, war die rechte Seite ihres Kopfes rasiert. Die Machtlenker unterschieden sich von den einfachen Noblen und Stimmen nur dadurch, dass sie keine lackierten Fingernägel trugen. Stattdessen trugen sie oberhalb des Handgelenks, auf der Unterseite des Arms einen tätowierten Blitz, das alte Symbol der Sul'dam.
Silvana sah kurz auf und nickte dann zu einem der Stühle. „Einen Moment, Turydak. Ich möchte nur den Brief zu Ende schreiben. Setz dich ruhig schon mal.“ Während sie weiter schrieb ließ sich Turydak auf einen der Stühle nieder und goss sich einen Kelch Wein ein.
Silvana beendete ihren Brief, faltete ihn und legte ihn zur Seite. Dann sah sie Turydak an. „Gut, dass du gerade da bist, der Rat hat einen Auftrag für dich. Aber sag doch erst, warum bist du hier? Wie kann ich dir helfen?“ Turydak stellte den Kelch ab und erklärte. „Ich möchte nach Seandar gehen für eine Weile. Ich habe mich ja mit den Ogiern und den Wegen beschäftigt, aber beinahe ein Viertel der Bücher hier habe ich selber geschrieben. Ich hoffe, dass ich in Seandar Material finde, das mir weiterhilft. Speziell zu den Wegen ist sehr wenig bekannt, da ist noch eine Menge Klärungsbedarf. Und ich gedenke, Licht in dieses Dunkel zu bringen. Aber dafür brauche ich mehr Informationen.“ Silvana nickte „Das ist kein Problem. Im Gegenteil, du kannst gleich unseren Auftrag damit verbinden. Und zwar sollst du eine Gruppe Männer an der Nordwestküste der Bucht von Rampore abholen und zur Akademie nach Seandar bringen. Dort kannst du dann deine Studien vertiefen. Für den Wegtorunterricht wird sich schon jemand anders finden.“ Als Turydak nickte fuhr sie fort. „Du sollst übermorgen einen Kontakt im Gasthaus Tanzende Woge in Rampore treffen. Er wird dir dann alles weitere erklären.“ Ein Auftrag des Rates, aber ein Anderer, der die Details weiss. Das wird dem Rat genauso wenig schmecken wie mir schoss es Turydak durch den Kopf. Scheinbar hatte seine Mimik seine Gedanken verraten, denn Silvana lehnte sich zurück und zog die Stirn in Falten. „Glaub mir, das schmeckt uns genauso wenig, aber der Auftrag kommt vom Hohen Konzil. Ich weiß nicht, warum gerade wir ihn ausführen sollen, aber so ist es nun mal. Es ist nicht an uns, das zu hinterfragen und wir wissen leider auch nicht mehr, als ich dir gerade gesagt habe.“ Turydak nahm seinen Kelch wieder zur Hand und leerte ihn. Dann nickte er. „ich werde heute gleich nach Shon Kifar aufbrechen und die dortige Bibliothek besuchen. Wenn du erlaubst, werde ich mich gleich vorbereiten.“ Als er sich erhob stand auch Silvana auf. Sie trat um den Schreibtisch und umarmte ihn kurz. „Eine gute Reise, Turydak. Und denk in Seandar daran; auf den Gipfeln sind die Pfade mit Dolchen gepflastert. Nimm dich in Acht, ich habe ein seltsames Gefühl bei der Sache. Und wir brauchen dich noch hier.“ Sie zwinkerte ihm zu und öffnete dann die Tür um ihn zu entlassen.


Zwei Tage vor Abreise der Amyrlin, Nachmittag, Shon Kifar

Nach dem Mittagsmahl war Turydak mit seinem Gepäck in den Stall gegangen. Die Akademie hatte ihm Proviant und ein Pferd zur Verfügung gestellt, einen jungen Fuchs mit einem Stern, der in eine schmale Blesse auslief. Er konnte sich an das Tier erinnern, er hatte es auch geritten, als er mit Aman herumgereist war. Er wartete aufgezäumt und gesattelt im Hof auf ihn. So befestigte er seine Gepäckrolle und die Satteltaschen, band den Fuchs los und stieg auf.
Er öffnete das Wegtor etwas abseits der Straße in der Nähe von Shon Kifar. Bevor er hindurchritt fing eine Bewegung an der Ecke des Stalls einen Blick. Er sah silbergraues Haar und durchquerte das Tor, das sich hinter ihm schloss.

Shon Kifar ist eine Hafenstadt wie sie im Buche steht. Es liegt auf einer weiten Halbinsel, die im Süden von der Bucht von Rampore und im Norden von der Straße von Shon Kifar umlagert wird. Südlich der Stadt mündet der Kifar ins Arythmeer. Der Hafen war vor Tarmon Gaidon einer der Haupthäfen für die Corenne und entsprechend groß ausgebaut. Der Hafen erstreckt sich zu beiden Seiten der Mündung und beherbergt eine Exklave des Meervolks. Die Straße verläuft die ersten Meilen nach Westen beidseitig parallel zum Fluss verläuft trennt sich bald von diesem und führt dann nach Rampore im Süden und über das Zentralgebirge nach Kirendad im Norden.

Turydak befand sich auf der Straße nördlich des Flusses und ritt im Trab nach Osten auf die Stadt zu. Die Akademie von Shon Kifar war deutlich größer als die von Quirat. Sie erhob sich am nördlichen Ende der Stadt mit bunten, beflaggten Kuppeln über das Dächermeer.
Am Tor wurde Turydak von den Wachen gegrüßt und ritt im Schritt in die Stadt hinein. Langsam aber stetig ließ er sich vom Fluss der Menschenmenge durch die Straßen leiten und bog auf dem Platz vor dem Stadtpalast nach Norden ab.
In der Akademie angekommen ließ er sein Pferd versorgen und bezog sein Gästezimmer. Dann ging er noch einmal in die Stadt um ein wenig die Seele baumeln zu lassen.


Am Tag vor der Abreise der Amyrlin, Morgen, Shon Kifar

Am nächsten Tag suchte Turydak gleich nach dem Frühstück die Bibliothek auf und erkundigte sich nach Büchern über die Wege und die Ogier. Die Schülerin führte ihn in eine extra Sektion der Bibliothek und empfahl ihm ein paar Bücher. Als er verneinte, noch irgendetwas zu benötigen, zog sie wieder von dannen.
Mehr oder weniger überrascht stellte er dann fest, dass seine drei Bücher auch hier als Abschrift vorhanden waren. Aber daneben gab es auch noch einige andere, die ihm noch nicht bekannt waren. Die griff er sich und zog sich damit in eine der bequemen Sitzecken zurück, die in der ganzen Bibliothek verteilt standen.
Er versank schnell in der Lektüre, überflog die Seiten und suchte mit geübtem Blick nach Stichworten. Bis zum Mittag hatte er noch nichts neues herausfinden können und so legte er die Bücher beiseite und ging erst einmal essen.
Danach ging er gleich wieder in die Bibliothek um weiter zu lesen. Bis zum Nachmittag fand er nur einige vage Andeutungen auf den Verbleib eines Ter'angreal zum Schaffen von neuen Wegetoren, aber nichts präzises, was er ohne Weiteres hätte verwenden oder eingrenzen können. Also schloss er sein Notizbuch, sortierte die verschiedenen Bücher wieder ein und ging auf sein Zimmer. Dort angekommen fand er einen Brief auf dem Tisch vor.

Lieber Turydak!
Noch einmal alles Gute auf deiner Reise. Nimm dir so viel Zeit, wie du brauchst.
Anbei liegt ein Schreiben, das dir in Seandar auch die Ratsbibliotheken öffnen sollte.
Das Pferd ist übrigens deins, gib ihm einen guten Namen.
Mit besten Wünschen, Silvana


Er überflog kurz das zweite Blatt und faltete den Brief dann wieder zusammen. Es schien, als würde diese Frau ihm auf Schritt und Tritt folgen. Und er konnte nicht sagen, ob ihm das geheuer war.
Er schob den Brief in die Satteltasche und griff seine Sachen. Dann ging er in den Stall und sattelte den Fuchs wieder.
Kurz darauf trabte er ruhig die Straße nach Süden in Richtung Rampore entlang, das er mit der untergehenden Sonne erreichte. Er erkundigte sich am Tor nach dem Gasthaus Tanzende Woge.
Dort angekommen nahm er sich ein Zimmer, aß zu Abend und ging früh schlafen.


Am Tag der Abreise der Amyrlin, Morgens, Rampore

Am nächsten Morgen beim Frühstück setzte sich ein Fremder in schwarzer Kleidung an seinen Tisch. Er sah sich verstohlen um und beugte sich dann zu Turydak. „Findet der Rabe sein Ziel in den tanzenden Wogen?“ fragte er und sah sich dabei verschwörerisch um. Turydak hielt mit der Gabel auf halbem Weg inne und schaute seinen Gegenüber unwillig an. „Red' nicht so einen Unfug daher, Mann. Was willst du?“ Der Fremde schaute demonstrativ empört fing dann aber an leise zu kichern. „Kleiner Spaß am Rande.“ grinste er ihn an. „Wenn ihr der Mann von der Akademie seid, ich soll euch abholen.“ Turydak aß in aller Seelenruhe weiter. „Ja, der bin ich.“ sagte er zwischen zwei Gabelladungen. Sein Kontakt bestellte sich einen Krug Wein. Als er der Kellnerin gerade auf den Hintern schlagen wollte fauchte Turydak ihn an. „Benimm dich, Mann. So was wird in meiner Anwesenheit nicht vorkommen, ist das klar?“ Es war mehr eine Feststellung als eine Frage, trotzdem nickte der Mann unterwürfig.
Nachdem Turydak sein Essen verspeist hatte bezahlte er sein Zimmer und holte seine Sachen von oben. Gemeinsam mit dem Fremden ritt er am späten Morgen nach Norden aus der Stadt hinaus.
Die Gruppe, zu der sie stießen wirkte auf ihn nicht gerade vertrauenerweckend. Sie sahen aus, wie einfache Söldner, nur, dass sie statt der üblichen schmutzigen Lumpen akkurat geschnittene schwarze Uniformen trugen, genau wie der, der ihn in der Stadt abgeholt hatte.
Er ergriff die Macht um sich des Ortes bewusst zu werden, an dem sie lagerten. Dann sah er die Männer an, deren Anführer gerade noch nicht da zu sein schien. „Was jetzt?“ fragte er seinen Führer. „Wir warten.“ antwortete der. Also schwang er sich vom Pferd und ließ sich am Stamm eines Baumes etwas abseits nieder.

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BeitragVerfasst: 04.07.2007, 20:59 
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Aes Sedai

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Ankunft in Seanchan

Aufgeregt versuchte Choirn an den Reitern vorbei etwas durch das Tor zu erkennen, doch ihr waren zu viele Menschen im Weg. Ungeduldig wartete sie, bis der Zug vor ihr sich in Bewegung gesetzt hatte und ritt dann hinter der Aes Sedai und ihrem Behüter, die vor ihr waren, durch das große Wegtor. Ta’Kirinae hatte einen Platz relativ weit vorne im Zug erhalten, sodass sie als Seanchan-Experte der Amyrlin jeder Zeit zur Verfügung stehen konnte. Als Choirn allerdings ebenfalls nach vorn zu ihrer Behüterin reiten wollte, hatten sie die scharfen Blicke der anderen Aes Sedai deutlich auf ihren Platz in den hinteren Reihen zurückgewiesen und Choirn war nichts anderes übriggeblieben, als zu gehorchen.
Aber es passte ihr ganz und gar nicht.
Trotzdem unterdrückte sie ihren Ärger und ritt mit einem ruhig Gesicht an dem Seanchan, der das Gewebe hielt, durch das Wegtor und sah sich um. Die Wiese auf der sie standen, sah nicht viel anders aus, als die, welche sie gerade erst verlassen hatten, doch als Choirn sich aufmerksam umblickte, entdeckte sie kleine Unterschiede. Zu Rahiens Hufen wuchsen kleine violette Blümchen, die sie noch nie zuvor gesehen hatte, die Nadelbäume zu ihrer Linken hatten einen blauen Schimmer auf ihren Nadeln und sogar die Luft roch anders als um Tar Valon herum.
Choirn versuchte, Ta’Kirinaes Blick zu fangen und für einen Moment wandte sich ihre Behüterin um und grinste herüber. Sie war noch aufgeregter als Choirn.
Als alle das Wegtor durchquert hatten und der seanchanische Machtlenker seinen Platz an der Spitze des Zuges wieder aufgenommen hatte, setzten sie sich langsam wieder in Bewegung auf eine breite Straße zu, die sich zwischen sanften Hügeln und Wäldchen durch das Land wand. Choirn seufzte und trieb Rahien hinter den andern her an ihren Platz im hinteren Teil des Zuges. Was würde sie wohl hier erwarten?

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Bio~ Es gibt keine stärkere Fessel, als die, die wir uns selbst schmieden ~Chars von Choirn
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BeitragVerfasst: 05.07.2007, 08:43 
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Schattenfreund

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Gemeinsam gingen die Männer aus demn Waldstück heraus und auf einer Wiese öffnete Sodon ein Tor. Auf der gegenüberliegenden Seite war ein Kücstenstreifen zu sehen und auch ein kleines Waldstück. Genau dort wollten sie hin, wie immer wenn sie nach Seanchan einreisten. Großes Aufsehen ist schon immer die halbe Niederlage dachte Sodon bevor er den paar Männern befahl hindurch zutreten. Sodon folgte als letztes und schloß das Tor. Schweigend und die Pferde an den Zügeln führend näherten sie sich dem Wäldchen. Kurz bevor sie zwischen den Bäumen verschwinden konnten rief eine Stimme aus dem Nichts "Halt wer da?" Sodon drehte sich suchend um ohne jemand zu entdecken. Daher blieb er stehen. Es war sicher einer seiner Männer, doch wer konnte er nicht ausmachen daher fand er es sicherer stehen zu bleiben, denn einfach so nierdergestreck zu werden war nicht wirklich in seinem Interesse. "Sodon der Schwarze" rief er etwas angewidert. Kaum hatte er zu ende gesprochen sprang ein Man von einem der vorderen Bäume und grinste breit. "Da seid Ihr ja endlich. Wir warten schon eine Weile, Meister." sprach er und ging auf den Anführer der Gruppe zu. Sodon nickte kalt "Deine Augen sind nicht die besten, Riad. Oder weshalb hast du mich anhalten lassen?" fragte er mürrisch und ging dann ohne auf eine Antwort abzuwarten weiter zum Lagerplatz. Riad folgte ihm und mumelte etwas in seinen dichten Bart war Sodon zwar verstand aber nicht weiter beachtete. Es war nicht seine Aufgabe nett zu seinen Untergebenen zu sein dachte Sodon.
Im Lager angekommen ging er auf einen Mann zu der ihn schon grinsend empfing. "Das Licht sei mit dir Sodon, wir haben Besuch" dabei deutete er mit dem Kopf auf einen Mann der seelenruhig an einem Baum sass und sie schweigend beobachtete. "Hallo Salond" sagte Sodon nur kurz und blickte dann zu dem Mann. "Unser Kontakt?" fragte er und Salond nickte. "Gut er soll wartene ich muss erst etwas mit dir und Riad besprechen. kommt mit" Damit ging er etwas aushörweite der anderen. "Was wir zu tun haben hier erfordert konkrete Planung und absolute Verschwiegenheit. Unser Mann von den Seanchanern" dabei deutet er auf den Fremden "weiß von nichts und denkt das wir nur auf Erkundung sind um eine Niederlassung in Seanchan zu gründen. Das wir der Amyrlin einen Besuch abstatten weiss er nicht und das wird er auch nicht erfahren. Seine Aufgabe ist uns ein gutes Gundstück samt Gebäude zur Verfügung zu stellen. Also wenn wir haben was wir wollen muss er verschwinden, egal wie" Die anderen hörten schweigend zu und nickten als Sodon endete. Dann ging er gemeinsam mit den anderen zurück zum Lager und wandten sich dem Gast zu. "Das Licht sei mit Euch Fremder. Mein Name ist Sodon Artago und ich bin der Anführer dieses Haufens hier." sprache er den Seanchaner an und deutete mit einem Grinsen auf seine Leute. "Ich nehme an ihr seid der Gesandte der Akedemie, der uns bei unserer Suche helfen wird?" fragte er weiter als der Mann sich erhob.
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BeitragVerfasst: 14.07.2007, 11:45 
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Hochgelehrter

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Turydak ließ seinen Blick über die Männer schweifen. Sie wirkten auf ihn, als hätte man eine Truppe wenig erfolgreiche Wegelagerer in neue Kleidung gesteckt. Bevor dieser Sodon hier ankam, lungerten sie um die Feuer herum, rissen dreckige Witze und schienen nichts vernünftiges im Kopf zu haben. Jetzt versuchten sie wenigstens den Anschein einer geordneten Truppe zu erwecken. Eigentlich nicht dass, womit er gerechnet hatte, aber das würde er ihnen sicher nicht auf die Nase binden.
Er wandte sich an Sodon. "Ja, so sieht es wohl aus. Ich bin der Hochgelehrte Samyal von der Kaiserlichen Akademie in Quirat. Mir wurde gesagt, ich soll euch zur Akademie nach Seandar bringen, ist das richtig?"
Äußerlich bewahrte er absolute Ruhe, aber in seinem inneren fragte er sich, warum er einen solchen Lumpenhaufen in die Kaiserstadt bringen sollte. Diese Leute hatten nichts gutes vor, da war er sich sicher. Er würde Silvana eine Nachricht zukommen lassen, so bald sich die Gelegenheit ergab.

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BeitragVerfasst: 22.07.2007, 16:32 
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Gaidar

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Wohnort: Weiße Burg, Tar Valon
Der Tross der Amyrlin bewegte sich ruhig die breite, glatt gepflasterte Straße entlang. Diese führte in sanften Bögen durch eine hügelige Landschaft mit gelegentlichen Baumgruppen. Einige Bäume kamen Ta'Kirinae bekannt vor, aber andere waren ihr völlig fremd. In die Landschaft duckten sich in regelmäßigen Abständen Gehöfte und kleinere Häuser und die weiten Flächen wurden bestellt. Immer wieder sah sie Bauern, die ihre Felder mit einem Gespann aus Ochsen oder einer anderen Tierart, die Ta'Kirinae nicht kannte. Als sie ein solches Gespann passierten hörte sie einige Aes Sedai, vermutlich Braune, aufgeregt tuscheln.
Zwischen die bäuerlichen gebiete mischten sich auch Gehöfte, die von Wiesen umgeben waren, auf denen verschiedene Tiere grasten. Pferde gab es dort, in verschiedenen Formen, große, kräftige Zugtiere, stolze Hochpferde aber auch kleine struppige, scheinbar sehr aktive Tiere, die in kleineren Gruppen über die Weiden galoppierten. Auch die Tiere von den Pflügen sah sie, breite, flache Körper ohne Hörner, die meist faul auf den gleichen Weiden standen wie die Rinder. Aber auch die Rinder gab es in verschiedenen Arten. Einige sahen aus wie die, die sie kannte, aber es gab auch zottelige, langhaarige Tiere mit breiten schlanken Hörnern. Auf einer Farm sah sie sogar größere Tiere, mit einem Buckel und niedrig hängendem Kopf. Über Kopf, Buckel und Vorderbeine zog sich dabei wolliges Fell, am Körper und den Hinterbeinen war es kurz und glatt, wie bei anderen Rindern auch.
Scheinbar hatten Luthair Paendrags Nachfahren eigene Tiere mitgebracht und dann sowohl diese als auch die einheimischen Tiere zu züchten.
Sie hatte den Gedanken noch nicht ganz vollendet, als sie über eine hohe Hügelkuppe kamen. Vor ihr breitete sich, so weit das Auge reichte, ein Becken aus, in dessen Mitte eine riesige Stadt lag. Das Stadtzentrum schien regelmäßig angelegt zu sein, und überall sah man Gebäude mit flach abfallenden Dächern, die übereinander gebaut zu sein schienen. Dazwischen sah man immer wieder grün von Bäumen und Parks. Die innere Stadt war von einer Mauer umgeben und die Stadt schien vom Zentrum aus nach außen immer flacher zu werden. Von Norden und Süden näherten sich die glitzernden Bänder zweier Flüsse, die vereinigt als breiteres Band nach Nordwesten abflossen. Bis auf drei Meilen an die Stadt heran lagen noch Farmen.
Die Straße fiel sanft ins Tal ab, auf der letzten Meile von fremdartigen Bäumen gesäumt und noch breiter als zuvor. Fußgänger hielten sich hier auf gepflasterten Wegen, die durch den Grünstreifen mit den Bäumen von der Straße getrennt waren, auf der nur Gespanne und Reiter sich bewegten.
Das dreiteilige, offenstehende Tor, dem sie sich näherten war mit Gold beschlagen und von Soldaten bewacht. Sie trugen Waffenröcke in hellblau mit goldenen Kanten, in der Mitte ein Falke, der drei Blitze in den Klauen trug und eben dieses Symbol prangte auf den gold befransten Bannern, die links und rechts des Haupttores an der Mauer hingen.
Als sie in die Stadt hineinritten fielen Ta'Kirinae verschiedene Sachen auf.
Fürs erste kamen ihr nur wenige Menschen fremd vor. Viele Merkmale in den Gesichtern der Bürger des Reiches gingen durch die Corenne vor fünfhundert Jahren auch in den Gesichtern von Randland auf. Natürlich waren sie hier öfter deutlicher ausgeprägt, aber auch hier hatte die Durchmischung in der flimmernden Hauptstadt des Reiches ihr Übriges getan, um die Grenzen zwischen den Völkern zu vermischen.
Außerdem war die Stadt trotz ihrer Größe nicht so hektisch, wie zum Beispiel Tar Valon. Die Straßen waren breit genug für vier oder mehr Gespanne und selbst die Nebenstraßen noch für zwei. Und es war fest geregelt, wer sich wo bewegte. Auf den großen Kreuzungen standen in der Mitte Podeste, auf denen Beamte den Verkehr regelten und jeder hielt sich ohne zu Murren daran.
So Bewegte sich ihr Tross durch die Stadt auf den Hof der Neun Monde im Zentrum zu.
Mehrfach sah sich Ta'Kirinae zu Choirn um, die aus welchen Gründen auch immer nach hinten verbannt wurde. Ta'Kirinae hätte ihr gerne das eine oder andere erklärt, aber stattdessen musste sie bei der Sänfte der Amyrlin bleiben. Kurz fluchte sie in Gedanken über die seltsamen Gebräuche der Aes Sedai und fand sich bald darauf wieder, wie sie staunend die Gebäude der Kaiserlichen Akademie betrachtete, die, auf beiden Seiten die Straße säumend, den Beginn des Palastviertels ankündigten.

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BeitragVerfasst: 14.09.2007, 11:39 
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Schattenfreund

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Mit ironisch-kaltem Blick schaute Sodon auf den Seanchaner. "Nun ein Hochgelehrter seid ihr also. Wieviel habt ihr für den Titel bezahlt, Verehrtester?" sagte er spöttisch und die umstehenden Mannen begannen dreckig zu lachen. "Ruhe" brüllte Sodon und sofort verstummten die Männer. Sodons Blick fiel wieder auf den Fremden. "Was sollen wir in der Stadt, Hochgelehrter. Was wir brauchen ist ein sicheres und abseits liegendes Haus. Mehr nicht. Das wurde uns vom Hofe zugesichert. Ich ging davon aus das Ihr uns dorthin führt. Nicht mehr und nicht weniger. Ich sehe nicht ein warum ich mit meinen Männern nach Seandar gehen sollen. Es ist zudem wichtig für unsere Mission das wir so wenig wie möglich Aufmerksamkeit erregen." Sodon machte ein Pause. Er überlegte wieviel er dem Fremden erzählen konnte. Doch da es sich anscheinend nur um einen Boten handelte, entschied er sich fürs verschweigen. "Also setzt euch mit eurem Boss, König oder wie auch immer in Verbindung und sorgt dafür das ich bekomme was ich brauche. Und das ohne weiteren Umweg. Ich werde hier solange warten bis ihr mir etwas anderes erzählt als das von einer überflüssigen Reise." Damit drehte er sich um und lies den Seanchaner stehen. Gemeinsam mit den anderen ging er zum Feuer. Er hatte schon seit einiger Zeit nichts mehr gegessen und das wollte er nun nachholen.
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BeitragVerfasst: 14.09.2007, 12:04 
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Hochgelehrter

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Das Verhalten des Anführers stärkte den Eindruck einer Gruppe schlechter Wegelagerer in Turydak. Außerdem machten ihn die Aussagen des Mannes skeptisch. Er wollte nicht in die Stadt, sondern ein abseits liegendes Haus, um nicht aufzufallen.
Wer nicht auffallen möchte, hatte meist etwas zu verbergen. Und wer in Seanchan etwas zu verbergen hatte, war normalerweise nicht gerade auf das Wohl des Reiches aus. Er fragte sich, ob Silvana davon wusste und gleichzeitig ging ihm ein Licht auf.
Der Mann hatte ihn aufgefordert, Rücksprache wegen des Auftrags zu halten, und genau das würde er jetzt tun.
Sodon hatte sich mittlerweile an eins der Feuer gesetzt, und aß etwas. Turydak wurde ignoriert. Er nahm sein Pferd beim Zügel und öffnete sich der Macht. Der reißende Strom aus Feuer und Eis erfasste ihn und er stellte sich ihm entgegen. Er begann die Stränge eines Wegtors zu weben, aber nicht zu einem Ort in dieser Ebene der Welt. Er suchte nach einem anderen Ort. Er tastete sich an verzerrten Formen entlang, die dunkel in einer anderen Ebene lagen. Als er ein bestimmtes Muster fand, vollendete er das Tor und trat mit dem Pferd hindurch in eine unbestimmbare Dämmerung. Das Tor schloss sich hinter ihm und er schwang sich in den Sattel. Ein paar Sekunden schloss er die Augen, um in der Dunkelheit besser zu sehen und trieb das Pferd dann zu einem leichten Trab an. Über eine breite Steinfläche ging es zu einer Brücke, die sich über einen Abgrund schwang. Auch nach unten schien es kein Land zu geben, die Dämmerung der erwachenden Wege umschloss ihn.
Er ritt über mehrere Plattformen, Brücken und Abzweigungen, bis er zu einer Platform kam, in deren Boden ein Streifen aus weißem Marmor eingelassen war. Diesem folgte er, bis er zum Wegetor kam. Er entnahm das Avendesora Blatt und das Tor öffnete sich. Als er den Stein wieder platziert hatte und das Tor begann, sich zu schließen, trieb er sein Pferd durch die milchige Toröffnung.
Von dort öffnete er ein neues Wegtor, zur Akademie in Quirat.

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BeitragVerfasst: 14.09.2007, 12:59 
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Schattenfreund

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Scheinbar ruhig und gelassen saß Sodon am Feuer und aß eine eher dürftige Suppe. Doch es entging ihm nicht das in seiner Nähe Saidin ergriffen wurde. Doch er reagierte nicht. In seiner Gruppe war er neben Riad der einzige der Saidin lenken konnte. Und Riad saß neben ihm und konnte sowieso nicht soviel auf einmal beherrschen. Also musste es der Seanchaner sein. Und wie zur Bestätigung trat Salond neben ihn und flüsterte leise. "Der Fremde ist verschwunden." Sodon nickte "Ja ich weiß er wird wohl ein Wegtor benutzt haben." antwortete Sodon gelassen. Dann ass er weiter. Als er fertig war stand er auf. "Männer ihr wartet hier. Bis entweder der Seanchaner oder ich zurück komme. Ich habe noch etwas dringendes zu klären." Dann begab er sich etwas abseits und öffnete seinerseits ein Tor. Den Ort dahinter konnte nur er sehen und schritt hindurch. Ein Pferd brauchte er nicht. Denn da wo er hin ging braucht man es nicht. Er schloss das Tor und stand in einem prunkvollen Saal. Er war fast überfüllt von Gold und Marmor. Die Möbel waren aus feinsten Materialien. Und auch die Teppich und Gobellins waren vom aller Feinsten. Die gute lässt es sich aber gut gehen dachte Sodon etwas sarkastisch. Einige Diener standen an den riesigen Türflügeln und schauten unbeweglich zu ihm herüber. Anscheinend war es hier Gang und Gebe das hier Leute auftauchten und wieder verschwanden. Aber Sodon war das eh gleichgültig. Mit Raum greifenden Schritten ging er auf die Tür zu. Doch die Diener schienen keine Anstalten zu machen sie für ihn zu öffnen. Sodon blieb stehen "Ich werde erwartet und wenn ihr nicht öffnet werde ich euch sammt der Türflügel ins andere Land schaffen." Die Diener rissen die Augen auf und sofort verbeugten sie sich und öffneten die Tür. "Wie ihr meint Meister" riefen sie untertänigst. "Geht doch" schnaubte der Man und ging in das dahinter liegende Schlafgemach. Hier war der Luxus noch imposanter. Alleine das Bett würde eigentlich für drei Leute reichen, was hier nur für eine Person gedacht ist. Links neben dem Bett stand ein Schminktisch. Gold verziert und aus reinem Elfenbein. Davor sass eine Frau mit langen schwarzen Haaren und war gerade dabei den Lidstrich nachzuziehen. Überrascht drehte sie sich um. "Sodon Artago, ich hatte doch gesagt ihr sollt euch hier nicht blicken lassen." sprach sie aufgebracht. Sodon grinste "nun und ich hatte gesagt: Besorgt mir eine sichere Unterkunft und sorgt dafür das wir weitestgehend unbemerkt bleiben. Und was tut Ihr, ihr schickt einen Lackaffen der uns nach Seandar bringen soll. Wenn das so sein sollte dann hätte wir gleich mit allem Tam Tam in der Hauptstadt ein rücken können." Dann steckte er die Hände in die Taschen seines langen, schwarzen Mantels und ging auf die Frau zu. "Ich erwarte das ihr euch an die Abmachungen haltet. Genau wie ich es tue." er machte ein kurze Pause und schaute die Frau von oben bis unten an. Darauf hin schloss sie instinktiv ihren seidenen Morgenmantel. "Nun das tue ich und ich werde noch mehr tun." antwortete sie nun kalt und stand auf um sich von Sodon zu entfernen. "Da ihr nun einmal hier seid werde ich euch den Standort des Hauses sagen." sprach sie und ging zu dem riesigen Schreibtisch welcher an der Nordwand des Gemachs stand. Sie öffnete eine Schublade und entnahm ihr ein Pergament. Diese reichte sie Sodon. "Hier ist der genaue Lageplan. Wie ihr dorthin kommt ist eure Sache. Eigentlich wollte ich euch hinbringen, aber leider kann ich nicht weg und daher sagte ich dem Boten er soll Euch hier her bringen." sprach sie und versuchte ein müdes Lächeln, was aber misslang. Anscheinend hatte sie die letzten Nächte nicht viel Schlaf. dachte Sodon. Aber er auch nicht und er ließ sich nicht so gehen wie sie. Fast unmerklich schüttelte er den Kopf. "Ich werd es schon finden, Gnädigste." antwortete er schnippig. Sie nickte. "Und Ihr lasst euch erst wieder blicken, wenn die Gäste eingetroffen sind, Sodon." antwortet sie in einem Ton der Befehle geben gewohnt ist. "und nun seht zu das ihr verschwindet." fügte sie aggressiv hinzu. "Nun mal nicht zu heftig, Teuerste. Schließlich haben wir beide etwas von den erwarteten Gästen. Also brauche ich ein wenig Geld um mich in dem Häuschen einzurichten." Dabei hielt er die Hand auf. Er hatte zwar genug aber mehr konnte nicht schaden. Zudem sollte sie sich wirklich an die Absprachen halten, sonst wird ihr das sehr weh tun. Sie stöhnte leise auf und ging an eine großen Kleiderschrank. Dort holte sie einen Ledersack heraus und reichte ihn Sodon. Das dürfte fürs erste reichen. Wenn unsere Gäste da sind gibt es mehr. Und nun seht zu das ihr euch davon macht." wiederholte sie und Sodon grinste wieder. Er nahm den Sack und ergab sich Saidin. Er liebte es, auch wenn sie ihn immer wieder auszusaugen drohte. Er öffnete auf der Stelle ein Tor und schritt hin durch. Kurz bevor er das Tor schloss konnte er noch das fluchen der Frau hören, was eindeutig für ihn bestimmt war. Doch Sodon grinste nur und ging wieder zu seinen Männern hinüber. Denn zu ihnen hatte er das Tor geöffnet. Er wandte sich an Salond. Ist der Fremde wieder aufgetaucht?" Der angesprochene schüttelte den Kopf. "Nun egal, packt alles zusammen wir brechen auf. Riad bring mir die Karte von Seanchan." rief er dem Mann zu,welcher etwas abseits stand. Er wurde ein wenig von den anderen gemieden. Wahrscheinlich weil er Saidin lenken konnte. So war es nicht unüblich das er sich abseits befand.
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BeitragVerfasst: 26.10.2007, 07:30 
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Gaidin

Registriert: 06.08.06
Beiträge: 241
Wohnort: Berlin
Noch währen Cadim am Schreibtisch saß und Pläne machte offnete sich die Tür und Mericus Gaidin trat ein. "Meister ihr habt gerufen" sprach dieser zackig und salutierte. Cadim schaute auf "Ja das hab ich, wo ist Thaarsai?" fragte er. Mericus grinste "Nun als Behüter der Amyrlin ist er natürlich mit auf dem Weg nach Seanchan." antwortete der Gaidin und sein Grinsen verstärkte sich. Cadim nickte. Warum musste dieser närrische Aiel ausgerechnet die Amyrlin als zu behütende aussuchen. dachte er grimmig. Cadim hatte nie verstanden was diesen Mann dazu getrieben hatte und daher hatte er es auch immer gut verdrängt. Er wollte es nicht wissen und ärgerte sich nun das die Entscheidung des Aiel mal wieder seine Pläne störten. "Nun gut dann müsst ihr das alleine händeln, Mericus" sprach er und erhob sich. Dann berichtete er Mericus von dem was Rhoden heraus bekommen hatte. Nur in kurzen Sätzen und nur das Notwendigste. Als er geendet hatte schaute er den Gaidin ernst an. "Nehmt euch ein paar fähige Männer, Gaidin und hört euch intensiv in der Stadt um. Behaltet die Seanchaner im Auge und wenn ihr einen dieser Schwarzen findet nach den diese suchen, setzt ihn fest und gebt mir Bescheid." Mericus schaute ihn ungläubig an. "Wir sollen ihn gefangen nehmen?" fragte er etwas ungläubig. Manchmal war dieser Gaidin doch reichlich schwer von begriff. dachte Cadim mürrisch "Ja das sollt ihr. Ich will wissen was das für Leute sind und warum die Seanchaner nach ihnen suchen. Vielleichtz können wir sie für unsere Zweck einsetzen, Mericus." Mericus nickte. "Habe verstanden Meister." Dann salutierte er und verließ zügig das Arbeitszimmer. Cadim setzte sich an sein Schreibtisch und arbeitete an seine Plänen weiter. Im Moment gab es nicht wirklich viel für ihn zu tun. Jetzt hieß es abwarten und sehen was für Informationen eintreffen. Danach würde dann der eine oder andere Plan greifen, so hoffte er. jeder Situation spielte er durch und für jede entwickelte er einen Gegenplan. Nichts war für ihn schlimmer als auf eine unvorbereitete Situation zu stoßen.


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