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 Betreff des Beitrags: Das Land der Langen Nacht
BeitragVerfasst: 23.10.2007, 14:15 
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Jägerin

Registriert: 23.10.07
Beiträge: 98
Geschichte:
Nördlich von Shayol Ghul, der Großen Fäule und dem Verdorbenen Land beginnen die Gletscher des nördlichen Polargebietes. Ein Land, das selbst Jain Fernstreicher vermutlich nie erreicht hat. Aber andere haben es erreicht. In der Zeit nach Tarmon Gai’don machte sich eine Gruppe von ungefähr achthundert Menschen auf den Weg nach Norden, um dem Chaos, das die Welt heimgesucht hatte zu entgehen. Sie wagten den Weg durch die Große Fäule und durch das Verdorbene Land, in der trügerischen Hoffnung, einen Ort zu finden, an dem sie sicher wären. Einen Ort, den sie Heimat nennen könnten.
Die Fäule war damals beinahe entvölkert und die überlebenden Schattengeschöpfe waren weites gehend ohne Führung. Das machte die Fäule zwar nicht ungefährlich, aber ungefährlicher als zu jedem anderen Zeitpunkt der bekannten Geschichte. Und so gelang das Kunststück: Von den achthundert Menschen überlebten immerhin vierhundert den beschwerlichen Marsch bis an den Fuß der nördlichen Gletscher.
Und das Glück war ihnen auch weiterhin hold: Sie fanden einen Gletscherbach, an dem sie sich niederlassen konnten. Das Leben war schwierig und gänzlich ohne Luxus – aber es war ein Leben abseits der Wirren der Welt.
Keiner von ihnen rechnete mit dem Winter.
Einen solchen Winter hatte noch niemand erlebt: Die Sonne ging wochenlang gar nicht auf (daher der Name „Land der Langen Nacht“), Schneestürme peitschten vom Gletscher hinunter und die Jäger fanden nicht die Spur eines einzigen Tieres.
In diesem ersten Winter wurde die Gruppe auf hundertfünfzig Menschen dezimiert.
Als der Frühling anbrach, gaben die Überlebenden auf und wollten zurück in die bekannte Welt. Erneut machten sie sich auf den beschwerlichen Weg durch das Verdorbene Land. Doch die Große Fäule war erwacht und versperrte ihnen den Weg. Trollocs hatten sich vermehrt, Myrddraal sorgten für Ordnung. An ein unbemerktes Durchkommen war nicht zu denken. Und um sich durchzukämpfen, waren sie zu wenige und zu geschwächt.
Der vermeintlich sichere Ort war zu einer Falle ohne Ausweg geworden.
Und so ergaben sich die hundert Überlebenden (die anderen fünfzig sind bei der erneuten Wanderung durch das Verdorbene Land ums Leben gekommen) in ihr Schicksal und siedelten im Land der Langen Nacht.

Bevölkerung:
Heute leben etwa fünfhundert Menschen im Land der Langen Nacht. Genaue Aufzeichnungen über Abstammungen und Verwandtschaftsverhältnisse verhindern, dass es zu Inzucht kommt. Wie genau sich das Volk der Langen Nacht zusammensetzt ist unbekannt: Manche Vorstellungen von Ehre und Pflicht erinnern an die Aiel – aber es gibt kaum rothaarige unter den Bewohnern. Zudem gelten Schwertkämpfer als sehr geachtete Personen.
Die Sprache des Volkes der Langen Nacht ist für Außenstehende kaum zu verstehen, denn um nicht zuviel Lärm zu machen, sind die Menschen dazu übergegangen, die Vokale nicht mit auszusprechen. Ihre Sprache klingt daher wie abgehakte Zischlaute.

Lebensweise:
Das Volk der Langen Nacht nutzt zwar in den Sommermonaten auch die Kultivierung von Nutzpflanzen, doch der Haupterwerb der Bewohner besteht in der Jagd. Schon die Kinder erlernen die Jagd auf Tiere, die manchmal doppelt so schwer sind wie sie selbst. Geschicklichkeit ist in diesen Fällen von sehr viel höherer Bedeutung als reine Kraft. Zudem lernen die Kinder von Geburt an, dass die Gemeinschaft mehr zählt als das Leben eines Einzelnen – ein einzelner Mensch überlebt in der Regel nicht eine Woche im Land der Langen Nacht.
Trotz oder gerade wegen dieses Gemeinschaftssinnes kommt es in schlechten Zeiten immer wieder vor, dass alte und gebrechliche Menschen getötet werden, um das Überleben des Volkes zu gewährleisten.
In sehr schlechten Zeiten werden auch alleinstehende Jäger aus dem Volk gewiesen. Jene Jäger tötet man jedoch nicht, denn es kann passieren, dass der Jäger bei seiner einsamen Wanderung durch das Land der Langen Nacht etwas findet, was dem Volk zugute kommt (z.B. ein sicheres Tal). In diesem Fall kehrt der Ausgestoßene zurück und „rettet“ das Volk.
Es ist daher wenig verwunderlich, dass es keine festen Wohnstätten gibt. Das Volk der Langen Nacht wohnt in Eishäusern bis der Tierbestand durch weitere Jagd aus dem Gleichgewicht gebracht würde und zieht dann weiter. Nur in den eisigsten und dunkelsten Winterwochen bleiben die Menschen an einem Ort – eingedeckt mit (hoffentlich) genügend Vorräten – und erzählen Geschichten von einem Land, in dem immer Sommer herrscht und in dem die Sonne nicht untergeht.

Glaube:
Das Volk der Langen Nacht weiß nichts vom Schöpfer oder dem Rad der Zeit. Es glaubt an die Geister der Natur und den „großen Schlächter“, der irgendwo im Süden wohnt. Tiere sind nach Ansicht der Bewohner nicht weniger wert als die Menschen. Jäger, die ein Muttertier töten oder mehr Tiere töten als benötigt werden, müssen sich vor der Gemeinschaft verantworten und werden in den meisten Fällen qualvoll hingerichtet.
Todesfälle bei der Jagd gelten als Opfer an das gejagte Tier.
Erzählungen, von einem Land jenseits der Heimat des großen Schlächters, werden als Kindergeschichten betrachtet.

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