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A'vron - Der Beobachter - Winter 2008/09


Vorwort
- von Fana Tennoio

Nun ist es wieder so weit: Die Winterausgabe 2009 des A’vron ist da! Ich hoffe, dass euch die letzte Ausgabe gefallen hat und ihr auch diese Ausgabe wieder mit Freude lesen werdet. Mein Team und ich haben uns Mühe gegeben, euch Unterhaltung und Information in geschriebener Form zu geben, die ihr so schnell nicht wieder vergessen werdet ;)
Vom gelben Winterspaziergang bis hin zur Kohlfahrt ist diesmal alles vertreten und wir, die Schreiber des A’vron, hoffen, dass auch diejenigen, die nicht bei der Kohlfahrt dabei waren oder das Forum derzeit nicht aktiv in allen Einzelheiten mitlesen können durch uns trotzdem einen Überblick bekommen. Viel Spaß bei der diesjährigen Winterausgabe wünscht euch eure Redaktuerin des A’vron


Fana Tennoio


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Community News
- von Berior Alaeyn

Ich weiß ja nicht, wie es bei euch aussieht, aber dieses Mal passt der A'vron absolut zum Wetter – so winterlich war es hier schon lange nicht mehr. Willkommen zurück, liebe Leser, zur neunten Ausgabe des A'vron!
Im letzten Quartal war wieder einiges los auf DSC – so konnten wir zum Beispiel mehrere Anlässe feiern: Ende Jänner übergab ich die Führung der Grauen Ajah endlich wieder an eine echte Graue – Tisharyell Sedai übernahm das Amt der Sitzenden. Eine Woche später, am 27. 1., feierten Verin und Thaarsai ihren Geschwisterbund. Am 3. 2. wurde Ragnar zum Aethan erhoben und in weiterer Folge erwählte er die Valdar Aldazar als seine Gruppierung. Und last but not least: auf der Kohlfahrt am 14. 2. wurde Cor zum Aes Sedai der Grauen Ajah erhoben. Wir gratulieren herzlich!
Wie bereits im letzten A'vron angedeutet, gab es eine wichtige Veränderung – ein neues Forum. Dank der unermüdlichen Arbeiten des IT-Teams – bei dem ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte – konnten wir zügig und ohne gröbere Probleme auf die neueste Version der Forensoftware konvertieren, und haben nun eine Vielfalt an neuen Funktionen zur Verfügung. Die Umstellung, die ursprünglich erst für Februar/März geplant war, konnte so bereits vor Weihnachten über die Bühne gehen.
Über Neujahr hin zog sich unsere Revision, die schließlich Ende Jänner dann mit Ergebnissen aufwarten konnte. So wurden die Gender-Foren abgeschafft, der Ogierhain einer neuen Funktion zugeführt, die Forenfeste überarbeitet und auch die Verfassung etwas lesbarer gestaltet. Auch wenn das jetzt keine großen Sprünge waren, zeigt sich doch, dass DSC nach wie vor dynamisch ist und – so man von diesem Recht Gebrauch macht – jedes Mitglied die Chance hat, den Lauf der Dinge zu beeinflussen. Vielen Dank an alle, die an der Revision mitgearbeitet haben – sei es durch das Stellen von Anträgen oder durch aktive Diskussion in den einzelnen Themen.
Auch in den JM-Reihen hat sich was getan – Anariell und Myorinah übergaben die Posten als Junior Member Vertreterin (und Stellvertreterin) an Dorian (JMV) und Eldyne (JMV Stv.) weiter. Vielen Dank den alten und neuen Vertretern für ihren Einsatz!
Die zuvor erwähnte Kohlfahrt wird in dieser Ausgabe noch extra behandelt, daher will ich hier auch nicht zu viel vorweg nehmen. Dem scheidenden Kohlkönigspaar sei gesagt: Ihr seid mutig zwei Brownies als eure Nachfolger auszuwählen – na wenn das mal was wird nächstes Jahr :p
So! Spaß beiseite; Allen jenen, die nicht im schneelosen Flachland wohnen, viel Spaß mit der weißen Pracht, allen anderen trotzdem einen schönen verbleibenden Winter – bis zum nächsten Mal im Frühling,

Berior Alaeyn
Hüter der Chroniken
Aes Sedai der Braunen Ajah



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Eilmeldung: Bondage-Orgie im neuen Arbeitszimmer der Roten Sitzenden!
- von Fana Tennoio

Da das A’vron-Team immer und überall versucht vor Ort zu sein, erreichte uns in der letzten Nacht noch folgende skandalöse Meldung: Im neu eingerichteten Arbeitszimmer von Lyuna Sedai, der Sitzenden der Roten Ajah, fand in dieser kalten Februarnacht Unglaubliches statt!
Schon auf dem Gang hörte man Kettenrasseln und frivoles Geschrei und Geschnatter hinter einer bis vor kurzem noch verschlossenen Tür. Als ein kleiner Babyschlumpf – Name wird aufgrund von Persönlichkeitsrechten hier nicht genannt – sich nun traute an die Tür zu klopfen, betrat Cor Sedai noch vorher das Arbeitszimmer, dicht gefolgt von unserem blauem Informanten, welcher das Geschehen von Anfang bis Ende miterlebt hat.
Wenig später wurden auch Darius Vallar, ein roter Aufgenommener, Suandin Avarath und Takara Nimodo auf die Vorgänge im Arbeitszimmer aufmerksam, woraufhin sich die Anzahl der Teilnehmer dieser Orgie fast verdoppelte.
Darius wurde zunächst als Kettentester missbraucht, bevor Cor Sedai genötigt wurde, sich auf ihn zu setzen, damit der junge Aufgenommene fit gehalten wird. Als dann auch noch Takara Nimodo davon hörte, dass die Roten ihre Kuchen mit Rekrutenfleisch aromatisieren, entbrannte zunächst ein kleiner Konflikt, der darin endete, dass auch der Hauptmann an den armen Aufgenommenen gefesselt wurde, wodurch der graue Frischling von seinem Schicksal erlöst wurde. Nachdem sich nun Makani Sedai erbarmte, den armen Hauptmann von seinem hohen Ross zu holen, legte der sich gleich flach, zu Füßen der Ajah-Angehörigen. Um seinen Stolz als einziger anwesender Schwertfuchtler doch noch zu bewahren, wollte er daraufhin das Arbeitszimmer verlassen, was Cor Sedai zum Anlass nahm, ihn so lange festzuhalten, bis er selbst auch in der Nähe der Tür war. So verließen schließlich nach und nach alle, außer natürlich die Roten und der Babyschlumpf, das unterhaltsame Sado-Maso-Studio von Lyuna Sedai und es bleibt uns daher ein Rätsel, über welchen temporären V-Mann besagter Informant des A’vron eine Nachricht herausschmuggeln konnte. Bleibt nur zu hoffen, dass die so genannten „Reddies“ in Zukunft nicht blau aromatisiert werden.


Fana Tennoio


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Kohlfahrt 2009
- von Mina Sogani

Das war sie also, die Kohlfahrt. Die Zeit ging viel zu schnell vorbei, aber für alle, die nicht dabei waren, hier der Bericht der Kohlfahrt 2009 in Delmenhorst:

Wir alle wollten uns in dem Café gegenüber vom Bahnhof treffen. Nur, erstmal dorthin finden! Ehrlich gesagt, nach fast fünf Stunden im Auto hatte ich nachher keine Lust mehr zu sitzen. Ich glaube Cad ging es ähnlich, der saß schon, als ich in die kleine Möhre einstieg, zwei Stunden hinter dem Lenkrad. Bei der Hinfahrt klang er recht optimistisch:„Wir sind wahrscheinlich die Ersten“. Pustekuchen! Wir waren im guten Mittelfeld.
Im Riva, oder wie auch immer dieses Ding hieß, angekommen, entspannten wir alle uns erstmal von der Fahrt und das FT begann, wenn auch zuerst nur unterbesetzt. Wir bestellten uns alle durcheinander irgendwann essen, auch wenn das Einnehmen der Mahlzeit eine reine Qual für den Rücken war. Man möge sich vorstellen: ich mit meinem ein Meter und sechzig hatte schon meine Probleme. Wie musste sich dann erst Neg zusammenfalten?
Was sich auch als äußerst schwierig erwies war unsere Kellnerin, die suchte sich nämlich nur bestimmte Leute aus, die sie bediente, der Rest wurde ignoriert. So musste Cadim ewig warten, genauso wie Verin, und Kai bekam statt einer Margarita mit Salzrand (Cocktail) eine Pizza Margarita. Und das obwohl sie die Kellnerin vorher gefragt hatte, ob der Margarita mit Salz- oder Zuckerrand ist.
Noch im Auto war mir eingefallen, dass ich zwar genügend Geld abgeholt hatte, dass es aber natürlich zu Hause lag… da liegt es immer gut. Also hab ich von Neg den Weg zur nächsten Sparkasse erfragt. Glücklicherweise war eine ganz in der Nähe, es war allerdings nur eine „Landessparkasse zu Oldenburg“, was ja keine Sparkasse ist… neee. Aber dennoch war ein Sparkassensymbol dran, also isses wohl doch eine, nur Neg bisher nicht aufgefallen, oder so. Als ich gerade zurück war fragte mich Cor, unser Sockenheld, ob ich zur Sparkasse war. :Nod, war ich. Irgendwie hatte er meinen Abzug verpasst, er musste da nämlich auch noch hin, denn wie sein Titel besagt, hatte er keine Socken eingepackt, genauso wie unser Hüter. Da wir aber sowieso noch etwas zum Frühstück und fürs „Vorglühen“ an diesem Abend brauchten, musste sowieso irgendwer einkaufen fahren. Das war Cad, der klemmte sich Cor unter den Arm und gemeinsam mit Berior fuhren sie, von Neg geleitet, ins Kaufland. Neg fuhr nach Bremen weiter um dort Choirn und Thaarsai abzuholen. Wir anderen warteten weiterhin im Cafe und harrten der Dinge die da kommen mochten… und vor allem auf die Kellnerin.
Als Cadim wiederkam schauten wir so langsam auf die Uhr, denn es war zehn Uhr und genau zu dieser Uhrzeit sollte Nila kommen, um uns zur Kaserne zu lotsen.
Sie kam auch gleich und wir verteilten uns auf die Autos. Ich fuhr bei Mumsie mit… irgendwie habe ich genau die richtige Größe für dieses Auto.

Wir kamen alle heile vor der Kaserne an, nur mussten wir noch auf Neg warten. Nach einiger Zeit im Kalten kam der auch angedüst und gemeinsam mit seinem Vater, der schon vor Ort war, fuhren wir in die Kaserne. In einer Kolonne fuhren wir zu dem uns zur Verfügung gestellten Gebäude.
Choirn und ich bezogen unser „Zimmer“ und räumten erstmal die Stühle und Tische etwas beiseite. Dann breiteten wir uns direkt an der Heizung aus. Nach einiger Zeit hatten sich alle mehr oder weniger eingerichtet und wir gingen in unseren Gemeinschaftsraum mit Theke und allem drum und dran. Dort war Vorglühen und Quatschen und Trinken angesagt. Irgendwann gingen wir dann ins Bettchen (ich glaube ich war nach Kai, die Kopfschmerzen hatte, die erste, und das war um zwei).
Am nächsten Morgen standen wir allmählich auf, weil wir eh um die Dusche kämpfen mussten. Danach war ein langes und ausgedehntes Frühstück angesagt, das für einige bis um zwölf ging, da machten wir uns langsam fertig für die Kohlfahrt, die um eins losgehen sollte. Der Bollerwagen wurde auch geschmückt und um eins ging es los auf Wanderschaft. Schon nach den ersten Metern kam die erste Kurve und die Gläser wurden hervorgeholt… natürlich auch gefüllt. Bis zum Kasernentor mussten wir unsere Sachen für die Gaststätte tragen, dort konnten wir sie in den Kofferraum von Nilas Vater stellen, der die Sachen später zur Gaststätte brachte. So machten wir uns mit unserer Wegzehrung und dem Bollerwagen auf den Weg und machten an jeder Kurve und an jeder Kreuzung halt. Dann kamen die Spiele. Beim Teebeutelweitwurf lernte meine Brille und nicht der Teebeutel das Fliegen. Bei der blinden Kuh stellte sich mal wieder heraus, dass Geschwisterbünde, wenn auch nur die als Nächstgeschwister, eine sehr gute Sache sind. Cor dirigierte Meri perfekt zum Ziel. Ein Glück, dass ich mit in der Gruppe war, so kassierte ich wenigstens ein Pünktchen. Ein paar Mal wurde das halbe Überraschungsei auch herunter geworfen. Dann gings weiter. Dann kam das Eierlaufen dran. Das hieß wir teilten uns in zwei Gruppen auf, jede Gruppe hatte drei Eier zur Verfügung und einen Löffel. Bei mir fiel das Ei kurz vor der Übergabe herunter… genau vor die Füße des Nächsten von der anderen Gruppe. :teehee. Irgendwann kam das Mirabellenkernspucken dran. Dabei musste man zwischen die beiden vorgegebenen weiten treffen. Verin und Neg hatten „vorgespuckt“, das waren unsere Orientierungswerte.

Danach ging es weiter, immer mehr oder weniger geradeaus zur Gaststätte. Nach meiner Zeitrechnung kamen wir genau pünktlich dort an, das Auto mit den Kleidungsstücken war auch dort, also drängelten wir uns zu den Toiletten um uns umzuziehen. DSC-Shirt war Pflicht für die, die eines hatten.
Nach kurzer Zeit kam das Essen. Zuerst der Gemüseauflauf, da war einer zu viel. Dann das Schnitzel, da war eines zu wenig und das war meines. Notgedrungen holte ich mir den Gemüse-Rosenkohl-Auflauf und pickte das für mich essbare heraus. Dann warf ich mir die restlichen Kartoffeln der Kohlesser hinter.

Dann wurde das Kohlkönigspaar gekrönt. Verin und Neg gingen die Reihe entlang und ließen schließlich die „Kronen“ auf die königlichen Häupter sinken. Zwei Braune hatte es erwischt, Nienna und Berior. Also der bunte Cowboyhut hob sich gut von der Masse ab, so konnten wir unser Königspaar gut in der Menge der Tänzer sehen und fotografieren. Auch wenn die Sichtverhältnisse vor allem für eher kleine Leute nicht wirklich gut waren.
Kurz danach ging es auch für uns andere aufs Tanzfeld und danach konnte ich gleich meine schöne Bluse ausziehen… Jemand hatte sein halbes Glas darauf ausgeleert. Aber beim Tanzen wird einem eh warm, da reicht auch das DSC-T-Shirt aus. Mit Saurem, Cola, Waldmeister und Tanzen verbrachten wir den Abend bis um zwölf und wurden dann mit dem Bus bis kurz vor die Kaserne gefahren. Wir gingen das letzte Stück und einige von uns wurden mit dem Auto das letzte Stück in die Kaserne bis zu unserem Häuschen gefahren.
Zumindest ich verkroch mich sofort in meinen Schlafsack und deshalb bekam ich auch leider nicht mit, wie der Kalender, den wir gebastelt hatten, Neg und Nila gegeben wurde.

Am nächsten Morgen war wieder allmähliches Erwachen und Duschen angesagt. Und dann hieß es, wer zuerst kommt mahlt zuerst. Das Brot war knapp bemessen, und wer als letztes aufstand hatte das Nachsehen. Das waren diesmal Nienna und Kai. Nach dem Frühstück rafften sich zuerst Verin, Berior und Einrek auf, da Berior seinen Flieger kriegen musste. Gruppenknuddeln! Kurz darauf fuhren Cad, Kai und ich ab, wer danach abzwitscherte weiß ich nicht, da ich ja dann schon weg war.

Wem das eine oder andere im Bericht fehlt, der möge mir das bitte verzeihen, da ich den Bericht nur aus meiner Sicht erzählen kann.


Mina Sogani


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Es war einmal im Winter ...
... ein gelber Winterspaziergang

- zusammengefasst und ins Reine geschrieben von Lasimya Eldundold

Ein kalter Wind streift das große Tor der Weißen Burg, zerrt an Umhängen und hinterläßt ein schmerzhaftes Ziehen auf der ungeschützten Haut. Langsam öffnet sich das große, hölzerne Tor und gibt den Blick frei auf die winterliche Welt davor.

Der Schnee hat sich auf die Gärten gelegt, und die Bäume tragen eine Schneekrone. Ein quietschendes Geräusch lässt erkennen, dass das Tor sich wieder schließt. Es schneit noch immer, und Schneekristalle vollführen einen kunstvollen Tanz in der Luft, bevor sie sich sanft und lautlos auf allem niederlassen, was ihren Weg kreuzt. Bis auf das Knirschen des Schnees bei jedem Schritt ist nichts zu hören.

Auf der einen Seite sind schwach die Lichter der Pferdeställe zu erkennen. Daneben führt ein Weg an den Koppeln vorbei, geradezu einladend zu einem Spaziergang. Der Weg führt an den Koppeln entlang bis zu einem kleinen Nadelwäldchen am Rande des Burggeländes. Der Wind lässt jeden frösteln, der sich nicht fest in seinen Umhang gewickelt, und der Atem bildet kleine Wölkchen.

Die kalte Luft riecht hier nach Nadelwald. Der Weg führt weiter, in das Wäldchen hinein, und in der Ferne ist ein Flackern zu erkennen, so schwach, dass man genauer hinblicken muss, um es im dichten Schneetreiben genau erkennen zu können.

Beim Näherkommen entpuppt sich das Flackern als der Lichtschein aus dem Fenster einer schneebedeckten Holzhütte. Rauch tänzelt aus dem Schlot und verspricht eine angenehme Wärme innen. Beim Nähertreten ans Fenster kann man niemanden im Inneren erkennen, und auch auf das Klopfen antwortet niemand. Vorsichtig öffnet sich die Tür.

Wohlige Wärme schlägt einem entgegen und lässt den restlichen Schnee auf dem Umhang schmelzen. Der Blick schweift umher. Von einem kleinen Flur vor der Eingangstür gelangt man in einen großen Raum. Die Holzdielen knarren bei jedem Schritt leise. In einem steinernen Kamin prasselt das Feuer, Flammen züngeln sich in verschiedenen Schattierungen der Farbe Gelb an den aufgestapelten Holzscheiten nach oben. Der wunderbare Duft von abbrennendem Nadelholz erfüllt den Raum.

Neben dem Feuer steht ein großer, lederner Sessel, auf dem viele gemütliche Lammfelle einladend liegen. An der Decke hängen viele verschiedene Kräuter zum Trocknen und vermischen sich mit dem Duft des Nadelholzes. An den Wänden hängen viele Bilder einer bekannten gelben Aes Sedai – Nynaeve al’Meara. Wem diese Hütte wohl gehören mag?

Im hinteren Teil des Raumes befindet sich eine kleine Kochecke, mit Ofen, einem Teekessel, fertigen Kräutern zum Aufgießen von Tee und einigen Kochbüchern. Es dauert nicht lange, bis das Wasser mit Kessel zum Sieden gebracht wurde und der frisch aufgebrühte Tee eine weitere Duftnuance in den Raum frei gibt.

Langsam füllt sich der Raum. Aes Sedai und Behüter, Novizen und Rekruten, Aufgenommene und Aethan haben ihren Weg hierher gefunden. Sie wärmen ihre Hände an duftenden Tassen Tee und genießen die wohlige Wärme des Feuers. Gespräche werden geführt, bis eine Aufgenommene schließlich beginnt, eine Geschichte zu erzählen:

Das schönste Herz

Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich, und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: „Nun, Dein Herz ist nicht mal annähernd so schön wie meines.“ Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig, und es gab einige ausgefranste Ecken, genauer gesagt … an einigen Stellen waren tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten. Die Leute starrten ihn an: wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner, dachten sie?

Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte: „Du musst scherzen“, sagte er. „Dein Herz mit meinem zu vergleichen! Meines ist perfekt und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen.“ „Ja“, sagte der alte Mann. „Deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit Dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen, und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige rauhe Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde … und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?“

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde in des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es ausgefranste Ränder hatte. Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten sich und gingen weg, Seite an Seite.

Narben auf dem Körper bedeuten, dass man gelebt hat ...

Narben auf der Seele bedeuten, dass man geliebt hat ...

Ich wünsche uns allen viele viele Narben ...


Eine angenehme Stille breitet sich im Raum aus. Jeder denkt über die eben gehörte Geschichte nach, und auf vielen Gesichtern ist zu erkennen, dass sie hoffen, noch viel für die Narbenbildung ihrer eigenen Herzen tun zu können.



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Schreibwettbewerb
- von Mina Sogani

Einige von euch werden sich wahrscheinlich fragen, wer nun die Gewinner des Schreibwettbewerbes sind. Hauptsächlich werden es wahrscheinlich nur zwei sein. Ja, zwei. Nur zwei haben es gewagt und ein Gedicht eingesendet. Aufgrund dieser geringen Teilnehmerzahl werde ich kurz nach der Veröffentlichung des A’vron im allgemeinen Forenbereich eine Umfrage erstellen, um die Ursache herauszufinden. Aber zuerst kommen wir zum Gewinnerbeitrag.

Der Gewinner des Schreibwettbewerbes vom Winter-A’vron 2008/2009 ist.... Arkendus Tolmashier, Aes Sedai der braunen Ajah, mit einem Punkt vor Nienna Eärfalas. Die Verleihung des Preises wird außerhalb des A’vron stattfinden. Und hier das Wintergedicht:

Winternacht

Einsam fallen sie hernieder,
wissen nicht was nun geschieht.
Stumme Schreie hallen wieder.
Dunkelheit ist was man sieht.
Nein, sie können sich nicht wehren,
Nicht dagegen aufbegehren.

Der Wind des Lebens reißt sie fort,
Zerstört ist alle Hoffnung.
Kein Mensch, kein Tier, kein Ding, kein Ort
Schenkt ihnen mehr Beachtung.
Nein, sie können sich nicht wehren,
Nicht dagegen aufbegehren.

Der letzte Weg, er liegt nun klar,
Das Ende, es kommt näher.
Die Lösung lag schon immer dar.
Man brauchte keinen Seher.
Nein, sie können sich nicht wehren,
Nicht dagegen aufbegehren.

Der Aufprall tötet, schafft sie neu.
Die Einsamkeit, sie schwindet.
Im Mondenschein, sie leuchten scheu.
Als Decke man sie findet.
Nein, sie wollen sich nicht wehren,
Nicht mehr dagegen aufbegehren.


Herzlichen Glückwunsch Arkendus, und auch dir, Nienna. Ihr habt beide tolle Gedichte geschrieben! Das A’vron-Team gratuliert euch!


Mina Sogani


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Die Zeit des Nachdenkens
- von Fana Tennoio

Ein Fenster mit Blick aufs Nirgendwo, kein einziger Laut ist in der Welt zu hören. Die Monate, in denen die Farbe Weiß vorherrscht, sind gekommen. Für die einen sind sie die schönsten des Jahres, für die anderen die schrecklichsten. Die Schneeflocken fallen vom Himmel und bedecken Gras, Strauch und Baum, auf der Suche nach einem geeigneten Ort, sich niederzulassen, so wie auch wir einen Ort suchen, an dem wir uns niederlassen können. Doch was muss er für uns haben, dieser Ort?
Für die einen bedeutet zur Ruhe zu kommen einfach, die Gedanken im Kopf geordnet zu haben, sich klar über sich selbst zu sein. Der Winter schenkt uns die Zeit und die Besinnlichkeit dafür, über uns nachzudenken, darüber, wo wir sind und darüber, wo wir noch hin wollen. Wenn der Schnee die Welt vor unserem Fenster bedeckt und alles um uns herum in völliger Stille versinkt, sind wir es, die übrig bleiben. Wir sind es, die die Unberührtheit der Schneedecke durchbrechen, wenn wir vor die Tür gehen, und die die Ruhe und den Einklang stören, wenn wir die Stimme erheben.
Die kalte Jahreszeit ist eine Zeit des Schweigens und der Besinnung, der Zusammenkunft und des Versöhnens, die Zeit der Zurückgezogenheit und die Zeit der Einigung, sowohl mit sich selbst als auch mit anderen. An die warmen Kamine gelehnt und mit den Liebsten um sich herum finden nun die Momente statt, die uns helfen, ein wenig Ruhe in unsere Herzen zu bringen und uns daran zu erinnern, wie wertvoll die Menschen im Umfeld sind, wie gerne wir zusammensitzen und uns unterhalten, austauschen und manchmal streiten. Immer dann, wenn sich die ersten Eiskristalle an den Scheiben bilden und uns zeigen, dass die Welt im Winterschlaf liegt, können wir endlich zur Ruhe kommen und uns daran erfreuen, eine Zuflucht, geliebte Menschen und ein Heim zu haben. Wir können uns freuen, dass wir, obwohl eisige Temperaturen herrschen, trotzdem nicht frieren müssen, weil wir immer etwas haben, das uns wärmt und uns schützt vor den kalten Winterstürmen.
Und bricht schließlich die blasse Sonne an kalten Wintertagen hervor, heben wir unsere Köpfe und sehnen uns nach dem Frühling, der Zeit des Erwachsens, des Wachsens und der Wärme. Auf diese Zeit gehen wir nun langsam mit großen Schritten zu, und mancherorts kann man bereits beobachten, wie die ersten Eiszapfen an den Dächern schmelzen, Tropfen für Tropfen auf die Erde fallen und Platz machen für etwas neues.
Mit einer wärmenden Tasse Tee in der Hand und einem vorsichtig vorfreudigem Lächeln auf den Lippen werden die Tage nun wieder länger, die Nächte kürzer und Schnee und Eis beginnen, sich zurückzuziehen und den Weg freizugeben für grünes Gras und bunte Blumen. Die Zeit des Nachdenkens wird vorübergehen und den wärmeren Monaten Platz machen. Doch sollten wir auch dann niemals vergessen, dass die besinnliche Zeit irgendwann zurückkehrt und uns ermahnt, dass alles, was uns wichtig ist, nie schnell in den Hintergrund gerückt werden sollte.


Fana Tennoio


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Kreuzworträtsel
- von Makani Valur

Die Auflösung vom letzten Mal:

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