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A'vron - Der Beobachter - Sommer 09



Community-News
- von Berior Alaeyn

Mitte Juni gings im Forum so richtig drunter und drüber - das Narrenfest hielt Einzug in Tar Valon! Unter dem neuen Regime....erm...unter der neuen Regierung der Myorlin Myo el'Tahab, der Hüterin Lasi Eldundold, dem Meister der Rekruten Vill al'Deada und dem/r Herr(in?) der Novizen Ragnar Thorwaldson mussten sich die Burgbewohner an allerlei Neues gewöhnen. Auch ein Mitbewerber, auf den hier nicht weiter eingegangen werden soll, wirbelte mit seinen halbherzig recherchierten Berichterstattungen gehörig Staub auf. Alles in Allem war es eine turbulente Woche mit sehr viel Spaß, an deren Ende aber einige sagten "Gut, dass es vorbei ist". Nichts desto trotz freuen wir uns auf ein Comeback im nächsten Sommer - Verwirrungen und Schabernack schon jetzt garantiert

Danach ging es erst mal ruhig zu. Böse Zungen sprachen sogar schon von einem Sommerloch, was aber von Seiten des A'vron so nicht bestätigt werden kann. In der Tat zeigt uns ein Blick in die Chroniken, dass es im Sommer gleich mehrere Erhebungen gab - Villeroy al'Deada zum Aethan (01.07.), Salak Turvalis (15.07.) und Kunon al'File (20.07.) zum Novizen, Ende August dann noch Myorinah el'Tahab zur Aes Sedai der Gelben Ajah (20.08.), Sonea Ayellin zur Rekrutin (24.08.) und Zyran Er'end zum Aufgenommenen (31.08.) - wir gratulieren nochmal herzlich!

Dem Hauptevent im August - dem Forentreffen in Wittenberge - ist in dieser Ausgabe ein eigener Bericht gewidmet, dazu möchte ich also nicht all zu viel sagen. Danke nocheinmal für die Organisation; wir freuen uns jetzt schon auf die nächsten Treffen: Kohlfahrt im Winter und im nächsten Sommer endlich wieder mal was weiter im Süden

Und damit befinden wir uns eigentlich schon mitten im Ausblick auf das Zukünftige. Im September wird ein Thema die Community prägen: Die Revision. Anfang des Jahres hatten wir ja die letzte und es hat sich doch schon einiges angesammelt. Letzte Anträge können noch eingebracht werden - parallel dazu beginnen wir aber bereits mit der Diskussion. Ich bin sicher, dass wir auch dieses Mal wieder gute Ergebnisse erziehlen werden, wenn wir alle gemeinsam anpacken.

Wie uns gut informierte Quellen aus dem Saal berichten *hust* werden in nicht all zu ferner Zukunft neue Gesichter im Saal auftauchen. Wer kommt und wer geht - hier darf nun kräftig spekuliert werden. Bis zum nächsten Mal,


Berior Alaeyn
Hüter der Chroniken


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Gerüchtebox
- von Fana Tennoio

Neuerdings wurden wieder Ogier in Tar Valon gesichtet – es heißt, das ausgebüchste Jungwesen heißt Rogosch, aus welchem Stedding er stammt, ist bislang unbekannt

Übermäßiger Alkoholkonsum von Roten auf einem Forentreffen, denen unterstellt wurde, Mitglied der Pinken Ajah zu sein

Steht der A’vron neuerding noch unter dem Niveau der BILD-Zeitung?


Fana Tennoio


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Der A’vron entschuldigt sich
- von Fana Tennoio

In der letzten Ausgabe wurde angekündigt, dass es eine Gegendarstellung zu jenem Artikel geben wird, der sich mit der Misshandlung von Rekruten in der Weißen Burg beschäftigt. Wir entschuldigen uns dafür, dass er in dieser Ausgabe nicht zu finden ist, da alle von uns ausgeschickten Informanten nicht mehr aus den Räumlichkeiten des Meisters der Rekruten zurückkehrten.


Fana Tennoio


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FT-Bericht
- von Rogosch Syrato

Auszug aus den Memoiren eines Ogiers:

Ein sonniger und klarer Tag, ideal für die kleine Reise, die ich heute angetreten habe. Wohin es geht? Der Ort zu dem ich da aufbrach wird Wittenberge genannt und ich treffe mich dort mit NOCH völlig Unbekannten. Aus welchem Grund? Weil uns etwas vereint - das Rad der Zeit um genau zu sein - und das muss genügen.
Als ich ankomme, begegnen mir viele neue Gesichter. Die meisten Zelte sind schon aufgebaut, aber ich kann mich noch bei dem etwas abenteuerlichen Aufbau des Pavillons beteiligen. Im Hintergrund wird auch schon über Einkäufe diskutiert, die noch gemacht werden müssen, und es wird auch kaum Zeit damit verschwendet diese auch zu besorgen.
Das geht mir jedoch alles etwas zu schnell und ich finde mich derweil damit ab, das Elbpanorama zu begutachten. Der Platz gefällt mir, fast direkt am Ufer, hinter uns das lange Bootshaus mit den Quartieren für alle, die ein Zimmer haben, einige Bäume die Schatten spenden ... und Mücken. Sehr lästig, aber wohl kaum zu beseitigen.
Als die Sonne so langsam untergeht, begeben wir uns alle in ein Gasthaus. Es wird die Küche aus drei (!) verschiedenen Ländern angeboten und wir empfangen froh die Nachzügler unserer Gruppe. Und wie nicht anders zu erwarten, ist das Essen hervorragend, ebenso wie die Stimmung am Tisch. Es wird viel gelacht, gescherzt und geschwatzt. Was sich nach der Fahrt zurück zum Zeltplatz auch nicht ändert.
Es ist schon Nacht, aber wir sitzen gemeinsam unter unserem Pavillon in einer Runde aus Sitzbänken.

Es ist früh, zu früh für mich, aber da die Sonne schon am Himmel steht und mein Zelt immer mehr erwärmt, beschließe ich aufzustehen. Auch andere sind schon wach. Ich bin lange nicht der erste, der wach geworden ist. Wir vertreiben uns die Zeit am Vormittag mit frühstücken, reden und einige (ich auch) haben beschlossen, in die Elbe zum Schwimmen zu gehen. Das Wasser ist angenehm warm und Mina, Aldain und Kai beschließen bis zur recht weit entfernten Brücke zu schwimmen. Verin fotografiert sie vom Ufer aus, genauso wie sie Berior knipst, als der sich auch ins Wasser wagt.
Wir verbringen den Tag eigentlich sehr ruhig. Es wird auch gespielt und immer wieder springen Leute ins kühle Nass.
Am späten Nachmittag kommt jedoch so langsam Aktivität in die Gruppe. Es ist Zeit geworden für Anariells Erhebung und die Forenawards.
Danach wurden wir noch mit leckerem Kuchen versorgt und so langsam brach dann auch der - schon - letzte Abend an. Wir bekamen sogar noch einen zusätzlichen Gast, den wir nun im Forum als Elijah kennen. Der große Grill wurde auf unser Gelände gestellt und so langsam angeschürt. Und je mehr der Tag sich dem Ende zuneigte, desto mehr Alkohol begann zu fließen, desto mehr Essen kam auf den Tisch und natürlich auch wieder die Mücken. Aber davon ließen wir uns nicht stören, es wurde viel getrunken, bei einigen zu viel, und später wurde dann auch noch in gemütlicher Runde Stock-Knüppel-Brot am offen Feuer gebacken, wofür der Teig schon am Nachmittag in harter Handarbeit hergestellt worden war.
Nach der – für einige – turbulenten Nacht war es wieder zu früh, viel zu früh! Denn das FT in Wittenberge ging seinem Ende zu. Nach dem Frühstück kam auch so langsam Aufbruchstimmung auf, und gegen Mittag verließen die Ersten das Forentreffen. Ich bin dankbar für die Einladung und natürlich für die herzliche Aufnahme in die Gemeinschaft, denn ich kam als Fremder auf dieses Forentreffen und verließ es eigentlich bereits als Mitglied von DSC.


Rogosch Syrato


Wir danken Rogosch nochmals herzlich, dass er uns als Gastschreiber diesen Bericht geschrieben hat!

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Twilight - Stephenie Meyer
- von Itzmaná Nanauatzin


Das Marketingwunder des letzten Jahres
oder:
’Des einen Freud’, des andern Leid’




Es gibt so ziemlich nichts Abstoßenderes als ein überhyptes Buch – außer eingewachsenen Zehennägeln vielleicht…
Aber während man gegen letzteres mit passenden Schuhen vorbeugen kann, fällt es einem bei der literarischen Variante merklich schwerer der schmerzlichen Erfahrung zu entfliehen. Wer kann schon behaupten er hätte nicht mindestens einmal in einem unbeobachteten Moment ein Harry Potter Buch aufgeschlagen oder gar Dan Brown gelesen?

Doch wie heißt es doch so schön: „Des einen Freud’, des andern Leid“
Das Nirvana der einen ist der Hades der anderen, um es mal mit bunt zusammengewürfelter Mythologie auszudrücken.
Und: „Es ist nicht alles Gold was glänzt.“
Und wenn auch Twilight sonst nicht viel zu bieten hat – es glänzt gewaltig!

Das fängt schon beim Cover an, ein perfekter roter Apfel – die verbotene Frucht – wird dem Leser von perfekten, blassen Händen angeboten. (Ich verweise auf Genesis 2:17 „doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben.“ – Na sowas!). Es geht weiter, und weiter, und weiter, und weiter… mit der aufblühenden Beziehung zwischen der Ich-Erzählerin, Bella Swan, und Adonis… Entschludigung, ich meinte natürlich Edward Cullen, mysteriös und augenscheinlich (soviel zu Gold und Glanz!) perfekt, über den im Klappentext schon verraten wird, dass er ein Vampir ist. Der Hype um das Buch und den Film hat dafür gesorgt dass die gesamte Menschheit und zwei bis zweihunderttausend andere Primaten inzwischen wahrscheinlich schon wissen um was es geht.
Bella, so um die 16, zieht etwas widerwillig vom sengenden Phoenix, Arizona ins regnerische, wolkenverhangene Forks, Washington zu ihrem Vater, Charlie, in dem der bereits angesprochenen Edward und seine ebenso perfekten und mysteriösen Geschwister (mehr oder weniger erfolgreich) versuchen, als High School Schüler durchzugehen. (Die Autorin geht entweder in weiser Voraussicht oder aber törichterweise nicht darauf ein wie unpraktisch dieses Arrangement ist. Warum zum Kuckuck würden Vampire, die sich vor aller Welt verstecken müssen, als Schüler ausharren die unter der ständigen Beobachtung von Pädagogen, Mitschülern und sonstigen Personen stehen, denen Ungereimtheiten über kurz oder lang sicher auffallen würden, statt sich einfach als volljährig auszugeben, damit sie machen können was sie wollen? Zumal sie ja ohnehin irgendeine Möglichkeit haben müssen die nötigen Dokumente zu fälschen, man kann schließlich nicht unbemerkt als offiziell 150jähriger durch die Gegend laufen; noch dazu wenn man aussieht wie 20.)

Aber ich schweife ab.
Die Autorin stellt die wachsende Spannung zwischen der für einen Vampir beinahe unwiderstehlich köstlichen Bella und dem ebenso unwiderstehlich hinreißenden Edward in den Mittelpunkt des Buches. Wenn ihr die folgende Passage ertragen könnt, gefällt euch unter Umständen ihre beinahe unausstehlich umsichtige Werbung sogar und ihr könnt das Buch kaufen:

“Ich hätte schon längst weggehen sollen.” [Der Vampir] seufzte. „Und spätestens jetzt sollte ich es wirklich tun. Doch ich weiß nicht, ob ich das kann.“
„Ich will nicht, dass du weggehst“, murmelte ich verzagt und senkte abermals den Blick.
„Und genau deshalb sollte ich es tun. Aber keine Sorge. Im tiefsten Innern bin ich eine selbstsüchtige Kreatur. Ich begehre deine Nähe zu sehr, um zu tun, was ich tun sollte.“
„Gut.“
„Nein, nicht gut!“ Wieder entzog er mir seine Hand, doch sanfter als vorher. Seine Stimme klang rauer als gewöhnlich, wenn auch immer noch schöner als jede menschliche Stimme. Es war schwer, aus ihm schlau zu werden – seine abrupten Stimmungswechsel verwirrten mich immer wieder aufs Neue.
„ES ist nicht nur deine Nähe, die ich begehre! Vergiss das nie! Vergiss nie, dass ich für dich gefährlicher bin als für jeden anderen.“ Er hielt inne, und als ich aufblickte, schaute er mit leerem Blick in den Wald. (S.281 Taschenbuch)


„Es“, vom Cover angedeutet, ist dementsprechend das Versprechen schmerzhaft langsamer und – ah! – verbotener Verführung. Ich persönlich würde ja gerne eine vollständige psychosexuelle Analyse dieses Buches sehen, aber so viel Platz bleibt hier nicht.
Edward ist als der ultimative Bad Boy konstruiert: ein hinreißender Außenseiter und gefährliches Raubtier. Seine sexuelle und digestive Lust nach Bella ist gewaltig und wird nur von seiner noch gewaltigeren Liebe zu ihr in Bann gehalten. (Warum er sie überhaupt liebt wird nur teilweise erklärt: sie ist hübsch, klug, mutig und ist, warum auch immer, immun gegen seine Fähigkeit Gedanken zu lesen; aber sie ist auch übernatürlich tollpatschig und hat 90 Jahre weniger Lebenserfahrung als er.) Er muss sie außerdem davor schützen, von weniger edlen Menschen missbraucht und von weniger zivilisierten Vampiren ausgesaugt zu werden. Folglich ist ihre Beziehung von kontinuierlicher Sehnsucht und Wachsamkeit geprägt, was einen Status der lüsternen Keuschheit aufrechterhält…

Und natürlich sind sich Autorin und Herausgeber offensichtlich darin einig diese Spannung ins nächste Buch (New Moon) mitzunehmen.
Andere Fragen bleiben auch offen. Warum kann Edward Bellas Gedanken nicht lesen? (Sneak Peak: das weiß man am Ende des 4. Buches noch immer nicht wirklich.) Woher kommen Vampire? Und warum passiert so viel des Höhepunktes off-stage, außerhalb Bellas Wahrnehmung? Warum hat Bella so lächerlich wenig Selbstbewusstsein (nach 4 Büchern und gefühlten zweieinhalbmilliarden Passagen in denen nichts anderes als „Edward ist viel zu gut für mich kleines, hässliches Entlein“ zu lesen ist, obwohl Edward sie jedes Mal wieder mit bewundernswerter Geduld darauf hinweist, dass er sie durchaus ansehnlich findet und sie tatsächlich liebt, kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass Bella in dieser Hinsicht einer der nervigsten Charaktere ist denen ich im Literaturdschungel je begegnet bin.

Alles in allem ist Twilight leichtgewichtige Fantasy, die wahrscheinlich überwiegend Leser, vor allem junge Leser , anspricht die ihre Liebesgeschichte gerne als Hauptgericht mit ein bisschen übernatürlichem Gemüse gereicht bekommen.


Itzmaná Nanauatzin


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Eine Sommerromanze
- von Fana Tennoio

„… und dann hatte sie zu mir gesagt, dass ich mich bei der Herrin der Novizen melden könne, wenn ich noch einmal dem Saidar-Unterricht nicht folge. Oder ich käme gar nicht mehr dazu, weil ich mich dann schon bei den einfachsten Übungen ausbrennen könnte.“ Sagte die junge Frau in dem weißen Gewand zu ihrem Begleiter, der neben ihr auf einer Bank in den Gärten der Weißen Burg saß.
„Ja, schon drei Monate ist es her. Aber ich erinnere mich auch noch an diese Situation. Ich hatte ein richtig schlechtes Gewissen, weil ich mich dafür verantwortlich gefühlt habe, dass du nicht aufgepasst hast.“ erwiderte er, strich sich ein paar Strähnen seines braunen Haares zurück und sah die Novizin an, die er vor drei Monaten hier in der Burg getroffen hatte. Sie war ihm sofort sympathisch gewesen und sie hatten seitdem viel Zeit miteinander verbracht – wenn sie nicht gerade etwas zu tun hatte und auch er nicht mit seinem Schwertkampf-Training beschäftigt gewesen war. Denn nur eine Woche nach diesen Begegnungen auf dem Trainingsplatz hatte er sich als Rekrut in die Ausbildungslisten Tar Valons eintragen lassen, der Grund, weswegen er überhaupt erst in die Stadt gekommen war. Nie hatte er geahnt, dass er so schnell jemanden finden würde, mit dem er sich so gut verstand.
Schüchtern sah das Mädchen zu ihm hinüber und zupfte nervös an ihrem Gewand. Sie kannten sich zwar nun schon etwas länger, doch nervös war sie immer, wenn sie in seiner Nähe war. Sie wusste nur allzu gut, woher das kam. Dennoch hatte man ihr immer wieder eingebläut, dass das Wichtigste ihre Ausbildung war und sie keine Zeit hatte für alles andere. Dennoch opferte sie ihre Freizeit, obwohl sie von der harten Ausbildung müde war – aber da erging es ihm nicht besser.
Er stand auf und lächelte sie verschmitzt an: „Gehen wir noch ein Stück? Es ist so ein schöner Sommertag, und wir haben uns noch gar nicht über das unterhalten, was uns eigentlich so wichtig war.“ Nach ihrem zustimmenden Nicken schlenderten sie durch die Gärten, bis er wieder das Wort ergriff: „Also, wir wollten einen Streich aushecken für den Meister der Rekruten, nicht war?“
Bestürzt sah sie ihn an und zischte: „Sccccccht! Nicht so laut! Wenn uns jemand hört! Aber ja, das wollten wir. Steht der Plan mit den Klebstoff an den Zügeln noch?“ Sie kicherte leise, als sie sein Nicken sah und sie machten sich heimlich auf zu den Handwerksräumen der Burg, wo sie Klebstoff besorgen wollten. Dort angekommen schlichen sie sich in den entsprechenden Raum und fingen an, die Regale zu durchsuchen.
„Ob ich sie heute fragen soll? Vielleicht ist es zu früh… Sie ist immer so bodenständig, sie wird es als Träumerei abtun!“ machte sich der Rekrut Gedanken und suchte dabei halbherzig die Regale ab, bis er sich doch dazu entschloss, es zu versuchen. Nervös drehte er sich um, doch kam er nicht dazu, einen Ton zu sagen, denn auch die junge Dame hatte sich zu ihm umgedreht und begann zu sprechen.
„Hör zu, es kann so nicht weitergehen!“ sagte sie traurig und wandte sich ein Stück ab.
Er riss die Augen auf und erwartete das Schlimmste, er wollte widersprechen, irgendetwas sagen, aber er konnte nicht. Da schritt sie plötzlich auf ihn zu und umarmte ihn, er konnte sich nicht rühren. „Wir kennen uns nun schon eine Weile und ich mag dich wirklich gerne…“ setzte sie erneut an, als plötzlich die Tür aufgerissen wurde und der Meister der Rekruten im Zimmer stand und die beiden ansah. Vor lauter Schreck wagte sich keiner von ihnen zu rühren, obwohl sie sich noch in den Armen lagen. Diese Geschichte würde kein gutes Ende finden….


Fana Tennoio


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Schneewittchen und die Sieben Zwerge
- von Mina Sogani

Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab. Da saß die Amyrlin Siuan Sanche an einem Fenster, das einen Rahmen von schwarzem Ebenholz hatte, und nähte.
Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das Rote im weißen Schnee so schön aussah, dachte sie bei sich: Hätte' ich ein Kind, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie das Holz an dem Rahmen! Bald darauf kam eine junge Novizin in die Burg, die war so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarzhaarig wie Ebenholz und ward darum Schneewittchen genannt. Und wie das Kind älter war, wurde die Amyrlin von Elaida vom Amyrlinsitz gestoßen und gedämpft. Nach kurzer Zeit wurde eine neue Amyrlin gewählt - Elaida. Sie war eine schöne Frau, aber stolz und übermütig und konnte den Gedanken nicht ertragen, von einer Anderen an Schönheit übertroffen zu werden. Sie hatte einen wunderbaren Spiegel und wenn sie vor ihn trat und sich darin betrachtete, sprach sie:
"Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist die Schönste im ganzen Land?"
Und der Spiegel antwortete:
"Mutter, Ihr seid die Schönste im Land."

Da war sie zufrieden, denn sie wusste, dass der Spiegel die Wahrheit sagte. Schneewittchen aber wuchs heran und wurde immer schöner, und als es 17 Jahre alt war, war es so schön, wie der klare Tag und schöner als die Amyrlin selbst. Als diese einmal ihren Spiegel fragte:
"Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist die Schönste im ganzen Land?"
so antwortete er:
"Mutter, Ihr seid die Schönste hier,
Aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr."
Da erschrak Elaida und ward gelb und grün vor Neid. Von Stund an, wenn sie Schneewittchen erblickte, kehrte sich ihr das Herz im Leibe herum, so hasste sie das Mädchen. Und der Neid und Hochmut wuchsen wie ein Unkraut in ihrem Herzen immer höher, dass sie Tag und Nacht keine Ruhe mehr hatte. Da rief sie einen Gaidin und sprach: "Bring das Kind hinaus in den Wald, ich will's nicht mehr vor meinen Augen sehen. Du sollst es töten und mir Lunge und Leber zum Wahrzeichen mitbringen." Der Gaidin gehorchte und führte es hinaus, und als er sein Schwert gezogen hatte und Schneewittchens unschuldiges Herz durchbohren wollte, fing es an zu weinen und sprach: "Ach, lieber Gaidin, lass mir mein Leben! Ich will in den wilden Wald laufen und nimmermehr wieder heimkommen." Und weil das Mädchen gar so schön war, hatte der Gaidin Mitleid und sprach: "So lauf hin, du armes Kind!" Die wilden Tiere werden dich bald gefressen haben, dachte er, und doch war's ihm, als wäre ein Stein von seinem Herzen gewälzt, weil er es nicht zu töten brauchte. Und als gerade ein junger Frischling dahergesprungen kam, stach er ihn ab, nahm Lunge und Leber heraus und brachte sie als Wahrzeichen der Amyrlin mit. Der Koch musste sie in Salz kochen, und das boshafte Weib aß sie auf und meinte, sie hätte Schneewittchens Lunge und Leber gegessen.

Nun war das arme Kind in dem großen Wald mutterseelenallein, und ward ihm so Angst, dass es alle Blätter an den Bäumen ansah und nicht wusste, wie es sich helfen sollte. Da fing es an zu laufen und lief über die spitzen Steine und durch die Dornen, und die wilden Tiere sprangen an ihm vorbei, aber sie taten ihm nichts. Es lief, so lange nur die Füße noch fortkonnten, bis es bald Abend werden wollte. Da sah es ein kleines Häuschen und ging hinein, sich zu ruhen. In dem Häuschen war alles klein, aber so zierlich und reinlich, dass es nicht zu sagen ist. Da stand ein weißgedecktes Tischlein mit sieben kleinen Tellern, jedes Tellerchen mit seinem Löffelchen, ferner sieben Messerchen und Gäbelchen und sieben Becherlein.
An der Wand waren sieben Bettlein nebeneinander aufgestellt und schneeweiße Laken darüber gedeckt. Schneewittchen, weil es so hungrig und durstig war, aß von jedem Tellerchen ein wenig Gemüse und Brot und trank aus jedem Becherlein einen Tropfen Wein; denn es wollte nicht einem alles wegnehmen. Hernach, weil es so müde war, legte es sich in ein Bettchen, aber keines passte; das eine war zu lang, das andere zu kurz, bis endlich das siebente recht war; und darin blieb es liegen und schlief ein.

Als es ganz dunkel geworden war, kamen die Herren von dem Häuschen, das waren die sieben Jünglinge, die in den Bergen nach Erz hackten und gruben. Sie zündeten ihre sieben Lichtlein an, und wie es nun hell im Häuschen ward, sahen sie, dass jemand darin gesessen war, denn es stand nicht alles so in der Ordnung, wie sie es verlassen hatten. Der erste sprach: "Wer hat auf meinem Stühlchen gesessen?" Der zweite: "wer hat von meinem Tellerchen gegessen?" Der dritte: "wer hat von meinem Brötchen genommen?" Der vierte: "wer hat von meinem Gemüse gegessen?" Der fünfte: "wer hat mit meinem Gäbelchen gestochen?" Der sechste: "wer hat mit meinem Messerchen geschnitten?" Der siebente: "wer hat aus meinem Becherlein getrunken?" Dann sah sich der erste um und sah, dass auf seinem Bett eine kleine Delle war, da sprach er: "wer hat in mein Bettchen getreten?" Die anderen kamen gelaufen und riefen: "In meinem hat auch jemand gelegen!" Der siebente aber, als er in sein Bett sah, erblickte Schneewittchen, das lag darin und schlief. Nun rief er die andern, die kamen herbei gelaufen und schrien vor Verwunderung, holten ihre sieben Lichtlein und beleuchteten Schneewittchen. "Ei, du mein Gott! Ei, du mein Gott!" riefen sie, "was ist das Kind so schön!" Und hatten so große Freude, dass sie es nicht aufweckten, sondern im Bettchen fortschlafen ließen. Der siebente Jüngling aber schlief bei seinen Gesellen, bei jedem eine Stunde, da war die Nacht herum. Als es Morgen war, erwachte Schneewittchen, und wie es die sieben Jünglinge sah, erschrak es. Sie waren aber freundlich und fragten: "Wie heißt du?" "Ich heiße Schneewittchen", antwortete es. "Wie bist du in unser Haus gekommen?" sprachen weiter die Jünglinge. Da erzählte es ihnen, dass die Amyrlin Elaida es hätte wollen umbringen lassen, der Gaidin hätte ihm aber das Leben geschenkt, und da wär' es gelaufen den ganzen Tag, bis es endlich ihr Häuschen gefunden hätte. Die Jünglinge sprachen: "Willst du unsern Haushalt versehen, kochen, betten, waschen, nähen und stricken, und willst du alles ordentlich und reinlich halten, so kannst du bei uns bleiben, und es soll dir an nichts fehlen." "Ja“, sagte Schneewittchen, "von Herzen gern!" und blieb bei ihnen. Es hielt ihnen das Haus in Ordnung. Morgens gingen sie in die Berge und suchten Erz und Gold, abends kamen sie wieder, und da musste ihr Essen bereit sein. Den ganzen Tag über war das Mädchen allein; da warnten es die guten Jünglinge und sprachen: "Hüte dich vor Elaida, die wird bald wissen, dass du hier bist; lass ja niemanden herein!
Die Amyrlin aber, nachdem sie Schneewittchens Lunge und Leber glaubte gegessen zu haben, dachte nicht anders, als sie wäre wieder die Erste und Allerschönste, trat vor ihren Spiegel und sprach:
"Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist die Schönste im ganzen Land?"
Und der Spiegel antwortete:
"Mutter, Ihr seid die Schönste hier,
aber Schneewittchen über den Bergen
bei den sieben Jünglingen
ist noch tausendmal schöner als Ihr."

Da erschrak sie, denn sie wusste, dass der Spiegel keine Unwahrheit sprach, und merkte, dass der Gaidin sie betrogen hatte und Schneewittchen noch am Leben war.
Und da sann und sann sie aufs neue, wie sie es umbringen wollte; denn so lange sie nicht die Schönste war im ganzen Land, ließ ihr der Neid keine Ruhe. Und als sie sich endlich etwas ausgedacht hatte, färbte sie sich das Gesicht und kleidete sich wie eine alte Krämerin und war ganz unkenntlich. In dieser Gestalt ging sie über die sieben Berge zu den sieben Jünglingen, klopfte an die Türe und rief: "Schöne Ware feil, feil!" Schneewittchen guckte zum Fenster hinaus und rief: "Guten Tag, liebe Frau! Was habt Ihr zu verkaufen?" "Gute Ware", antwortete sie, "Schnürriemen von allen Farben", und holte einen hervor, der aus bunter Seide geflochten war. Die ehrliche Frau kann ich hereinlassen, dachte Schneewittchen, öffnete die Türe und kaufte sich den hübschen Schnürriemen. "Kind", sprach die Alte, "wie du aussiehst! Komm, ich will dich einmal ordentlich schnüren." Schneewittchen hatte kein Arg, stellte sich vor sie und ließ sich mit dem neuen Schnürriemen schnüren. Aber die Alte schnürte geschwind und schnürte so fest, dass dem Schneewittchen der Atem verging und es für tot hinfiel. "Nun bist du die Schönste gewesen", sprach sie und eilte hinaus. Nicht lange darauf, zur Abendzeit, kamen die sieben Jünglinge nach Haus; aber wie erschraken sie, als sie ihr liebes Schneewittchen auf der Erde liegen sahen, und es regte und bewegte sich nicht, als wäre es tot. Sie hoben es in die Höhe, und weil sie sahen, dass es zu fest geschnürt war, schnitten sie den Schnürriemen entzwei; da fing es an ein wenig zu atmen und ward nach und nach wieder lebendig. Als die Jünglinge hörten, was geschehen war, sprachen sie: "Die alte Krämerfrau war niemand anderes als Elaida. Hüte dich und lass keinen Menschen herein, wenn wir nicht bei dir sind!" Das böse Weib aber, als es nach Haus gekommen war, ging vor den Spiegel und fragte:
"Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist die Schönste im ganzen Land?"
Und er antwortete wie sonst:
"Mutter, Ihr seid die Schönste hier,
aber Schneewittchen über den Bergen
bei den sieben Jünglingen
ist noch tausendmal schöner als Ihr."

Als sie das hörte, lief ihr alles Blut zum Herzen, so erschrak sie, denn sie sah wohl, dass Schneewittchen wieder lebendig geworden war. "Nun aber", sprach sie, "will ich etwas aussinnen, das dich zugrunde richten soll", und mit Hexenkünsten, die sie verstand, machte sie einen giftigen Kamm. Dann verkleidete sie sich und nahm die Gestalt eines anderen alten Weibes an. So ging sie hin über die sieben Berge zu den sieben Jünglingen, klopfte an die Türe und rief: "Gute Ware feil, feil!" Schneewittchen schaute heraus und sprach: "Geht nur weiter, ich darf niemand hereinlassen!" " Das Ansehen wird dir doch erlaubt sein", sprach die Alte, zog den giftigen Kamm heraus und hielt ihn in die Höhe. Da gefiel er dem Kinde so gut, dass es sich betören ließ und die Türe öffnete. Als sie des Kaufs einig waren, sprach die Alte: "Nun will ich dich einmal ordentlich kämmen." Das arme Schneewittchen dachte an nichts, ließ die Alte gewähren, aber kaum hatte sie den Kamm in die Haare gesteckt, als das Gift darin wirkte und das Mädchen ohne Besinnung niederfiel. "Du Ausbund von Schönheit", sprach das boshafte Weib, "jetzt ist's um dich geschehen", und ging fort. Zum Glück aber war es bald Abend, wo die sieben Jünglinge nach Haus kamen. Als sie Schneewittchen wie tot auf der Erde liegen sahen, hatten sie gleich die Amyrlin in Verdacht, suchten und fanden den giftigen Kamm. Und kaum hatten sie ihn herausgezogen, so kam Schneewittchen wieder zu sich und erzählte, was vorgegangen war. Da warnten sie es noch einmal, auf seiner Hut zu sein und niemand die Türe zu öffnen. Die Amyrlin stellte sich daheim vor den Spiegel und sprach:
"Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist die Schönste im ganzen Land?"
Und er antwortete wie vorher:
"Mutter, Ihr seid die Schönste hier,
aber Schneewittchen über den Bergen
bei den sieben Jünglingen
ist noch tausendmal schöner als Ihr."
Als sie den Spiegel so reden hörte, zitterte und bebte sie vor Zorn. "Schneewittchen soll sterben", rief sie, "und wenn es mein eigenes Leben kostet!" Darauf ging sie in eine verborgene, einsame Kammer, in die niemand sonst kam, und machte da einen giftigen, giftigen Apfel. Äußerlich sah er schön aus, weiß mit roten Backen, dass jeder, der ihn erblickte, Lust danach bekam, aber wer ein Stückchen davon aß, der musste sterben.
Als der Apfel fertig war, färbte sie sich das Gesicht und verkleidete sich in eine Bauersfrau, und so ging sie über die sieben Berge zu den sieben Jünglingen. Sie klopfte an. Schneewittchen streckte den Kopf zum Fenster heraus und sprach: " Ich darf keinen Menschen einlassen, die sieben Jünglinge haben mir's verboten!" "Mir auch recht", antwortete die Bäuerin, "meine Äpfel will ich schon loswerden. Da, einen will ich dir schenken." "Nein", sprach Schneewittchen, "ich darf nichts annehmen!" "Fürchtest du dich vor Gift?" sprach die Alte, "siehst du, da schneide ich den Apfel in zwei Teile; den roten Backen iss, den weißen will ich essen " Der Apfel war aber so künstlich gemacht, dass der rote Backen allein vergiftet war. Schneewittchen betrachtete den schönen Apfel lüstern, und als es sah, dass die Bäuerin davon aß, so konnte es nicht länger widerstehen, streckte die Hand hinaus und nahm die giftige Hälfte. Kaum aber hatte es einen Bissen davon im Mund, so fiel es tot zur Erde nieder. Da betrachtete es die Amyrlin mit grausigen Blicken und lachte überlaut und sprach: "Weiß wie Schnee, rot wie Blut, schwarz wie Ebenholz! Diesmal können dich die Jünglinge nicht wieder erwecken." Und als sie daheim den Spiegel befragte:
"Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist die Schönste im ganzen Land?"
so antwortete er endlich:
"Mutter, Ihr seid die Schönste im Land."
Da hatte ihr neidisches Herz Ruhe, so gut ein neidisches Herz Ruhe haben kann.
Die Jünglinge, wie sie abends nach Haus kamen, fanden Schneewittchen auf der Erde liegen, und es ging kein Atem mehr aus seinem Mund, und es war tot. Sie hoben es auf und suchten, ob sie etwas Giftiges fänden, schnürten es auf, kämmten ihm die Haare, wuschen es mit Wasser und Wein, aber es half alles nichts; das liebe Kind war tot und blieb tot. Sie legten es auf eine Bahre und setzten sich alle Sieben daran und beweinten es und weinten drei Tage lang. Da wollten sie es begraben, aber es sah noch so frisch aus wie ein lebender Mensch und hatte noch seine schönen, roten Backen. Sie sprachen: "Das können wir nicht in die schwarze Erde versenken", und ließen einen durchsichtigen Sarg aus Glas fertigen, dass man es von allen Seiten sehen konnte, legten es hinein und schrieben mit goldenen Buchstaben seinen Namen darauf und dass es eine Novizin wäre. Dann setzten sie den Sarg hinaus auf den Berg, und einer von ihnen blieb immer dabei und bewachte ihn. Und die Tiere kamen auch und beweinten Schneewittchen, erst eine Eule dann ein Rabe, zuletzt ein Täubchen. Nun lag Schneewittchen lange, lange Zeit in dem Sarg und verweste nicht, sondern sah aus, als wenn es schliefe, denn es war noch so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarzhaarig wie Ebenholz. Es geschah aber, dass ein Königssohn, Lan Mandragoran in den Wald geriet und zu dem Haus der Jünglinge kam, da zu übernachten. Er sah auf dem Berg den Sarg und das schöne Schneewittchen darin und las, was mit goldenen Buchstaben darauf geschrieben war. Da sprach er zu den Zwergen: "Lasst mir den Sarg, ich will euch geben, was ihr dafür haben wollt." Aber die Jünglinge antworteten: "Wir geben ihn nicht für alles Gold in der Welt." Da sprach er: "So schenkt mir ihn, denn ich kann nicht leben, ohne Schneewittchen zu sehen, ich will es ehren und hochachten wie mein Liebstes." Wie er so sprach, empfanden die guten Jünglinge Mitleid mit ihm und gaben ihm den Sarg. Der Königssohn ließ ihn nun von seinen Dienern auf den Schultern forttragen. Da geschah es, dass sie über einen Strauch stolperten, und von dem Schüttern fuhr das giftige Apfelstück, das Schneewittchen abgebissen hatte, aus dem Hals. Und nicht lange, so öffnete es die Augen, hob den Deckel vom Sarg in die Höhe und richtete sich auf und war wieder lebendig. "Ach Gott, wo bin ich?" rief es. Der Königssohn sagte voll Freude: "Du bist bei mir", und erzählte, was sich zugetragen hatte, und sprach: "Ich habe dich lieber als alles auf der Welt; komm mit mir in meines Vaters Schloss, du sollst meine Gemahlin werden." Da war ihm Schneewittchen gut und ging mit ihm, und ihre Hochzeit ward mit großer Pracht und Herrlichkeit angeordnet. Zu dem Feste wurde aber auch die Amyrlin eingeladen. Wie sie sich nun mit schönen Kleidern angetan hatte, trat sie vor den Spiegel und sprach:
"Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist die Schönste im ganzen Land?"
Der Spiegel antwortete:
"Mutter, Ihr seid die Schönste hier,
aber die junge Königin ist noch tausendmal
schöner als ihr."

Da stieß das böse Weib einen Fluch aus, und ward ihr so Angst, dass sie sich nicht zu lassen wusste. Sie wollte zuerst gar nicht auf die Hochzeit kommen, doch ließ es ihr keine Ruhe, sie musste fort und die junge Königin sehen. Und wie sie hineintrat, erkannte sie Schneewittchen, und vor Angst und Schrecken stand sie da und konnte sich nicht regen. Aber es waren schon eiserne Pantoffeln über Kohlenfeuer gestellt und wurden mit Zangen hereingetragen und vor sie hingestellt. Da musste sie in die rot glühenden Schuhe treten und so lange tanzen, bis sie tot zur Erde fiel. Zuvor aber fragte Schneewittchen sie noch:

„Wie hieß ich bevor ich Schneewittchen genannt wurde?“
Und Elaida antwortete: „Nynaeve…“ weiter kam sie nicht.

Ende


Mina Sogani


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Die Wiederkehr der Rekruten
- von Eldyne Necoine

Unsere Redaktion bekam einen Tipp:
Er war heiß und keiner konnte ahnen, wie tief wir in den Sumpf der Weißen Burg steigen würden!
Angeblich wurden Rekruten entführt und monatelang von der Braunen Ajah für Versuche missbraucht
. Jetzt sind drei von diesen Opfern wieder aufgetaucht und wir hingen uns natürlich sofort an ihre Fersen, um sie zu befragen.

Welche geheimnise Ranken sich um sie?
Was haben sie erlebt?
Wie sind sie entkommen?

Der A`vron begann mit Nachforschungen denn dieser Tipp beschäftigte die ganze Redaktion.
Nach langer Suche fanden wir zwei der Opfer und interviewten sie.

Die erste Frage des A`vron war klar und kurz formuliert: Wie kommts?
Benedikts fragendes Gesicht sprach Bände. Anscheind war hier jemand nicht ganz bei der Sache!
Also änderten wir die Frage und definierten das Ganze genauer: “Dass du wiedergekommen bist?”
Bennie antwortete mit einer seltsamen Antwort (der A`vron hält es für eine geistige Störung, die er wohl in der Kiste bekommen hat): “Hier mal die RL-Antwort... Ich hab durch Zufall einfach wieder mal auf das Lesezeichen "dashadarcorenne.de.vu" im Lesezeichenmenü beim Firefox geklickt.” Natürlich bohrten wir nach. War seine Scheinwelt schon so stark ausgeprägt, dass dieses Interview unmöglich wurde, oder war es doch möglich, normal mit ihm zu sprechen?
“Also bist du nur durch zufall wieder da?”
Er verneinte dies. Auf diese Aussage hatten wir gewartet! Langsam, ganz langsam, kam die Antwort: DSC habe ihm schon irgendwie gefehlt. Wir stellten fest, dass an ihm anscheinend eine neue Designer-Droge getestet worden war, da er uns bestätigte, dass er ein DSC-Suchtie ist.

Hatte unser Informant recht?
Gab es wirklich Versuche an armen, unschuldigen Rekruten? Und was ist diese neue Droge, die sich DSC nennt?
Viele Fragen blieben, aber noch gab es Hoffnung auf Antworten...

Kurz darauf wurden auch die Erlebnise von der dienstältesten Rekrutin, Torian Carr Con, genau unter die Lupe genommen.

Schnell gab auch sie zu, süchtig nach DSC zu sein.
Wir mussten schnell und gerissen sein, denn Braune durften uns nicht bei dieser Unterredung erwischen.
Denn vielleicht haben sie einen Informanten in unserer Redaktion?

Gerade als wir uns zum Gehen entschlossen hatten, kam eine Person auf uns zu.
Aus verständlichen Gründen will der junge Mann unerkannt bleiben, schließlich war er den Einflüssen der Braunen am längsten ausgesetzt.
Doch diesmal wollte die Redaktion Gewissheit.

Vorsichtig fragten wir nach, wo er die ganze Zeit geblieben war, und merkten schnell: Er war auch in einer Scheinwelt gefangen.
“Zeugenschutzprogramm” stieß er hervor. Außerdem: “Ich darf nichts sagen, was mich in Zusammenhang mit der Braunen Ajah bringen könnte.”
Recht viel mehr konnten wir nicht in Erfahrung bringen, da unser Informant wie von sinnen floh. Wir konnten ihn nicht wieder finden, jedoch hoffen wir, dass er seinen Häschern entkam.


Eldyne Necoine


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